Juni

  Dmitry Bulatov – Kaliningrad  

geboren 1968 in Kaliningrad/Russland | Künstler, Forscher, Kunsttheoretiker | seit 1998 Kurator des Nationalen Zentrums für zeitgenössische Kunst, Kalin-ingrad | Preise u. a.: 1998 Preisträger des Preises Recognition | 2000 Kleiner Booker Preis | Stipendien u. a.: 2001 Stipendiat der Russischen Literatenunion | Einzelausstellungen u. a.: 2008 „Sense Alert“, ArtLaboratory, Berlin | Aus- stellungsbeteiligungen u. a.: 2004 „3durch3, Kassel | 2007 „Technology Expanding the Horizon“, College of the Arts, Columbus | 2007 „Victory over the Sun", National Centre for Contemporary Arts, Moskau | 2009 „Corpus Extremus (Life+)“, Exit Art, New York | Festivalteilnahmen u. a.: 2005 Long Histories-3 Festival, Yekaterinburg | 2006 Up to date, Santiago | 2008 Days of Science, St. Petersburg | 2009 Science Art Festival, Moskau | Veröffentlich- ungen u. a.: 1996 „Experimental poetry. Selected articles“, Malbork | 1998 „point of View“, Olsztyn | 2001 “Homo Sonorus” | lebt und arbeitet in Kalinin-grad/Russland 

Dmitry Bulatov organisierte eine Reihe von internationalen Publikationen und Ausstellungsprojekten, die sich interdisziplinär mit den verschiedenen As- pekten der Kunst auseinandersetzen. Er hat an einer Vielzahl von internatio- nalen Festivals, Ausstellungen und Konferenzen zu den Themen der zeitge-nössischen Literatur und Kunst teilgenommen und zahlreiche Vorlesungen an verschiedenen Universitäten gehalten. Während seines Aufenthalts im Künst-lerhaus Lukas arbeitet er an seiner Autorenausgabe „Evolution Haute Couture Art and Science in the Post-Biological Age, Part 1“, die er beenden und vor Ort mit der gleichnamigen Ausstellung präsentieren möchten. Gleichzeitig möchte er mit dem zweiten Teil der Autorenausgabe beginnen. 

Abbildung: Ausschnitt aus „no poem - visuelle poesie“, 1998

  Carl Martin Hansen – Bergen/Norwegen  

geboren 1956 in Odense/Dänemark | 1990-1994 Staatliche Kunstakademie, Bergen | 1992/93 Hochschule der Bildende Künste, Hamburg | 1998 Kunst-akademie Düsseldorf | Preise und Stipendien u.a.: 1995, 1996, 2002, 2003, 2005 Ausstellungsstipendium, Norwegisches Kulturministerium | 1996, 2000 Stipendium der Stiftung Ingrid Lindbäck Langaard | 1997, 2001, 2003, 2008 Projektunterstützung der Stadt Bergen | 1997, 2000, 2003 Staatliches Kunst-stipendium, Norwegen | Stipendium der Stiftung Chr. Lorck Schive | 2003 Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop | 2003, 2007 Staatliche Projektunterstütz- ung, Norwegen | 2005 Kulturstipendium der Stadt Bergen | Ausstellungen u.a.: 1990 Kunstverein Holbæk, Dänemark | 1995 Künstlerzentrum Akershus, Norwegen | 1996 Museum Drammen, Norwegen | 1997 Zentrum für Gegen-wartskunst, Trondheim | 1997 Kunstraum USF, Bergen | 2001 Atelierhaus Aachen | 2003 Kunstverein Haugesund, Norwegen | 2004 „Vibration“, Künst-lerzentrum Drammen, Norwegen | 2006 Kunstmuseum Sogn og Fjordane, Førde/Norwegen | 2008 Gesellschaft für Bildende Kunst, Trier | 2008 Zeichenmuseum Laholm, Schweden | lebt und arbeitet in Bergen

