Juli

  Marie Andersson (Malmö) – Fotografie/Installation  

Marie Andersson ist als Austauschstipendiatin der KKV Grafikwerkstatt Malmö zu Gast im Künstlerhaus Lukas. Sie arbeitet vorwiegend mit fotografischen oder grafischen Mitteln. Dabei spielt sie in ihren wie Bilder komponierten Fotografien oder Druckgrafiken mit Licht, Räumen, Strukturen, fotografischen Techniken oder Überschneidungen. Die Sujets aus Stadtlandschaften, einzelnen Häusern, Gegenständen, Porträts oder Naturlandschaften stellt sie in ihren Präsentationen in ausgewählte thematische Zusammenhänge. Die 1962 geborene Künstlerin studierte an der Academy of Arts Malmö. Ihre Werke befinden sich in namhaften schwedischen Sammlungen, u.a. dem Museum of Modern Art Stockholm oder dem Kunstmuseum Göteborg.

Abbildung: Ausschnitt aus „Observatorium“
Fotografie aus der Serie „Inferno x3“, 2010-2011


marieandersson.net
  Jennifer Eckert (Berlin) – Illustration  

Jennifer Eckert bewegt sich im Bereich Buchkunst und völlig freier Untersuchungen dieses Mediums, das den klassischen Buchraum benutzt oder verlässt. Die Werke sind verspielt, durchdacht, hinterfragend, behauptend und nahezu raffiniert in ihren Konstellationen. Das Wort und mögliche Gestaltungs- oder Begegnungsformen werden ideenreich untersucht, präsentiert oder auch mal voneinander gelöst. Im Künstlerhaus Lukas möchte sie das Wort und die Sprache aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und durch Fragen einen Raum für neue Möglichkeiten schaffen. Die 1988 geborene Künstlerin studierte Typografie/Buchgestaltung & Sprache und Gestalt an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Für ihre künstlerische Arbeit wurde sie u.a. mit dem Muthesius Preis für Kunst, Raum und Design ausgezeichnet. Zuletzt hatte sie die Einzelausstellung Foliation - Hombroich : Philosophie – Pfingsten sei ein Verb!, Raketenstation Hombroich oder war an der Gruppenausstellung 6. Internationaler Marianne Brandt Wettbewerb im Industriemuseum Chemnitz mit nominierten und ausgezeichneten Beiträgen des 6. Internationalen Marianne Brandt Wettbewerbs beteiligt. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin.



Abbildung: Ausschnitt aus „Fragen zum Buch“,
MixedMedia, Zeichnung, Fotografie, Künstlerbuch, 2017


www.jennifereckert.de
  Anne Heinlein (Potsdam) – Fotografie  

Fotografie ist für die Fotografin Anne Heinlein die Verbindung aus Konzept und Wirklichkeit. Ihre Arbeiten haben immer einen dokumentarischen Ansatz, der von ihr künstlerisch umgesetzt wird. In ihrer aktuellen Arbeit Wüstungen zeigt sie leere Naturbühnen geschleifter Dörfer an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Es sind schwarz-weiße Überwucherungen und Gestrüpp zu sehen. Orte, die bis zu tausend Jahre Wirklichkeit waren. Nichts ist davon übrig. Die DDR-Regierung hat sie dem Erdboden gleich gemacht. In Heinleins Bildern aber entsteht eine neue Wirklichkeit, die sich über die alte Zeit legt. Die 1977 geborene Fotografin studierte Bildende Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ihre Arbeit wurde vom Land Brandenburg mit einem Arbeitsstipendium dem Förderpreis für Bildende Kunst des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Ihre Werke zeigte sie unter anderem in den Brandenburgischen Kunstsammlungen Cottbus, im Kunstpanorama Luzern und im Goethe-Institut San Francisco. Als bildende Künstlerin und freiberufliche Fotografin lebt und arbeitet sie in Potsdam.

Abbildung: Ausschnitt aus „Zarrentin-Strangen“,
Fotografie aus der Serie „Wüstungen“, 2008


anneheinlein.de
  Suse Itzel (Hamburg) – Installation  

Suse Itzel forciert und imitiert in ihren Videoarbeiten Bewegungs- und Zerfallsprozesse. Dabei werden die Gegenstände zu Akteuren und der Raum selbst gerät in Bewegung. Der Mensch bleibt ein Abwesender. Angelehnt an das Prinzip der Marionette werden die Gegenstände mit Fäden für ihre Bewegungen präpariert. Der Wohnraum, das Gehäuse, in dem der Mensch sich eine vertraute Umgebung geschaffen zu haben glaubt, gerät aus den Fugen. Was im Kleinen, mit einzelnen Gegenständen anfing, überträgt sich in neueren Arbeiten auf den ganzen Raum. In der kinetischen Installation prototyp eines raumes, der keinem zweck dient, wird beispielsweise der Bewegungsmechanismus der eingezogenen Kassettenecke durch den Besucher selbst real ausgelöst. Die 1984 in Neuss geborene Künstlerin studierte Freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, bekam ein dreijähriges Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes und u.a. zuletzt ein Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg. Ihre Arbeiten stellte sie zahlreich aus, zuletzt in der Einzelausstellung fil à fil in der Galerie Bridget Stern, Hamburg oder der Gruppenausstellung Preis der Nordwestkunst in der Kunsthalle Wilhelmshaven.  

