Februar

  Oleg Blyablyas - Kaliningrad  

geboren 1967 in Nizhny Tagil/Russland | 1984-90 Studium der Kunstpädago- gik an der Nizhny Tagil Socio-Pedagogic Academy | Preise u. a.: 2007 Ge- winner der International Art competition „Tower Kronprinz: Second Advent“ | 2008 Gewinner des Annual Russian national award for Contemporary Arts „Innovation“ | 2009 Gewinner der Competition for Annual festival „Contempo- rary Art in Traditional Museum“, ARTE Institute St. Petersburg |  Festivalteil-nahmen u. a.: 2001 „Bottom Land of Time“, Festival of Land Art, Nizhny Nov- gorod/Russland | 2004 Festival of New Theatre, Meyerhold Center, Moskau |  Projekte u. a.: 2009 Projekt „Inner Ural“ | 2009 Internationales Projekt „Sound ArtCamp“ | 2009 Projekt „Art on Site“, Moskau Biennale | Seminare u. a.: 1999 „Contemporary Art: History, Tendencies and Prospective of Development“, Internationales Symposium, Nizhny Tagil/Russland | 2001 “Ecology of Art in Industrial Landscape”, Internationales Seminar, Nizhny Tagil/Russland  | lebt und arbeitet in Kaliningrad/ Russland 

Der vielseitig interessierte Künstler Oleg Blyablyas arbeitet während seines Stipendiums im Künstlerhaus Lukas an einer Serie von Zeichnungen, die von der Ortschaft Ahrenshoop inspiriert ist. Nach der Fertigstellung sollen diese Zeichnungen in eine Animation umgewandelt und vor Ort präsentiert werden.

Abbildung: „Peace of Nights – Ahrenshoop“, Zeichnung, 2010
  Franziska Brandt - Berlin  

geboren 1978 in Halle an der Saale | 1997-2000 Ausbildung zur Ergothera-peutin | ab 2000 Studium der Malerei an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle/Saale | 2007 Diplom | Ausstellungsbeteiligungen u.a.: 2008 „So nah wie nie zuvor!“ Kunstverein Rügen, Putbus; „Tolle Atolle“ Kunstpalast Wedding International, Berlin; „Berliner Kunstsalon“ Humboldt-Umspannwerk, Berlin, „Bande 1“ dieschönestadt, Halle; „Brut“ dieschöne-stadt, Halle, „Email“ Kunstverein Coburg; 2007 „Alte Freunde - Neue Freunde“ Galerie Hartwich, Rügen; „100 Jahre Volkspark“ Volkspark Halle; „nimm diese und zwei von den anderen“ Projektraum Invalidenstraße, Berlin; „24 Stunden-ausstellung“ Westwerk, Leipzig; „dieschönestadt auf der UND#2“ Karlsruhe; 2006 „Lights“ Projekt im öffentlichen Raum in Turin (Italien); „einunddasselbe!“ Universität Leipzig; 2005 „Malerei – Grafik“ Mühlweg 39, Halle; „Greater Chateau 5000“ Galerie Felsenstraße, Halle; „Kurzschluß“ Möbeloase, Stuttgart | lebt und arbeitet in Berlin

„In meinen Bildern geht es um die angebliche naturgegebene Deutung von Architektur als Funktion, sowie der Neubestimmung meiner Stellung als Subjekt zum Objekt der Architektur oder dem, was für solche gehalten wird oder dem, was uns als solche vorschwebt. Ich dachte, die Architektur um mich herum spiegelt den zeitgenössischen Bezug zur Welt wieder. Ist der Mensch oder die Architektur problematisch? […] Ich entkleide das Objekt Architektur von seinen zugeschriebenen Bedeutungen, so dass es zu seinem eigenen Bezugspunkt wird.“ Franziska Brandt setzt sich aktuell mit dem Erleben unbekannter räumlicher Situationen auseinander, die das Thema der Urbanität behandeln und Fragen stellen nach der Beeinflussung von menschlichem Denken und Handeln durch Begrenztheit und Weite, von Verlassenheit und Impulsivität im gestalteten Raum. 