Carl Martin Hansen arbeitet mit Zeichnungen und Skulpturen, wobei ihn die Übergange zwischen der Zwei- und Dreidimensionalität interessieren. Bei seinen Skulpturen benutzt er hauptsächlich Epoxydharz, aus dem er große, reliefartige Flächen bildet. Das Material vermittelt einen Eindruck von Körper-losigkeit, während gerade die Oberfläche einfallendes Licht in immer neuer Weise bricht. Der Grenzbereich zwischen den Dimensionen kommt beson- ders bei den großflächigen Wandinstallationen aus Farbe und Draht zum Vorschein. In ihnen versucht er den Raum aktiv nutzbar zu machen, um so eine räumliche Erfahrung zu kreieren und zu ermöglichen. Die Zeichnungen, aus Kohle und meist auf Papier oder Leinwand, entstehen in einem Arbeits-prozess, bei dem die Intuition und das Unbewusste im Vordergrund stehen. Musik dient Carl Martin Hansen dabei als Inspiration; dennoch sind die Zeich-nungen nicht deren Verbildlichung, sondern der abstrakte Ausdruck innerer Bilder und Impulse.

Abbildung: Ausschnitt aus ohne Titel, Epoxid Harz, 2006

  Noriko Kawakami – Köln  

geboren 1955 in Ehime/Japan | 1974-77 Privatunterricht in Komposition | 1977 -81 Kompositionsstudium an der Kunitachi-Musikhochschule, Tokio | 1981-87 Lehrtätigkeit an verschieden Musikschulen in Tokio | 1986 Teilnahme an der „7. Kusatsu International Summer Music Academy“ bei Toshio Hosokawa | 1988-1991 Folkwang-Hochschule, Essen | 1994 Meisterkurs bei James Dillon und Ole Lützow-Holm in Göteborg | 2006 Gastdozentin am JML-Seminar/Irino Institut und an der Ueno-Gakuen-Universität, Tokio | Preise und Stipendien: 1990 Stipendium für den „Internationalen Ferienkurs für Neue Musik“, Darm- stadt | 2004 Stipendium des ZKM Karlsruhe | 2007 Stipendium des Künstler-hauses Eckenförde | Kompositionen u.a.: 2001 „invisible colour“, für Kontra- bass, Klavier und Live-Elektronik | 2002 „Namenlose stimme(n)… quasi ein Gedicht“, für Sopran, Altsaxophon, Violoncello und Harfe | 2003 „Lustgarten“, für Schlagzeug und Elektronik | 2004 „An der Staffelei“, für zwei Saxophone und Elektronik | 2007 „Blick“, für Flöte, Klarinette, Klavier, 2 Violinen, Viola und Violoncello | 2007 „Farbschattierung“, für Saxophon, Akkordeon und Violon- cello | lebt und arbeitet in Köln

Noriko Kawakami beschäftigt sich intensiv im Bereich der elektronischen Mu- sik und der Computermusik. Ihr Interesse gilt dabei besonders dem Arbeits-prozess, bei dem man das Innenleben des Klanges sieht und dessen Eigen-schaften technisch ändern kann. Zugleich sucht sie die Verbindung zwi- schen den Interpreten und der Elektronik, so dass ihre Werke in enger Zu- sammenarbeit mit den Musikern entstehen. In ihrer Komposition „An der Staffelei“ stellt sie Lautsprecher und Instrumente auf der gleichen Klang- ebene dar. Insofern wurde das Stück als sechsköpfiges Ensemble für zwei Saxophone und vier Lautsprecher komponiert. Der Schwerpunkt des Werkes liegt auf der Beziehung zwischen den Lautsprechern und den Live-Musikern. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwiefern die Klänge aus den Lautsprechern die Musiker beeinflussen und ob die Lautsprecher tatsächlich wie ein Instrument wirken und als solches von den Zuhörern angenommen werden.

