September

  Heike Geißler  Halle  

Geboren 1977 in Riesa | Studium der Amerikanistik, Geografie und Politik in Dresden, Germanistische Literaturwissenschaft und Altgermanistik in Halle / Saale | 2001 Alfred-Döblin-Förderpreis, 2003 Förderungspreis des Baye- rischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst | Stipendien u. a. Literarisches Colloquium Berlin (2003) und Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf (2004) | verschiedenen Veröffentlichungen in Antho-logien und Zeitschriften | erste Romanveröffentlichung „Rosa“ (Deutsche Verlags-Anstalt München, 2002). 

Heike Geißlers Texte behandeln in vielerlei Hinsicht die Thematik von Konst-ruktionen und Konzepten besonders in Bezugnahme auf deren Brüchigkeit. Im Projektstipendium im Künstlerhaus Lukas arbeitet sie mit dem Fotografen Adrian Sauer spartenübergreifend zusammen. Mittels der Vor-lage eines ländlichen und Langsamkeit assoziierenden Raumes und dem Landelement Huhn als Fiktion und Faktum spüren sie Zwischenräume als Raum der Vag- heit und Möglichkeit, als dennoch Kommunikationsbestimmenden Raum auf.

Leseprobe „Zwei. Ein Zwischenstopp im Hinterhalt“
  Georg Katzer  Zeuthen  

Geboren 1935 in Habelschwerdt, Schlesien | Studium der Komposition bei Rudolf Wagner-Regeny und Ruth Zechlin in Berlin und an der Akademie der Musischen Künste in Prag bei Karel Janácek | Meisterschüler bei Hanns Eisler seit 1963 freischaffender Komponist und Musiker | 1982 Gründung des der Musikabteilung der Akademie der Künste angegliederten Studios für Elektro-akustische Musik | 1987 Ernennung zum Professor für Komposition an der Akademie der Künste | 1988 bis 1991 Präsident der C.I.M.E (Internationale Vereinigung für elektroakustische Musik), 1990 bis 2001 Präsidiumsmitglied des deutschen Musikrat | Neben seiner kompositorischen Arbeit (Kammer-musik, Orchesterwerke, Solokonzerte, drei Opern, zwei Ballette, 2 Puppen-spiele, Computermusik) beschäftigt er sich mit Multimedia-Projekten und Improvisation.

„Künste wie die Neue Musik haben es heute schwer, sich angesichts des allgemeinen Unterhaltungsterrors zu behaupten“, sagt einer der bedeutend- sten Vertreter der musikalischen Avantgarde in Deutschland. Seiner Meinung nach entsteht Kunst ohnehin „immer an den Rändern“ und dort sei „Frucht-land“. Der zu den bekannten Komponisten der einstigen DDR zählende Georg Katzer ist auf Einladung der Jury Ehrengast im Künstlerhaus Lukas.

Abbildung: handgeschriebenes Notenblatt 
  Peter Rensch  Berlin  

Geboren 1956 in Berlin | nach Ausbildung als Schriftsetzer Typografie-studium an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin | seit 1983 freiberuflicher Maler und Grafiker | 1990 Gründung der ANDANTE Hand- presse Berlin-Schöneberg | 1995 Stipendium der Stiftung Kulturfonds im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop | seit 2005 Dozentur an der OSTKREUZ Schule für Fotografie, Berlin | zahlreiche Ausstellungen u. a. Galerie Gutsch, Berlin, Galerie Megarno, Leipzig, Kunsthaus Guttenberg, Ahrenshoop, Bürgerhaus Grünau, Berlin (2006). 

„Was Rensch produziert, ist ein Gegengift gegen den inflationären Umgang mit Bildern und Zeichen, es ist etwas Seltenes, etwas Kostbares, so etwas wie Geschmeide inmitten von lauter Talmi. Es ist eine Kunst.“ (Peter Modler, 2001)

Abbildung: Endlos-Leporello „Bruno Schönlank - Laufendes Band“
  Adrian Sauer  Leipzig  

Geboren 1976 in Berlin | Fotografiestudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig | Meisterschülerstudium bei Prof. Timm Rautert | 2004 Stipendium des Freistaates Sachsen im Künstlerhauses Schloss Wiepers- dorf | Ausstellungsbeteiligungen u. a. „Vor aller Augen Tromp-l`Œil“, Goethe Institut Paris und „Alles was glänzt Zeitgenössische Fotografie aus Leipzig" Kunstverein Göttingen (2005) | 2005 Mitbegründer der Produzentengalerie Amerika in Berlin | lebt und arbeitet in Leipzig.

Adrian Sauer setzt sich mit der Widererkennbarkeit von moderner Zweck-architektur und deren Vorgaben an den Benutzer und Betrachter ausein-ander, mit den Unregelmäßigkeiten von Materialien, mit den sichtbaren Ober- flächen des Alltäglichen. Seine Fotografien verarbeitet er oft zu digitalen Neukompositionen. Im Künstlerhaus Lukas wird Adrian Sauer zusammen mit Heike Geißler an einem gemeinsamen Projekt arbeiten.