Abbildung: Ausschnitt aus „Der Teil und das Ganze“,
HD-Video, 7:32 min, Farbe, Ton, 2014


www.suse-itzel.info
  David Kummer (Leipzig) – Tanz/Performance  

David Kummer ist als Tänzer und Choreograph geprägt vom Interesse an Zwischenräumen, sowohl menschlich als auch räumlich. Er arbeitet ortsspezifisch und hält eine intuitiv -biografische sowie eine somatisch - fließende Begegnung mit den Dingen und den mitwirkenden Menschen für notwendig. Dies beispielsweise in der Kollaboration mit der dänischen Jazzmusikerin Maria Dybbroe. Sie präsentierten im April 2017 Bodies we are, Time we share im Kulturkvarteret in Kristianstad. Diese Arbeit setzt sich mit den Grenzen, Rahmen und Formen der Improvisation auseinander. Oder mit der Physiotherapeutin Hanna Pfützenreuter entwickelte er das Workshop Format somatische Intentionen, das den Körper als eigenständig handelnden Organismus betrachtet. Der 1989 geborene Künstler begann mit 21 Jahren während seines Urbanistik Studiums an der Bauhaus Universität in Weimar mit dem professionellen Tanz. Er studierte zeitgenössischen Tanz in Berlin, Kopenhagen und Barcelona und erhielt seinen Abschluss an der Danish National School of Performing Arts unter der Leitung von Jeremy Nelson. Er arbeitete mit Choreographen wie Sharon Frídman (ES) und Anne-Mareike Hess (DE/LU) sowie mit Performance Kollektiven wie We Go (DK) und BADco. (HR) zusammen. Als Tanzpädagoge engagiert er im Kulturhaus Barbacka in Kristianstad (SE) tätig und vermehrt auch wieder in seiner Heimatstadt Leipzig.

Abbildung: Ausschnitt aus „Sailing City“, Performance, 2016 Foto: Kurt Pedersen

davidkummer.de
  Katja Lange-Müller (Berlin) – Ehrengast – Literatur  

Die Schriftstellerin Katja Lange-Müller ist Ehrengast im Bereich Literatur. Sie sei ein Glücksfall für die deutsche Literatur der Gegenwart, weil sie in ihren Büchern literarische Brillanz mit einem umwerfenden Humor verbindet, so die begeisterte Literaturkritik. Als Kind einer führenden DDR-Politikerin flog sie mit 16 Jahren wegen unsozialistischen Verhaltens von der Schule, machte eine Lehre als Schriftsetzerin und arbeitete anschließend als Bildredakteurin bei der Berliner Zeitung. Nach einer einjährigen Tätigkeit als Requisiteurin beim DDR-Fernsehen war sie mehrere Jahre Hilfsschwester auf geschlossenen psychiatrischen Stationen. Ab 1979 studierte sie am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig. 1982 folgten ein einjähriger Studienaufenthalt in der Mongolei mit einer Arbeit in der Teppichfabrik Wilhelm Pieck in Ulan-Bator. Nach der Rückkehr in die DDR war sie 1983 Lektorin im Altberliner Verlag. 1984 reiste sie aus der DDR nach West-Berlin aus. Ihr Werk besteht aus Erzählungen und Romanen, in die auch Erfahrungen aus ihrem bewegten Leben einfließen. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und der Akademie der Künste (Berlin). Die Liste ihrer Auszeichnungen ist lang, die 1986 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis beginnt und zu der zuletzt 2017 der Günter-Grass-Preis zählt. Zuletzt erschienen Böse Schafe und Drehtür (beide Kiepenheuer Witsch, Köln). Sie Lebt und arbeitet in Berlin. Ich schreibe ja relativ lange Sätze, erklärt Lange-Müller, die deshalb lang sind, weil ich Wörter spare. In einem Brief, ich glaube, von Engels an Marx oder von Marx an Engels, heißt es: „Entschuldige bitte, dass mein Brief so lang geworden ist, ich hatte keine Zeit.“ Wenn man kurze Sätze macht, dann ist man zur Redundanz gezwungen. Wenn man hingegen sehr präzise, genaue, grammatisch gut konstruierte längere Sätze baut, dann sind sie letztlich sparsamer und auch artistischer. Sie sind schöner.

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus der Erzählung „BESUCH“

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