Abbildung: Ausschnitt eines Notenblattes aus dem Stück „Blick“, 2007

  Maria Sewcz - Berlin  

geboren 1960 in Schwerin | Diplom und Meisterschüler an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig | 2005-07 Lehrauftrag an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig | Stipendien u. a.: 1999 Arbeitsstipendium, Stiftung Kunstfonds, Bonn | 2004 Projektförderung, Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin | 2005 Dorothea-Erxleben-Stipendium, HBK Braunschweig | Einzelausstellungen u. a.: 2004 „point out“, Haus am Waldsee, Berlin | 2006 „hier und darüber hinaus“, Galerie im Prater, Berlin | 2009 „Fotografien“, Sprengel Museum Hannover | Ausstellungsbe- teiligungen u. a.: 2009 „Art of two Germanys/Cold War Cultures“, LACMA, Los Angeles | 2009 „Kunst und Kalter Krieg - Deutsche Positionen 1945 - 1989“, GNM, Nürnberg; DHM, Berlin | 2009 „Übergangsgesellschaft, Szenen und Porträts“, Akademie der Künste, Berlin | 2010 „Die andere Leipziger Schule“, Kunsthalle Erfurt

Das Thema Urbanität, das Spannungsverhältnis von menschlicher Kultur und Natur, von Gebautem und Gewachsenem steht im Mittelpunkt meiner künst-lerischen Arbeit. Meine Bilder entstehen in der Spannung von Innen(raum) und Außen(raum), Nähe und Distanz, Traumsequenz und fremder Realität, internem und externem Zeichensystem.


Abbildung: Abbildung: Ausschnitt aus o. T., Berlin 2006, Fine Art Print
  Sabine Vogel – Potsdam  

geboren 1971 in München | 1992/93 Studium am Jazzprojekt des Freien Mu- sikzentrums in München | 1993 – 1997 Jazz-Studium am Bruckner-Konser-vatorium in Linz | 2005 Lehrauftrag an der Universität Potsdam | Förderungen und Stipendien u.a.: 1997 Einladung zum IASJ-Meeting (Association of Schools of Jazz) in Siena | 2004 Förderung einer vierwöchigen Konzertreise durch den Berliner Senat | 2005 Projektstipendium der Akademie Schloss Solitude | 2007 Projektförderung durch die Initiative Neue Musik e.V., Berlin | composer in residence am Institut für elektro-akustische Musik Stockholm | 2008 Arbeitsstipendium für Musik des Ministeriums für Wissenschaft, Forsch- ung und Kultur des Landes Brandenburg | Ausstellungen: 2001 Klanginstal-lation für die Ausstellung „landscape office“ von Catherine Callahan, Art Society of Kingston, New York | 2002 „EXO“, Kleinert/James Art Center, Woodstock, New York | 2005 „RESONANCE – Echoing throughout Stock-holm“, Solokonzert mit anschließender Klanginstallation | Diskographie u.a.: 2004 „No idea – Festival 2004“ | „Schwimmer – 7x4x7“ | 2006 „Aus dem Fotoalbum eines Pinguins“ | 2007 „sieben mal solo“ | lebt und arbeitet in Potsdam

Die Flötistin Sabine Vogel beschäftigt sich intensiv mit modernen Spieltech-niken, Klang und Improvisation und hat ein eigenes Vokabular auf ihrem Instrument entwickelt, sowohl akustisch, als auch hinsichtlich der Erweiter- ung um elektronisches Equipment und bestimmte Mikrophonierung. Derzeitig setzt sie sich mit Fieldrecordings und (Live)Sampling-Programmen ausein-ander. Neben eigenen Projekten wie PHONO_PHONO und SCHWIMMER arbeitet sie mit bildenden Künstlern, Schauspielern, Tänzern und verschie- denen Komponisten zusammen. Seit 2008 arbeitet sie u.a. in Kooperation mit der Choreographin Shannon Cooney, in gemeinsamer Arbeit entstand das interdisziplinäre Projekt „Wolfsgeheul“. Sabine Vogel erhielt ein zweimonat- iges Projektstipendium im Künstlerhaus Lukas.