Abbildung: „Restauration, Treppe #2“ Ilfochrome, 100x 69,5 cm, 2004
  Kerstin Seltmann Baruth.  

Geboren 1961 in Berlin | nach Ausbildung zur Frisöse, Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden mit der Fachrichtung Maskenbild | seit 1988 freischaffende Bildende Künstlerin | 1993 Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds, Berlin | 1994 Atelierstipendium in Ahrenshoop | 1995 „vorbei“, Originalgrafikbuch mit Gedichten von Martin Stefke | seit 1998 Mitglied des deutschen Künstlerbundes, zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

„Wenn die Malerin nach Formen, nach Urformen kundschaftet, dann ganz-heitlich im Sinne des Aufspürens, des Musterfreilegens, des Rückbindens an die Einschreibungen des eigenen Schicksals, das vor allem ist Teil ihres Glaubens an den Wert von Malerei heute. Denn für sie bedeutet Malen der Weg.“ (Jörg Sperling, 2003).

Abbildung: „Bienen“, Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 100 cm, 2000
  Tobias Sjögren  Göteborg  

Geboren 1970 in Göteborg, Schweden | 1994 erstes Soloalbum „Hymn“ | 1995 Ord på golvet, Musikimprovisation basierend auf Gedichtfragmenten des schwedischen Dichters Gunnar Ekelöf | 1996 Master of Fine Arts an der School of Music in Göteborg | 1997 Grammy Nominierung für das Album „The Thule Spirit“, 2002 zweites Soloalbum Tobias Sjögren | Komponist für das Ballett „Meget Krafigt Glemt“ choreografiert von Thomas Eisenhardt Uraufführung 1996 in Kopenhagen.

Ein Hauptgedanke der Arbeit von Sjögren ist es, verschiedene Gegensätze, wie Komposition und Improvisation, akustische und elektronische Instrumente zu einer Einheit zusammen zu fügen.

Abbildung: Notenblatt aus dem Stück „060914“
  Peter Törnquist  Göteborg  

Geboren 1963 in Norum / Schweden | lebt und arbeitet in Göteborg als Schriftsteller und Übersetzer | studierte u. a. Geschichte, Archäologie und Soziologie an den Universitäten Umea und Göteborg | Veröffentlichungen: 1998 Buch „Fältstudier“ („Feldstudien“) und 2003 „Lövsågare, inner-kurva“ („Laubsäger, Innenkurve“) | Übersetzungen von norwegischen und englischen Romanen (von Autoren wie Hilde Hagerup, Tore Renberg, Beverley Naidoo und Celia Rees u. a.). 

Peter Törnquist schreibt über das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, Form und Verfall, Zeit und Raum. Aber ebensoviel um die Zwischenräume. Die Tonfälle wechseln zwischen Naturlyrik und Politik, Alltag und Magie, Melancholie und Humor. Er ist Gast als Austauschstipendiat mit dem BCWT.

Leseprobe aus: „Ein Propellerflugzeug flog durchs Zimmer“
UNTERWEGS IM SEPTEMBER
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielten Inke Gundlach und Peter Riedlinger ein einmonatiges Arbeitsstipendium im Weltozeanmuseum in Kaliningrad, Norbert Wiesneth ein einmonatiges Arbeitsstipendium im Deutsch-Russischen-Haus Kaliningrad/Russland und Tanja Zimmermann erhielt ein Arbeitsstipendium in der Villa Muramaris auf Gotland/Schweden.
  Inke Gundlach  Greifswald  

Geboren 1979 in Brunsbüttel | seit 1999 Studium der Bildenden Kunst und Kunstpädagogik am Caspar-David-Friedrich Institut, Universität Greifswald | zahlreiche Ausstellungen u. a. „Gestisches“, Malerei und Grafik, CDF-Institut, Greifswald (2002), „In Autorität“, Zeichnungen, Skulptur, Rauminstallation, temporäre Galerie, Lange Reihe, Greifswald (2003), „Das Europäische Haus“, Zeichnungen, im Rahmen von „Pentiment“, Akademie der freien Künste, Hamburg (2003)

Inke Gundlachs Arbeit setzt sich im weitesten Sinn mit Schönheit aus- einander, die in ihrer puren Form heute kaum mehr thematisiert wird. Ihr Gefühl von Schönheit ist keineswegs auf eine körperliche Schönheit fixiert, sondern meint eher einen Begriff von Schönheit, der Ganzheitlichkeit und Individualität in Einklang zu bringen sucht. Inke Gundlach erhielt ein Aus- tauschstipendium für Kaliningrad im September 2006 im Weltozeanmuseum mit einer Ausstellungsbeteiligung im Deutsch-Russischen Haus.



