September

  Philipp Geist – Berlin und Weilheim  

geboren 1976 in Witten | Lehrtätigkeit u.a.: 2006 Video/Film in der Internatio- nalen Dresdner Sommerakademie | 2007 Video/Film beim Camp Festival Dresden | 2008 Projekt Baupiloten, TU Berlin | 2008 Projekt „videokunst machen zeigen kaufen“, Universität der Künste, Berlin | Ausstellungen, Vi- deoinstallationen und Performances u.a.: 2002 Live Visual Art Performance, Pinakothek der Moderne, München | 2003 Live Visual Art Performance, Insti- tute of Contemporary Arts, London | 2004 Sonar Festival, Barcelona | 2005 Live Visual Art Performance, Melt! Festival, Gräfenhainichen | 2005 „Winter-zauber“, Videoinstallation, Zürich | 2006 „Dom“, Live Visual Art Performance mit Johannes Enders, Stadtpfarrkirche Weilheim | 2007 „Riverine“, Videoinstal-lation“, Three Walls Gallery, Chicago | 2008 „Time Lines“, Videoinstallation, Palazzo delle Esposizioni, Rom | 2008 „Time Fades“, Videoinstallation, Kultur- forum Berlin | 2008 „Broken Time Lines“, Videoinstallation, Kurhaus Ahrens- hoop und Ausstellung in Neuen Kunsthaus Ahrenshoop | Musikvideos für u.a.: Tied & Tickeld Trio, Console, Phillip Boa, Andi Teichmann | lebt und arbeitet in Berlin und Weilheim

Philipp Geists Projekte sind in erster Linie gekennzeichnet durch ihre Komplexität in der Integration von Raum, Ton und bewegtem Bild. In seiner Installation „Time Fades“ von 2008 thematisierte er, wie in anderen Arbeiten auch, die Bereiche Raum und Zeit. Dabei verzichtete er weitgehend auf den Einsatz von Leinwänden, sondern projizierte seine Bilder direkt auf Teile der Fassade des Berliner Kulturforums und auf transparente Projektionsflächen wie Gazestoffe und Nebel. So entsteht ein Zusammenwirken der konkreten, greifbaren Wand und der transparenten, flüchtigen Hintergründe. Neben der Videoinstallationen und seiner Live-Auftritte beschäftigte sich Philipp Geist auch mit Fotoarbeiten und Malerei, bei denen er seine Umgebung, die Natur in seine Arbeiten integriert. Dabei versucht er, das Nicht-Sichtbare sichtbar zu machen und Verborgenes aufzuspüren. Der Künstler wird während seines zweimonatigen Projektstipendiums im Juli und September 2010 im Künstlerhaus Lukas arbeiten.

Abbildung: Ausschnitt einer Fotografie der Videoinstallation „Broken Time Lines“, 2008
  Reinhard Klessinger – Ihringen  

geboren 1947 in St. Blasien | 1965 Kunstgewerbeschule Basel | 1966-1968 Staat- liche Kunstakademie Düsseldorf | 1968-1970 St. Martin’s School of Art, London | 1970 Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler bei Prof. Rupprecht Geiger | 1972-1973 Philosophie, Universität Düsseldorf | Stipendien und Preise u.a.: 1968 Preis der Poensgen Stiftung, Düsseldorf | 1968/69 Auslandstipen- dium des DAAD | 1970 Stipendium des British Council | 1988 Preis der Stadt Freiburg | 1992/93 Cité Internationale des Arts, Paris | 1996 Stipendium des Kulturministeriums Schleswig-Holstein für das Künstlerhaus Eckenförde | 2000 Anhaltinischer Kunstpreis | 2001 Ateliersstipendium, Cité des Arts, Paris | Ausstellungen u.a.: 1970 Rheinisches Landesmuseum Bonn | 1980 Kunst-verein Ludwigshafen | 1982 Multi Art Points, Amsterdam | 1987 Gesellschaft der Freunde junger Kunst, Im alten Dampfbad, Baden-Baden | 1993 Institut Francais, Stuttgart | 1996 Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken | 2002 Hans Thoma Museum, Bernau | 2003 LEZARD, Colmar | 2004 Galerie im Heppächer, Esslingen | 2004 Kunstraum 34, Stuttgart | 2005 Morat-Institut, Freiburg | 2006 Galerie Dagmar Rehberg, Mainz | 2006 Merdinger SkulpTour | 2007 Städtische Galerie Neunkirchen | 2007 Kunstverein Böblingen | lebt und arbeitet in Ihringen bei Freiburg