Abbildung: Ausschnitt aus: „Absperrung 2“, 2008
  Hyoung-Min Kim - Berlin  

geboren 1980 in Südkorea | 1998-2002 Korea National University of Arts, School of Dance | 2002/03 EDDC Guest | Stipendien: 1998/2000/2001 The Korean National University of Arts | 2006 The Arts Council Korea | Enga- gements, Projekte u.a.: 2002 LDP Company, Seoul | 2004 Toulas Limnaios Company, Berlin | 2006 Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin | 2007 Con- stanza Macras & Dorky Park, Berlin | Choreographien u.a.: 2004 „Time“, Tanzfabrik, Berlin | 2005 „Image mit der drei“, Lucky Trimmer, Tacheles, Berlin | 2005 „The Room“, Tanzfabrik, Berlin | 2007 „Call Back“, Spring Wave Festi- val, LIG Art Center, Seoul | 2008 „Hello“, Julidans Festival, Melkweg, Amster- dam | arbeitet zusammen mit Lena Soon Hee Meierkord, Stipendiatin im Feb- ruar 2010 | lebt und arbeitet in Berlin

Aufführungen und Performances entstehen meist aus dem Zusammenwirken mehrerer Komponenten, etwa der Kombination von Tänzern, Licht, Bühnen- bild, Musik etc. Hyoung-Min Kim glaubt, dass diese einzelnen Elemente auch für sich alleine stehen und sprechen können. Bei ihrer Beschäftigung mit die- ser Reduktion hat sie Musik, Licht, Tänzer und Bühne als einzelne Elemente ausgewählt und versucht eine Möglichkeit zu finden, diese darzustellen und auszudrücken, ohne dass sie von den anderen Elementen unterstützt wer- den müssen. Keines der Elemente wird daher zu einer rein unterstützenden Funktion zurückgestuft. In der Fokussierung auf den Tänzer oder die Tänz- erin möchte Hyoung-Min Kim zeigen, wie diese/r auch ohne die Unterstützung durch andere Kunstformen auftreten und darstellen kann. Der Hintergrund dafür bildet die traditionelle koreanische Malerei, in der die „Schönheit der Leere“ gilt.

Abbildung: Ausschnitt aus der Performance „missing link“
  Bettina Krieg – Berlin  

geboren 1981 in Würzburg | 2002-09 Universität der Künste, Berlin, Meister-schülerin bei Prof. H. J. Diehl und Rudolf Lucander | Preise und Stipen-dien: 2005 Erasmus-Stipendium École Superieure des Beaux Arts de Marseille | 2005 Stipendium der Schweitzer-Cumpana-Stiftung, Bukarest | 2006 Erster Preis, Hertie School of Gov- ernance | 2007 NICA-Austausch-stipendium Australian National University, Canberra | 2010 Gastaufenthalt in der Villa Aurora, Los Angeles | Einzelausstellungen  u.a.: 2007 Arbeiten auf Papier, Spesshardt & Klein | 2009 BLACK HOLE, Cream Contemporary, Berlin   Gruppenausstellungen u.a.: 2008 Diplom-Absolventen-Ausstellung, UdK Berlin | 2009 "EXOTICA", forgotten bar project, Berlin 2009 "FIVE THIRTY THREE Gallery, Los Angeles 2009 "THE LORD WINK AWARD", Istabul/Türkei lebt und arbeitet in Berlin



Bettina Krieg geht es in ihren Zeichnungen nicht um die Wiedergabe von Realität, sondern um deren poetisches Erfassen. Die dargestellten Realitäts-bezüge sollen in Frage gestellt werden und in einem ständig wechselnden Wahr- nehmungsprozess neu geformt werden. In ihrem Arbeitsprozess geht sie von eigens gesammelten Bildern aus, die ihr gleichzeitig als Inspiration für ihre Zeichnungen dienen. Es sind meist Gegenstände, die ihre Funktion ver-loren haben und scheinbar keinen Nutzen mehr haben. Sie versucht in ihnen neue Formen entstehen zu lassen, ihnen so gewissermaßen ein neues Leben zu geben. Die gebrochenen Einzelteile werden in eine Konstruktion lebendiger, auch organisch wirkender Strukturen umgewandelt. Die Zeich-nungen entziehen sich einer eindeutigen Erfassbarkeit und laden zu länger-em und mehrmaligem Betrachten ein.