Abbildung: o. T., Ölwachskreide, Buntstift, Edding auf Papier, 50 x 70 cm, 2003
  Peter Riedlinger – Berlin  

Geboren 1966 in Löffingen, Schwarzwald | 1993 bis 1998 Fotografiestudium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich | 1997 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Timm Rautert und Prof. Joachim Brohm | Barkenhoff-Stipendium des Landes Niedersachen, Künstler-häusermWorpswede (1998/99) | Stipendium der Markelstiftung Stuttgart (1994 bis 1998) | Förderpreis, Prix Michel Jordi de Photographie Genf | zahlreiche Ausstellungen und Projekte u. a. „World Young Photography“ Ljubljana (1996), „Focus 98“ Festival für Fotografie und Elektrokunst, Zeche Zollern, Dortmund (1998).

Peter Riedlinger verwendet in seiner Arbeit verschiedene Formate und disparate Bildstrategien, sowohl in Farbe als auch in schwarzweiß. Er stellt sich der Herausforderung, durch das eigene Sehen und Arbeiten, den Menschen und sein Umfeld in Frage zu stellen, neu zu entdecken und damit auch zeitgemäß zu definieren. Peter Riedlinger erhielt ein Austauschsti-pendium für Kaliningrad im September 2006 im Weltozeanmuseum mit einer Ausstellungsbeteiligung im Deutsch-Russischen Haus in Kaliningrad.

Abbildung: Plagwitz, Leipzig 1997 aus „HERO CITY/HELDENSTADT“
  Norbert Wiesneth – Berlin  

Geboren 1972 in München | 1993 bis 1997 Studium an der Accademia di Belle Arti bei Prof. Concetto Pozzati, Bologna | 1996 Studium an der Facultad de Bellas Artes Madrid bei Christina Garcia-Rodero | 1997 bis 2000 Studium der feien Kunst an der HdK Berlin bei Prof. Rebecca Horn | seit 2000 Mitglied des Künstlerprojekts NORDFENSTER | lebt und arbeitet in Berlin | zahlreiche Ausstellungen u. a.  "Orientierungsangaben" Goethe-Institut Mailand (2004), "La Mysterieuse", Berlin Fuchsbau (2005) | zahlreiche Preise und Stipendien u. a. Kunstpreis des Berliner Fernsehturms (1998), Stipendienaufenthalt im Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop (2002), DAAD Stipendium für Fotoprojekt in der italienischen Poebene (2003) 

Norbert Wiesneths Arbeit entsteht im Spiel mit den Grenzen zwischen Doku- mentation und Inszenierung. In vorwiegend schwarzweißen Fotografien werden dabei Gegensätze und Verbindungen von Organik und Geometrie in Außen- und Innenräumen sowie Architektur und Landschaft ausgelotet. N. Wiesneth erhielt ein Austauschstipendium für Kaliningrad im September 2006 im Weltozeanmuseum mit einer Ausstellungsbeteiligung im Deutsch-Russ- ischen Haus.

Abbildung: „Träger“ SW-Fotografie, 80 x 80 cm, 2003
  Tanja Zimmermann  Klein Warin  

Geboren 1960 in Pirna | Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden | Meisterschülerin bei Prof. Johannes Heisig | Arbeitsaufenthalt in der Stiftung Valparaiso in Andalusien (1997) | zahlreiche Stipendien u. a. der Stiftung Kulturfonds Berlin für das Künstlerhaus Lukas (1998) und für die Papierwerkstatt Gangolf Ulbricht (1999), der Käthe-Dorsch-Stiftung (2000) | lebt und arbeitet seit 2003 in Mecklenburg-Vor- pommern | zahlreiche Ausstellungen u. a. „Goldrausch“ in der berlinischen Galerie (1996) | Arbeiten befinden sich u. a. in der Sammlung der Deutschen Bank, des Sächsischen Kunstfonds, der Künstlerförderung Berlin, der ostdeutschen Sparkassenstiftung, des Literaturarchivs Marbach.

Ihre Kompositionen versuchen das Flüchtige Fragmatische unserer Wahr- nehmung immer wieder in eine fragile Balance zu bringen, die auf einer intuitiven Erfahrung im Umgang mit der „Ordnung der Dinge“ beruht. Sie sind Suchbilder nach Geborgenheit im Naturzusammenhang, entstanden aus dem Bewusstsein, dass wir diesen unwiderruflich verloren haben. Dennoch weckt das Blau als Farbe des Himmels und des Wassers in Zimmermanns Bildern beim Betrachter die Sehnsucht „etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“ (Eckhard Gillen)
Tanja Zimmermann erhielt im September 2006 ein Austauschstipendium für die Villa Muramaris auf Gotland / Schweden.


Abbildung: „Fünf Hunde“, Unikatbuch mit einem Text von Mark Strand, Papierguss, 2000

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