Reinhard Klessinger beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit Büchern: In seinem Werk lassen sich Künstlerbücher, Buchunikate, Buchobjekte und Installationen zum Thema Buch finden. So entstanden zahlreiche Veröffent-lichungen, etwa 1981 „Widerspiegelung der Zeiträume“, 1982 „Auf den Horizont bezogen“, 1983 „Ferien in Auge“, 2000 „Hans Thoma, mein Vater und ich“ und das „Berliner Tagebuch 2008“. Die Tagebuchform nutzte der Künstler auch schon 1989 für sein „Auger-Sommer-Tagebuch“, einem Buchobjekt aus Holzrahmen, in dem er seine Eindrücke dieses Sommers grafisch und mit Objekten festhielt. Der Bezug zur Natur seiner Umgebung, die Unmittelbarkeit gemachter Eindrücke, lässt sich in vielen seiner Werke wiederfinden.

Abbildung: Ausschnitt aus „Berliner Tagebücher“, Künstlerbuch, 2008

  Thomas Kunst – Leipzig  

geboren 1965 in Stralsund | 1986/87 Pädagogikstudium an der Universität Leipzig | seit 1987 Bibliotheksassistent in der Deutschen Bücherei Leipzig | erste Veröffentlichung 1991 | Preise und Stipendien: 1996 Dresdner Lyrik- preis | 1998 Stipendium in Amsterdam | 2003 Villa-Massimo-Stipendium | 2004 F.C. Weiskopf-Preis der Akademie der Künste, Berlin | 2009 Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen | Veröffentlichungen u.a.: 1991 „Besorg noch für das Segel die Chaussee“, Gedichte und eine Erzählung, Reclam Leipzig | 1992 „Die Verteilung des Lächelns bei Gegenwehr“, Ge- dichte und Texte, Connewitzer Verlagsbuchhandlung | 1994 „Medelotti“, Gedichte, Verlag Druckhaus Galrev Berlin | 1996 „Der Schaum und die Zeichnung vom Pferd“, Gedichte, Kowalke Verlag Berlin | 1998 „Martellis Untergewicht“, Roman, Kowalke Verlag Berlin | 2000 „Die heftigen Strände der Doresa Mandolf“, Erzählung, Buchlabor Dresden | 2005 „Was wäre ich am Fenster ohne Wale“, Gedichte, Frankfurter Verlagsanstalt | 2005 „Sonn- tage ohne Unterschrift“, Roman, Tisch-7 Verlag Köln | 2008 „Vergangenheit für alles“, 12 Sonette mit Kaltnadelradierungen von Sighard Gille, Edition Mariannenpresse | 2008 „Estemaga“, Gedichte, Edition Rugerup, Hörby | 2009 „Strandkörbe ohne Venedig“, Roman, Plöttner-Verlag | lebt und arbeitet in Leipzig

Thomas Kunst: „Die Genauigkeit in der Poesie, beim Sprechen und Schreiben, führt dazu, daß wir uns ständig darüber vergewissern können, ob uns, ohne daß wir passives und unreflektiertes Wortmaterial benutzen, eine Fortbewe- gung in unserem Denken gelungen ist, oder ob wir jedesmal wieder unbe- merkt mit unseren starren, halbfertigen Gedanken über die Runden gekommen sind." Thomas Kunst ist kein Neuling der Szene; 1991 erschien bei Reclam sein erster Gedichtband „Besorg noch für das Segel die Chaussee“, dem weitere Bücher folgten. Bekannt ist der Autor durch regelmäßige Abdrucke seiner Gedichte im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Thomas Kunst ist nicht nur Literat, sondern beschäftigt sich auch intensiv mit impro-visierter Musik (Gitarre, Violine). Seine Musikprojekte nennen sich „Mitleid in Toronto“ oder „Loggia“ (gemeinsam mit Fabian Schütze).

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus „DISZIPLIN UND SEIDE.“

  Emanuel Maeß – Berlin  

Geboren 1977 in Jena | 1998-2003 Europastudien in Marburg, London und Cambridge | 2003-2007 Literaturstudium in Heidelberg, Wien und Oxford | 2008 Autorenstipendium des Thüringer Kultusministeriums, Stipendiat der Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung im Herrenhaus Edenkoben | 2009 Alfred Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin, Stipendiat der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin | Veröffent-lichungen u.a. „Johannistage“, in: Sprache im technischen Zeitalter, Nr. 193, März 2010; „Lichterlust“, in: Am Erker 59, Juni 2010

Emanuel Maeß feilt und schleift an seinem Erstling. Im Mittelpunkt seines Bildungs- und Entwicklungsromans steht der junge Friedemann Sterngassen, der in einer eigenartigen Verschränkung von DDR-Pfarrhausnische und Jenenser Frühromantik in seine Welt findet, eine landschaftlich und geistig seltsam in die Vergangenheit gehaltene Gegend zur Vorwendezeit. Darüber der Nordost, der liebste unter den Winden, der ihn bald weit nach Westen wirft. Äußerlich angelehnt an Hölderlins „Andenken“, das jenes Zu-sich-selbst-Kommen der Dichtung andenkt, um das es auch hier gehen soll, skiz- ziert der Roman eine längere studentische Wanderschaft und Wendebe-wegung und möchte neben der alten augustinischen Distentio Animi auch liegengebliebene Potentiale von Schlegels Universalpoesie wieder fruchtbar machen.