Abbildung:  Ausschnitt aus: ohne Titel, Zeichnung/Installation, 2008
  Lena Soon Hee Meierkord – Berlin  

geboren 1976 in Seoul/Korea | 1989-1993 Berliner Tanzakademie und Deu- tsche Oper Berlin | 1995-1998 Bühnentanz, Die Etage, Schule für darstellende Künste, Berlin | 2000-2002 Zeitgenössischer Tanz, Performance Arts Re- search and Training Studios, Brüssel | 2006 Stipendium der Berliner Senats-verwaltung für Wissenschaft, Kultur und Forschung im Bereich Tanz, Fort- bildungsaufenthalt in New York | Berufliche Tätigkeiten, Engagement, Projekte u.a.: 2001-2002 „Stella Polaris“, Théâtre de la Bastille, Paris, Choreographie: Shani Granot | „Stif“, Kreation/Tanz: Claire Godsmark und Lena Meierkord, Kaaistudios, Beursschouwburg, Brüssel | 2002-2004 Mitglied der Cie. Toula Limnaios | 2004 „Concert-Improvisation-Serie“, mit Keith Thompson, Ingo Reulecke und anderen, Sudio LaborGras, Berlin | 2005 „Assorted Objects of Power“, Tanzhaus Wasserwerk, Zürich | „Meine Melodie“, Regie: Tamer Yigit, HAU 3, Berlin | 2006 „I, myself and me again“, Assistenz der künstlerischen Leitung LaborGras, Akademie der Künste, Berlin | 2007 „Boreas“, künstler- ische Leitung: Karine Pointies, Produktion LOD, Vooruit, Gent; Kaaitheater, Brüssel; Concertgebouw, Brügge | arbeitet zusammen mit Hyiung-Min Kim, Stipendiatin im März 2010 | lebt und arbeitet in Berlin

In ihren jüngsten Arbeiten beschäftigt sich Lena Meierkord mit dem Thema „Han“, das zu einem Teil ihrer Tanz- und Performancearbeiten geworden ist. „Han“ ist ein Konzept in der koreanischen Kultur und kann als ein Merkmal beschrieben werden, das ein kollektives Gefühl der Unterdrückung und Iso- lation angesichts unerträglicher sozialer und politischer Ungleichheit aus- drückt. Es verbindet Aspekte der Wehklage und ein Gefühl der Verzweiflung über begangenes Unrecht und die Akzeptanz dieser Umstände als Teil der koreanischen Geschichte. Das „Han-Gefühl“ äußert sich in unterdrückter Aggression und ist auch in den Filmen koreanischer Regisseure, etwa Kim Ki Duk oder Chan-Wook Park, zu finden. Die extremen Zustände, die sich in diesem Gefühl äußern, möchte sich Lena Meierkord für ihre Arbeit zunutze machen und den „Moment der Gewalt“ als physischen Ausdruck und als Körpersprache untersuchen.

Abbildung: Ausschnitt aus: Duo „District“ mit Hyoung-Min Kim (Abb.)
  Petra Ottkowski - Leipzig  

geboren 1967 in Münster | 1990-1997 Visuelle Kommunikation an der FH für Design in Münster und Buchkunst an der Hochschule für Grafik und Buch- kunst Leipzig | 1997-2002 Malerei an der HGB Leipzig | 2002 Air Art 2002 der EADS für junge Kunst | 2003 Landesstipendium Schleswig-Holstein im Künst-lerhaus Eckenförde | 2005 Meisterschülerin unter Arno Rink | Ausstellungen u.a.: 2002 9. Leipziger Jahresausstellung, Messehaus am Markt, Leipzig | 2003 „wasserfest“, Künstlerhaus Eckenförde | 2004 DMT – Gesellschaft für Geotechnik und Umweltschutz, Leipzig | 2005 Galerie Blüthner, Leipzig | 2006 „under construction“, Galleria Fabjbasaglia, Rimini und Galerie Binz & Krämer, Köln | 2008 „Malerei – zwei Meisterschülerinnen von Arno Rink“, Kunstverein Hohenaschau (mit Yvette Kiessling) | „Schattenboxen“, Galerie Hartwich, Sellin | lebt und arbeitet in Leipzig