Abbildung: Ensemble „A big dog in a small package“, 2004, Foto von Stéphane Obadia
  Nele Waldert – Düsseldorf  

geboren 1964 in Düsseldorf | 1986-1988 Meisterschule für Bildhauerei, Graz | 1988-1991 Kunstakademie München | 1991-1995 Kunstakademie Düsseldorf | 2004-2006 Lehrauftrag für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf | 2007/08 Lehrauftrag für Bildhauerei an der Universität Paderborn | Preise und Stipendien: 1997 Arbeitsstipendium bei „Triangle“ in Marseille | 2001 Radschl-ägerpreis Düsseldorf, Skulpturenwettbewerb des Landeshörfunkpreises NRW | Preis der Darmstädter Sezession | Ausstellungen u.a.: 1992 „Abstand-halter und andere Dinge“, Forum Junge Kunst, München | 1996 „im Park“, Kunstverein Schrobenhausen | 1998 „Alpenausstellung“, Galerie Lethert, Bad Münstereifel | 1999 „im Wald“, Galerie Grimm, Palma de Mallorca | 2002 „Schützenfest“, Galerie CO 10, Düsseldorf | 2004 „Heimat“, Kunstverein Rhein-Sieg, Siegburg | 2005 „zuhause“, Galerie CO 10, Düsseldorf | 2006 „im Büro“, Ey-artforum, Düsseldorf | 2007 „im Paradies“, Galerie Peter Tedden, Düsseldorf | „Superhelden“, Galerie Muratcentoventidue-Artecontemporanea, Bari/Italien | lebt und arbeitet in Düsseldorf

Für ihre Ausstellung „Superhelden“ entwirft Nele Waldert kleine Büsten, die durch ihre besonderen Accessoires, die sie der Kunst- und Kulturgeschichte entnimmt, gekennzeichnet werden. Diese Accessoires, etwa Blumen, wer- den aus Blech (eine Tradition aus dem süddeutschen Rokoko) und Gold- und Silberdraht geformt, die so genannten Klosterarbeiten, einer Technik aus dem Mittelalter. Dadurch können Zeichnungen räumlich dargestellt werden, gewin- nen also an Eindrücklichkeit. Die Büsten sind sozusagen zu Bildträgern ge- worden, die Accessoires entstanden als dreidimensionale Zeichnungen. Das Verwenden traditioneller Handwerkstechniken als Zitat und ihre Verbindung mit zeitgenössischer Kunst findet sich häufig in den Werken von Nele Waldert

Abbildung: „Hand mit Lampe“, Holz und Kunststoff mit Acryllack, 1996

UNTERWEGS IM JUNI 
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielt Norman Gensel ein einmonatiges Arbeitsstipendium für die KKV Grafikwerkstatt in Malmö/Schweden.
  Norman Gensel – Nienburg  

geboren 1981 in Berlin | 2002 – 08 Studium Kunst- und Gestaltung sowie Biologie auf Lehramt für Gymnasien an der Ernst-Moritz-Universität Greifs- wald | 2008 Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien | seit 2008 Refer- endar im Studienseminar Verden | 2004 Gründung der Künstlergruppe „ELE- NA“ | 2008 Teilnahme bei der 1. Kontaktbörse der Akademie Faber-Castell in Stein bei Nürnberg | 2008 Teilnahme am 3. Internationalen Grafik-Workshop des Casper-David-Friedrich-Instituts der Universität Greifswald | Preise u. a.: 2005 1. Preis bei der Wettbewerbsausschreibung zur Logoentwicklung für den 550. Geburtstag von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald | Ausstellungsbeteiligungen u. a.: 2006 Ausstellung der Gruppe „ELENA“, Atelier Terra, Berlin | 2008 Galerie im Kloster, Ribnitz-Damgarten | 2008 Ga- lerie Koeppenhaus, Greifswald | 2009 Galerie N, Nienburg | lebt und arbeitet in Nienburg 

Norman Gensel setzt sich künstlerisch mit der Thematik „Autobahnlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ auseinander. Im Mittelpunkt stehen menschen- leere Autobahnparkplätze, die Autobahn selbst sowie ausgewählte Aspekte des Verkehrs. Dabei fasziniert ihn die kühle, von Menschenhand angelegte und gleichzeitig verlassene Landschaft. Eine Landschaft am Rande der Gesellschaft, die kaum jemand als solche begreift. Seine Werke wenden sich letztendlich vom traditionellen Landschaftsbild ab, hin zu einer domestizierten Landschaft, welche eigene ästhetische Qualitäten aufweist. 

Abbildung: Ausschnitt aus „autobahnstück V“ Öl auf Leinwand, 100 x 70 cm, 2008
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