Juli

  Jürgen Brodwolf – Kandern  

Geboren 1932 in Dübendorf bei Zürich | 1948-1952 Ausbildung als Zeichner-Lithograph | 1976-1994 Professuren in Pforzheim und Stuttgart  | Ausstellungen u.a.: 1962 Galerie Dr. Krohn, Badenweiler; 1977 Teilnahme an der dokumenta 6, Kassel; 1982 Teilnahme an der Biennale, Venedig; 1992 „Stätten und Stationen“, Institut Mathildenhöhe Darmstadt; 2003 „Sternbilder, Peter Härtling zu Ehren“, Hölderlin-Gesellschaft/ Hölderlinturm, Tübingen;  2004 „Nekropolis“, Museum für Sepulkralkultur, Kassel; 2008 "Die Flut", Kunsthalle Wil  |  Preise und Stipendien u.a.: 1955 eidgenössisches Kunst-stipendium für Malerei; 1968 Stipendium der Akademie der Künste Berlin; 1970 Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg, Förderpreis; 1975  Kunstpreis der Böttcherstrasse, Bremen; 1981 Hans-Thoma-Preis für Malerei des Landes Baden-Württem-berg; 1986 Kunstpreis der Stadt Darmstadt;  1989 Kunstpreis der Stadt Stuttgart; 1995 Kunstpreis der Künstler Düsseldorf  |  lebt und arbeitet in Kandern/Schwarzwald

Jürgen Brodwolf spielt in seinen Arbeiten mit verschiedenen, oft unkon-ventionellen Materialien, die in der Verbindung mit der Figur einem neuen  Kontext zuführt. Seit 1959 beherrscht die Figur Brodwolfs Schaffen und wird zum char-akteristischen Erkennungsmerkmal seiner Werke. In dieses Jahr fällt seine Entdeckung der so genannten Tubenfigur, ausgedrückte Tuben mit Farbresten und Etikettierung, die er zu Figuren umformt. In unzähligen Variationen tritt sie  Brodwolfs Zeichnungen, Plastiken und Objektbildern auf. 

Abbildung: Ausschnitt aus „Altar: Cadmiumgelb“, Papierfigur, Farbpigment, 2000
  Karin Innerling – Aachen  

Geboren 1942 in Beuthen/ Oberschlesien | 1962-1969 Studium der Architek-tur/ Malerei/ Philosophie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hoch-schule Aachen | Seit 1990 alleinige Inhaberin des Leporello Verlag Aachen | Stipendium: 1995 Stipendium der Stiftung Kulturfond Ahrenshoop | Ausstel-lungen u.a.: 1992 Triennale für Druck und Buch, Nürnberg; 1999 „Bücher-macher“, Buchkunst im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg; 2000 Neues Kunsthaus Ahrenshoop; „Unikatbücher“, Kunstverein Graal-Müritz; 2003 Philadelphia Print Centre/USA; 2006 Toyota Kunstmuseum/Japan; 2007 Klingspormuseum Offenbach | |lebt und arbeitet in Aachen

Im Format eines Buches probt Karin Innerling die Erweiterung ihrer Insze-nierungsmöglichkeiten. Ausgangspunkte für ihre Buchregie sind meist 
vorgefundene, fiktionale Texte von zumeist zeitgenössischen Autoren wie Ingeborg Bachmann, Jürgen Becker oder Oskar Pastior, um inhaltliche 
und formale Begegnungsnetze zu spannen. Sie betrachtet Worte durch Bilder und umgekehrt auf ihre Suggestionsmöglichkeiten hin, sucht nach 
Visualität von Texten und Textualität von Bildern, die bei kohärenter Lektüre oder Betrachtung herausfallen.


Abbildung: Ausschnitt aus „Raumlandschaften-Landschaftsräume“, Künstlerbuch, 2004
  Achim Niemann – Berlin  

Geboren 1951 in Borne bei Magdeburg │ 1966-1970 Ausbildung als Masch-inenbauzeichner │ 1972-76 Pädagogikstudium an der HU Berlin │ 1980- 1985 Malereistudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee │ Seit 1985 frei-beruflich tätig als Maler │ Seit 1989 Dozent an der VHS Berlin-Pankow 
│ 2005-2007 Gastdozent an der FH Erfurt │ zahlreiche Teilnahmen an Symposien u.a.: 1991 „Hinter den sieben Meeren“ in Wernigerode; 1993 
„Brückenschlag“ in Stettin; 1997 „Hausbrand“ in Lichtenstein/ Sachsen; 2001 „Himmelsschlüssel“ in Drübeck │ Stipendien.: 1994/1995 Stipendium des Kunstvereins Schloss Röderhof e.V.; 2001 Arbeitsstipendium des Landes Brandenburg; 2004 Stipendium der Dürr/Thyll-Stiftung für die Casa Zia Lina auf Elba/Italien │ Ausstellungen u.a.: 1996 „Käfig“, Galerie parterre, Berlin; 2000 „vor Procida“, Galerie Gesellschaft Auguststrasse, Berlin; 2002 „schwarz gegen licht“, Brecht-Haus Weißensee; 2004 „o dia deu em chusovo“, Galerie am Markt, Wernigerode; 2006 „singen wie diese Zikade“, Galerie Burg Klempenow │ lebt und arbeitet in Berlin