In ihrer Serie „Schattenboxen“ untersucht Petra Ottkowski elementare Licht- und Schattensituationen anhand von Kisten, in die schattenwerfende Drähte gespannt sind und die geometrische Grundformen wie Rauten, Kreise und Vielecke bilden. Daneben tauchen auch Bandornamente und Mäanderformen auf, die für eine Umlenkung und Aufbrechung der Schlagschatten sorgen. Die Schatten verselbstständigen sich so zu einem abstrakten Muster; Ornamente und Schattenornamente, das heißt ‚falsche’ und ‚richtige’ Schatten, gehen eine Verbindung ein. In anderen Arbeiten tauchen mehrere dieser Schatten-kisten in stilllebenähnlichen Arrangements auf – als kleine, mathematische Stillleben. Diesen Ansatz möchte die Künstlerin weiter ausbauen und daraus großformatige Stillleben und Interieurdarstellungen entwickeln, in denen mathematische Objekte und Einrichtungsgegenstände eine Hauptrolle spielen. Diese Bilder stehen in der Tradition des Bilderentstehens, der Perspektivlehre und des Zeichenunterrichts des 19. Jahrhunderts, in dem die sogenannte „Klötzchenklasse“ eine Vorstufe des eigentlichen Malens darstellte.

Abbildung: Ausschnitt aus „Stufenhexacubus“, Acryl auf Leinwand, 2008
  Tom Rojo Poller – Berlin  

geboren 1978 in Osnabrück | 1996-1998 Jungstudent in Komposition, HfM Detmold | 1998-2007 Kompositionsstudium, UdK Berlin | 1999-2008 Studium der Germanistik, Philosohphie und Musikwissenschaften, HU und TU Berlin | 2003 Studium am Royal College of Music, London | 2007 Meisterschülerex- amen in Komposition, UdK Berlin | Auszeichnungen und Stipendien u.a.: 1993-1997 Fünfmaliger Preisträger des Wettbewerbs „Schüler komponieren“ | 1996 Andreas-Werckmeister-Förderpreis Halberstadt | 2002 Gasag-Kunst- preis | 2005 und 2008 Kompositionsstipendium des Berliner Senats | 2006 NaFöGStipendium des Landes Berlin | 2007 Sonderpreis Alea, Kompositions-wettbewerb, Boston | 2009 Arbeitsstipendium an der Cité Internationale des Arts, Paris | Kompositionen u.a.: 1998 „Divertimento – eine Unterhaltung“ für Flöte und Klavier | 1999 „Ravenous“, Filmmusik für Klarinette, Fagott, Schlag- zeug, Klavier, Violine und Viola | 2000 „Thanatos“, auf Texte von Paul Celan, Rainer Maria Rilke, Durs Grünbein und Antiphilos von Byzanz, für Mezzo-sopran, Bariton, Kammerensemble | 2001 „Die Hummerquadrille“ nach Lewis Caroll, für Violine, Violoncello und Klavier | 2002 „Münchhausen“ – eine Opernszene | 2005 „Constellatio splendens“, für Altflöte, Horn, Viola, Schlag- zeug und Harfe | 2006 „Gehen“, nach Thomas Bernhard, für Altflöte, Klari-nette, Horn, Violoncello, Klavier, Harfe und Schlagzeug | 2007 „Hyperborea“, für Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Harfe und Klavier | 2008 „ZeitRäume“, für Ensemble und Video (von Nicolas Wiese) | lebt und arbeitet in Berlin

Tom Poller dienen literarische Texte häufig als strukturelle und expressive Vorlage für seine Kompositionen. Thomas Bernhards Erzählung „Gehen“ etwa hat ihn schon während einer wissenschaftlichen Arbeit, einer Unter-suchung seiner musikalischen Tendenzen, und als Vorlage für eine gleich-namige Ensemblekomposition beschäftigt. Dieses Instrumentalstück möchte er in ein „Hörstück“ umwandeln, in dem beide Perspektiven – die textanalytische und die expressiv-musikalische Seite – zum Ausdruck kommen und so eine Mischform zwischen einem konventionellen Hörspiel und einer rein musikal-ischen Komposition entstehen lässt. Ziel dieser Umwandlung ist es, die be- reits in Bernhards Text angelegten musikalischen Züge zu verstärken und durch die Verbindung mit der Musik zum Ausdruck zu bringen.



Abbildung: Notenblatt aus der Komposition zur Erzählung „Gehen“ von Thomas Bernhard
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