Juni

  Nora-Eugenie Gomringer  Bamberg  
Geboren 1980 in Neunkirchen / Saar, nach zahlreichen Aufenthalten in den USA Studium der Anglistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Bamberg, Mitorganisatorin des dortigen Poetry Slam, Mitbegründerin des BeGo Verlages und Arbeit als Autorin und Rezitatorin, Veröffentlichungen in  "Gedichte"  (2000, Eigenverlag), "Silbentrennungen Gedichte" (Grupello Düsseldorf) und in verschiedenen Zeitschriften, u. a. "Soma" und "Chimera", Berlin sowie in Anthologien, zuletzt "Mein Song" (Ars Vivendi). Sie erhielt den Kulturpreis der Stadt Rehau (2005).
Mit scheinbar leichtem Instrumentarium bricht Nora-Eugenie Gromringer auf, das Relief der Sprache neu zu vermessen. Dabei entpuppen sich die von ihr gesetzten Wegzeichen nicht selten als in Stein gemeißelte; und dass die Expedition auch vor unwegsamen Gebiet nicht zurückschreckt, erscheint nur folgerichtig. (Grupello Verlag 2002)
Abbildung:  Gedicht "Bewegtes Objekt" aus Wörterbuch (Arbeitstitel)
  Nina Jäckle  Berlin  
Geboren 1966 im Schwarzwald. Erst mit 25 Jahren begann sie zu schreiben, lebte in Paris, Hamburg, München, Wien, jetzt lebt sie in Berlin. Veröffent-lichung mehrerer Hörspiele. Im Berlin Verlag erschien der Erzählband "Es gibt solche" und der Roman "Noll". Im September erscheint der Roman "Gleich nebenan". Sie erhielt Auszeichnungen durch zahlreiche Stipendien u. a. den Hamburger Förderpreis für Literatur, das Stipendium des Deutschen Literaturfonds, das Stipendium des Landes Baden-Württemberg, das Heinrich-Heine-Stipendium Lüneburg.
"Nina Jäckle ist eine sinnliche Autorin, die dem Klang der Wörter nachhört, die fühlt und schmeckt und horcht und Witterung aufnimmt, wenn sich das Un-erwartete ankündigt. In 'Es gibt solche' komponiert sie mit klugen Sätzen, Präzision und ohne einen Funken Sentimentalität unvergessliche Begeg-nungen und existenzielle Grenzgänge, wie sie nur der Liebe eigen sind" (Berlin Verlag). Sie erhält ein Stipendium der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin.
Abbildung: Lesprobe aus dem Roman "Noll"
  Grit Schwerdtfeger  Leipzig  
Geboren 1971 in Anklam, Studium an der Hochschule für Grafik und Buch-kunst bei Joachim Brohm und der Facultad de Bellas Artes Madrid, verschie-dene Förderungen für Arbeitsaufenthalte auf Kuba, in Spanien und in Italien, zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen und Messen; zuletzt "Berliner Liste", Kunstmesse Berlin (2005); "photolondon" London / England; "Distanz" Galerie J.J. Heckenhauer, Berlin (2005).
In ihren Arbeiten untersucht Grit Schwerdtfeger die Peripherien zwischen Stadt und Land, zwischen Land und Natur. Sie sucht menschliche Spuren in der Natur oder deren Spurenbeseitigung und bezieht dabei Hilfsmittel und Sicherungsmaßnahmen zur Betrachtung mit ein. Es geht ihr nicht um die Nähe zu den abgebildeten Personen, eher den Abstand. Ihre Bilder sind das Territorium einer persönlichen Weltsicht, die dem Unspektakulären während eines kurzen Moments des Stillhaltens Prägnanz und Gültigkeit verleiht.
