August

  Forum der 13 – Siegen-Saarbrücken-Berlin-Wien- Hamburg-Zürich-Köln-Kiel-Posen-Frankfurt-Basel  

1999 als Zusammenschluss einer jungen literarischen Elite im Internet gegrün- det | derzeit beteiligte Autoren: Martin von Arndt, Klara Beten, Lars-Arvid Brischke, Crauss., Sissy de Leu, Sophia Doms, Markus Hallinger, Herbert Hindringer, Daniel Ketteler, Thorsten Krämer, Synke Köhler, Jörg Meyer, Florian Neuner, Marcus Roloff, Markus Stegmann, Florian Voß | leben und arbeiten in Kiel, Hamburg, Berlin, Köln, Siegen, Frankfurt, Saarbrücken, Posen, Basel, Zürich und Wien

Das Forum der 13 wurde 1999 im Internet gegründet, die ursprüngliche Pro- grammatik zielte auf die möglichst direkte gesellschaftliche Einflussnahme von Literaten via Internet ab. Die Veränderung des Mediums Internet und die stän- dige Fluktuation innerhalb der Gruppe führte zu einer fortlaufenden Revision des Programms. Die derzeitige Programmatik lautet: „Das Forum der 13 ist eine Plattform für gegenwärtige Literatur. Seit der Gründung 1999 hat sich das Forum der 13 stetig verändert. Geblieben ist ein gleichermaßen spieler- isches wie ernsthaftes Hinterfragen von Formen der Verlinkung: Ein Frei- raum.“ Das Forum der 13 präsentiert sich auf ihrer Seite im Internet unter www.forum-der-13.de, wo ihre Texte zu finden sind und die als Diskus-sionsplattform für gemeinsame Projekte genutzt wird. Aus dem Forum der 13 sind von Beginn an immer wieder namhafte VertreterInnen der jüngeren deu- tschen Literatur hervorgegangen.

Aufgrund der Heterogenität der Gruppe können reale Zusammentreffen im- mer nur mit längerem Vorlauf realisiert werden und beanspruchen eine ent- sprechend lange Vorlaufzeit. Treffen zur Diskussion sind dennoch für die Gruppe notwendig; auf ihnen werden anstehende Themen zum Schaffen im Netz debattiert und dadurch auch die eigene Erscheinungsform reflektiert. Die Gruppe interessiert sich aktuell für folgende Themenkomplexe: „Schreiben im Netz: Neue Textformen“ – Gibt es ein spezifisches Schreiben im Internet? Wie sieht es aus und lässt es sich als eigene Kunstform prononcieren? | „Vor- sprung durch Technik“ – Literarisches Verständnis des Internet über tech- nisches Wissen | „Außendarstellung“ – Diskussion über inhaltliche und tech- nische Konzeption von Erweiterungsmöglichkeiten der eigenen Website | „Textproduktion“ – Gemeinsame Arbeit an Themen, Texten als Versuch des gemeinsamen Schreibens, Verknüpfung von Wort und Bild, Wort und Tanz und Musik, Wort und Natur.


Abbildung: Leseprobe zweier Textbeiträge von der Website des Forum der 13.
von Florian Voß „Tinitus“ und von Markus Hallinger „Außer Haus“ 2009/2010

  Martina Morasso – Görlitz  

Konzept: Martina Morasso | Teilnehmer: Juliane Bauer (Tanz), Martina Morasso (Tanz, Choreographie), Walburga Walde (Stimme, Gesang), Mato Nawka (Musik, Komposition, Fotographie) | die Teilnehmer leben und arbeiten in Görlitz und Dresden