In Achim Niemanns Arbeiten geht es nicht um die Bilder selbst sondern um die Malerei an sich. Eine Auseinandersetzung mit dem Dasein. Die Malerei wirkt aufgekratzt und aufgebrochen, sie hat etwas Bruchstückhaftes an sich .Ein bedeutender Teil von seinem Werk nimmt den Versuch ein, Musik und Malerei kombinieren zu wollen. So trug der Saxophonist Urs Leimgruber freie Kompositionen nach rhytmisch-strukturierten Zeichnungen von Achim Niemann vor .Diesen Ansatz möchte er in Ahrenshoop weiter verfolgen.

Abbildung: Ausschnitt aus „Choreographie der Kreuze“, Mischtechnik auf Landkarte, 2002
  Christina Ohlmer - Freiburg  

geboren 1960 in Varese/Italien | Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart | 1992-1994 Bühnenassistentin am Stadttheater Freiburg | Stipendien: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg für die Cité Internationale des Arts, Paris und für die CEAA international Strasbourg; Gastatelier für Stipendiaten, Berlin │ Ausstellungen u. a.: 2006 Lluzi, Kunstverein Konstanz; 2004 Schau, Georg Scholz Haus, Waldkirch | Veröffentlichungen, Einzelkataloge: 2001 Les Statistes, 2006 Lluzi | Gastreferentin für Symposium: „Grenzenlos erfor-schen“ in Tbilissi, Georgien und auf dem International Women Festival im Armenian Center for Contemporary Art, Yerevan, Armenien | lebt in Freiburg

Christina Ohlmer möchte in der Gegend um Ahrenshoop in einen Dialog mit Feiningers Zeichenexpeditionen treten und diese Wege nachzeichnen, 
um Perspektivenwechsel aufzuzeigen und neue Räume zu erschließen. Als Grundlage dienen ihr Tagebuchaufzeichnungen Feiningers. Ihre bestimmte, minimalistische aber dennoch figurative Zeichenform mit einer strichartigen Formulierung soll das Zeitbewusstsein offensichtlich machen, indem sie an das Erinnerungsvermögen des Betrachters appelieren.


Abbildung: Ausschnitt aus „Modell“, Tusche auf Transparentpapier, 2007
  Rolf Kemnitzer – Berlin  

Geboren 1964 in Langenfeld | 1984 Theaterregieausbildung an der Ulmer Theaterakademie | seit 1988 Arbeit als Regisseur, Autor und Schauspieler für verschiedne Off-Gruppen sowie an Stadt- und Landestheatern | seit 1995 freier Autor | seit 2003 mehrere Feature-Arbeiten für Deutschlandradio, SWR, WDR und BR | Preise und Stipendien u.a.: 1999 Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste, Berlin; 2000 und 2007 Stipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen; 2005 Deutscher Radiofeaturpreis | Uraufführungen u.a.: 1995 „Kadaverterror“, Volksbühne Berlin; 2002 „Die Bauchgeburt“, Staatstheater Saarbrücken; 2006 „Waschboy“, Staatstheater Stuttgart; 2007 „Die göttliche Odette“, Hannoveraner Kammerspiele | lebt und arbeitet in Berlin

Rolf Kemnitzer möchte im Künstlerhaus Lukas seinen Theatermonolog „Magdalenas Chondrien“ vollenden. Zum anderen arbeitet er an seiner neuen Erzählung „Reise nach Jerusalem“. Als Ausgangsmaterial dienen ihm Tagebuchaufzeichnungen, entstanden während einer dreiwöchigen Reise nach Israel, in denen er seine Begegnung mit den vielen Gesichtern des Landes schildert. Diese bislang ungeordneten Eindrücke möchte er während seines Stipendienaufenthaltes zu einer Erzählung verarbeiten.

Abbildung: Auszug aus dem Theaterstück: „Der Waschboy“, 2005
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