Abbildung: o.T., Fotografie
  Stefan Streich  Berlin  
Geboren 1961 in Schwäbisch Hall, Studium der Gitarre und Komposition an der Städtischen Akademie für Tonkunst Darmstadt sowie an der Musik-hochschule Stuttgart, bei Helmut Lachenmann und Computermusikstudien bei Gottfried Michael Koenig, mehrere Jahre unterrichtete er, gab Vorträge über Neue Musik und leitete den Brüllchor Berlin, Beteiligung an vielen Klang-installationen und medienübergreifenden Gruppenprojekten, zahlreiche Aufführung u. a. "Dramatische Studien 3, 4 und 5", Podewil Berlin (2003) und "Move" beim Festival Traiettorie , Parma / Italien (2005), Auszeichnungen durch Stipendien in Wiepersdorf und Rom durch die Stiftung Kulturfonds Berlin, der Heinrich-Stobel-Stiftung, 1. Preis beim Kompositionswettbewerb der Stadt Stuttgart (1989) und 1. Preis des Kompositionswettbewerbs Musica Viva Pforzheim (1990).
Im Künstlerhaus Lukas möchte Stefan Streich an einem zweiten Teil des Quintetts "Kontur Meer" und des Streichtrios "Kontur Weg" arbeiten. Die bereits vorhandenen Stücke sind beides, Zeitverlauf und Zustand. Es könnte das Paradox entstehen, dass man der Musik in der Zeit folgt wie einer Erzählung und dies gleichzeitig als unbewegte Energie, als Zustand erlebt.
Abbildung: Notenblatt aus "Kontur Stadt"
  Anton Würth  Berlin  
Geboren 1957 in Oberstdorf, Studium an der Fachhochschule Augsburg Typografie und Buchillustration, Tätigkeit als Werbegrafiker, arbeitet seit 1987 als freiberuflicher Maler und Grafiker, Beteiligung an zahlreichen Gruppen-ausstellungen, u. a. "Corporate Identity" (2003), Museum for Art and Design, New York / USA sowie zahlreiche Einzelausstellungen, zuletzt im Gutenberg Museum Mainz (2002) und im Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main (2002), sowie Projekte für "Kunst am Bau" , z.B. "Abakus" Finanzamt Kaufbeuren (2005), zahlreiche Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland, u. a. Klingspormuseum Offenbach, Herzog-August-Bibliothek Wolffenbüttel.
Neben seinen Künstlerbüchern widmet sich Anton Würth auch in Publi-kationen dem Thema Buchkunst und der Gebrauch der Schrift in der Buchkunst. Während seines Aufenthaltes plant er ein originalgrafisches Carnet mit Kupferstichen und untersucht die Fragen: Wie verhält sich Schriftlichkeit zur Auffassung der Zeit als kontinuierlichem Ablauf? Inwiefern agiert Schrift unabhängig vom sprachlichen Bezug? Schrift im Sinne der strukturalistischen Auffassung als Textur führt zu Verräumlichung der Schrift als Gegenposition zur Linearität. Seine Ausdrucksform ist das Ornament in Widerholung und Arabeske. Er erhält ein Stipendium der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin.
Abbildung: Ausschnitt aus "98/99__I und II", Buchobjekt
  Ulrike Haage  Berlin  
Aufgewachsen im Ruhrgebiet, Studium der Musik und Musiktherapie in Hamburg, 1985-89 Dozentin für Orchesterleitung und Improvisation an der Musikhochschule Hamburg, Arbeit u. a. als Pianistin, Keyboard-Künstlerin, Elektronikerin, Klangsucherin, Komponistin, Hörspiel-Autorin, Regisseurin und Verlegerin, Zusammenarbeit u. a. mit Vladimir Estragon, Katharina Frank, Meret Becker, Felix Ruckert, Peter Greenaway sowie diversen Theatern und Orchestern, lebt und arbeitet in Berlin.
Ulrike Haage gilt als Grenzgängerin. Ihre musikalischen Aktivitäten bewegen sich in übergreifenden Bereichen der Musik und bilden ein breites Spektrum musikalischer Entwicklungen und Experimente. Sie entwickelte einen eigenen Stil, Poesie und Musik zu einer Sprache zu vereinen und zählt mit ihren vielschichtigen und sensiblen Klanggebilden zu einer der wichtigsten Elektronikerinnen der deutschen Musikszene (JazzNews). Ulrike Haage wurde von der Jury als Ehrengast in das Künstlerhaus Lukas eingeladen.
Abbildung: Ausschnitt vom Cover ihrer neuen CD "Sélavy"
     
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