Die Leiterin der Gruppe Martina Morasso, gebürtig aus Genua, ist von Hause aus Tänzerin und Choreographin. Nach Engagements an Theatern u.a. in München, Oldenburg, Heidelberg und Berlin und Choreographieassistenzen in Ingolstadt und Landshut, ist sie derzeit Trainingsleiterin und Choreographieas-sistentin am Tanztheater Görlitz. Juliane Bauer ist diplomierte Bühnentänzerin der Palucca Schule Dresden. Seit 2003 war sie an Theatern in Dresden und Malaga engagiert und ist seit 2007 auch choreographisch tätig. Walburga Walde studiert nach dem Abschluss ihres Studiums der Biologie, Musik und Pädagogik an der Universität Leipzig seit 2004 Jazzgesang an der Musik-hochschule Carl Maria von Weber in Dresden. Schon ab 1996 ist sie an Aufnahmen des Sorbischen Rundfunks beteiligt und beschäftigt sich mit sorbischer Sprache und Musik. Mato ist Musiker, Grafiker und Fotograf; als Augenarzt bringt er den wissenschaftlichen Hintergrund für die Beschäf-tigung während des Workshops mit dem Sehen und dem Auge mit.

Der Workshop unter der Federführung von Martina Morasso kreist um das Thema „Das Auge und der unmögliche Raum – Eine Werkstatt für Bewegung, Klang, Stimme und Ab(Bild)“. In diesem Workshop wird es um simultane und parallele Welten gehen und um die Gleichberechtigung der Elemente der Kommunikation und der Koexistenz mehrerer Ausdrucksmittel. Als Teil eines Ganzen sind Klang, Bewegung, Fotografien, choreographische Sequenzen und kurze Melodien gegenseitig austauschbar, die Botschaft bleibt vielfältig und simultan. Es werden Fragen nach der Identität der Wirklichkeit und der Informationen gestellt. Es geht um Freiheit durch/dank Manipulation der Information. Auf der Bühne werden Anreize und Erwartungen erschaffen, womit die Bühne zu einem Erwartungsraum wird. In Anlehnung an den Titel des Workshops wird mit Seherwartungen und Optic Illusion gearbeitet werden, mit Erwartungen und Täuschungen gespielt werden. Dafür sollen Medien und Elektronik zur Verfremdung und Veränderung der Qualität der Stimme und des Klanges, wie auch zur Verfremdung der tanzenden und sich bewegenden Körper und zur optischen Täuschung der Abbilder genutzt werden.


Abbildung: Ausschnitte von Videostills der Performance „Hummerkasten“ mit Martina Morasso, Martina Matzk und Seraphine Detscher, 2007

UNTERWEGS IM AUGUST 
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielt Irene Bisang ein einmonatiges Arbeitsstipendium im „Grafikenshus Mariefred“ in Schweden und Stephanie Hotz im „NES - Artist Residency Skagaströnd“ in Island.
  Irene Bisang – Berlin  

geboren 1981 in Luzern │ 1997-98 Vorkurs Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern │ 1998–99 Aufenthalt in Schweden, Kunstschule Skövde │ 1999-2000 Grundstudium Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern │ 2000-01 Grundstudium der Malerie Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig │ 2002-05 Studium der Malerei an der HGB Leipzig bei Prof. Arno Rink │ 2005 -07 Studium der Malerei bei Prof. Neo Rauch │ seit Oktober 2007 Meisterschülerin bei Prof. Neo Rauch │ Preise u. a.: 2008 Ausstellungspreis der Kunstgesellschaft Luzern, Kunstmuseum Luzern │ 2009 Kiefer Hablitzel Preis, Kieger Hablitzel Stiftung, Bern │ Einzelausstellungen u. a.: 2007 „In der Zeit ist Staub gefallen“, Laden für Nichts, Leipzig │2007 „Am anderen Ende“, Galerie Hübner, Frankfurt am Main │ 2009 Kabinettausstellung anlässlich des Ausstellungspreises, Kunstmuseum Luzern │ 2009 Galerie Hübner, Frankfurt am Main │ Ausstellungsbeteiligungen u. a.: 2007 „Gib mir fünf“, Gruppenaus-stellung im Projektraum Zern, Berlin │ 2008 „Portrait“, Galerie Hübner & Hübner │ 2009 „Menschenbilder 1620/2009“, Museum Abtei Lieseborn │ 2009 „Unter 30 VII“, Kunstmuseum Thun │ lebt und arbeitet in Berlin 

Irene Bisang beschäftigen mehrere Themengebiete gleichzeitig. Anlass können Erinnerungen, Empfindungen und Momente von Geschautem sein, in denen die Künstlerin Potenzial für ihre malerische Beschäftigung sieht. Diese Eingebungen sind Teil einer Art „Zeitgespinstes“. Elemente aus Märchen-welten, alte Fotos etc. kommen darin ebenso vor wie Fragmente des aktuellen Zeitgeschehens. Gerne bewegt sich die Künstlerin dabei im „Luftleeren Raum“. Indem sie alles zulässt, entstehen Komplexitäten, die vorher so nicht erdacht waren. Oft ergeben sich aus Querverbindungen wieder neue Arbeiten. 

Abbildung: Ausschnitt aus o.T., Öl auf Holz, 20 x 17,5 cm, 2007

  Stephanie Hotz – Berlin  

geboren 1980 in Dresden | 1999-06 Studium der Freien Kunst und der Visu- ellen Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar │ Preise u. a.: 2007 Auszeichnung beim Junior-ADC Award (DMAX-Kampagne) │ 2008 ADC Deutsch-land Bronze Award (DMAX-Kampagne) │ 2008 Lead-Award (DMAX-Kampagne) │ Stipendien u. a.: 2003/04 Erasmus-Stipendium für Barcelona/Spanien │ 2005-06 DAAD-Jahresstipendium zur künstlerischen Weiterbildung für Tokyo/Japan │ 2008 Shortlist Projektstipendium 104 Cent Quatre, Paris │ 2008 Graduiertenstipendium des Freistaates Thüringen │ 2009 DAAD-Reisestipendium für Graz │ 2009 Artist in Residence, Rondo-Künstleratelier des Landes Steiermark, Graz/Österreich │ 2009 Artist in Residence, Künstlerateliers Skriduklaustur, Island │ Einzelausstellungen u. a.: 2006 „Juicy Breezes“, Toride Art Museum, Tokyo/Japan │ 2006 „My Melody Swarm“, Bauhaus Universität Weimar │ Ausstellungsbeteiligungen u. a.: 2005 „Chizuato – Waseda and Geidai Zuhou“, Taito-ku designers village, Zokyo/ Japan │ 2008 „ORIENTED STRAND BOARD, OSWALD Berlin │ 2008 „No Shooting Time for Foxes“, OSWALD Berlin │ 2009 „Landscapes“, Rondo-Künstleratelier des Landes Steiermark, Graz │ lebt und arbeitet in Berlin

Stephanie Hotz sucht Orte, die der Aura, der Schönheit und der Luft genü- gend Platz geben sich auszudehnen. Der Umbau und die Erneuerung von gefundenen, abgenutzten Objekten und Materialien, die keine Schönheit mehr besitzen oder unauffällig und neutral anmuten sind der Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Arbeiten. Die Materialen werden gesammelt, sortiert, umge- wandelt und erhalten im Kleid der Vervielfältigung und Massendarstellung eine zweite Chance sich zu zeigen. Die Objekte werden zu lebendigen Pixeln. Alle einzelnen Funde werden Teil des gesamten Bildes und entwickeln mit anderen gleichen Objekten eine neue Struktur. In dieser Verdichtungsarbeit und Pixelung entstehen großflächige Rauminstallationen, Collagen, Bilder und Skulpturen. Mit der Präsenz der einzelnen Teile entwickelt sich die Identität der neuen Struktur und verbindet sich mit der Erzählebene. 

Abbildung: Ausschnitt aus „Grasmaschine“, aussortiertes farbiges Papier und Klebstoff auf Papier, 2009

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