Abb.: Leseprobe aus „Lichterlust“, 2010

  Anna Shibarova – Berlin  

geboren 1968 in Leningrad | 1968-1991 Slawistik an der Staatlichen Universi- tät Tartu | 1992-1994 Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Institut für russ- ische Literatur der Akademie der Wissenschaften | 1995-2001 Übersetzerin und Dolmetscherin am Goethe-Institut St. Petersburg | 1997 Fortbildung beim Sprachen- & Dolmetscherinstitut München | seit 2002 freiberufliche Literatur-übersetzungen | seit 2003 Organisation der Deutsch-Russischen Übersetzer-werkstatt | 2004 Seminar für Ausbilder im Bereich Literaturübersetzung im Literarischen Colloquium Berlin | weiterhin als Dolmetscherin und Dozentin für Russisch an Volkshochschulen tätig | Stipendien und Auszeichnungen: 2006 Schukowskij-Preis für herausragende Literaturübersetzungen aus dem Deutschen | 2007 Stipendienaufenthalt im europäischen Übersetzerkolleg Straelen | 2007 Stipendienaufenthalt im Übersetzerhaus Looren/Schweiz | Literarische Übersetzungen u.a.: 1996 Elfriede Jelinek: „Wolken. Heim“ | 2002 H.U. Treichel: „Tristanakkord“ | 2004 Maximilian Kruse: „Urmel aus dem Eis“ | 2005 Wolfgang Hilbig: „Das Provisorium“ | Hanna Arendt: „Juden in der Welt von gestern“ | 2009 James Krüss: Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“ | 2010 Elias Canetti: „Die gerettete Zunge“ | lebt und arbeitet in Berlin

Anna Shibarova beschäftigt sich besonders mit der Übersetzung und der Vermittlung der Werke Elias Canettis ins Russische. In Russland sind sein Roman „Die Blendung“ und „Masse und Macht“ den Lesern bekannt, sehr viel weniger verbreitet ist aber seine autobiografische Trilogie „Die gerettete Zunge“, „Die Fackel im Ohr“ und „Das Augenspiel“. Mit dieser Übersetzung ist sie seit 2007 beschäftigt, ein Vorabdruck ist 2008 bereits in der renommierten Moskauer Zeitschrift für fremdsprachige Literaturen „Inostrannaja literatura“ erschienen. In dem Moskauer Verlag Attkikus wird der erste Teil der Trilogie erscheinen und auch die anschließende Veröffentlichung der beiden anderen Teile ist geplant. Neben den literarischen Übersetzungen ist Anna Shibarova auch als Übersetzerin von Aufsätzen, Essays und Katalogen tätig.

Abb.: Leseprobe der Übersetzung des Romans „Die Fackel im Ohr“ von Elias Canetti

  Cornelia Schleime – Berlin  

geboren 1953 in Ost-Berlin | 1975-80 Studium der Grafik und Malerei an der Hoch- schule für Bildende Kunst Dresden | ab 1981 Ausstellungsverbot in der DDR | 1984 Übersiedlung nach West-Berlin – im Zusammenhang mit der Aus- reise spurloses Verschwinden des bis dahin geschaffenen Oeuvres | 2000 Mitglied der Sächsi- schen Akademie der Künste, Dresden | 2005 Professur in Münster | Preise u. a.: 2004 Fred-Thieler-Preis |  2005 Award of exellent painting, National Art Museum of China | Stipendien u. a.: 1992 Projekt- und Arbeitsstipendium Kunstfonds Bonn | 1993 „NUR“ – Reisestipendium | Einzel-ausstellungen u. a.: 2008 „Face to Face“, Galerie Michael Schultz, Seoul | 2009 „Love Affairs“, Museum van Bommel van Dam, Venlo/Niederlande | 2009 Cornelia Schleime „Es kommt, es geht – Malerei und Zeichnungen“, Kurt Tucholsky Literaturmuseum, Schloss Rheinsberg │ Ausstellungsbeteiligungen u.a.: 2008 „Standpunkte II“, Museum Junge Kunst, Frankfurt/ Oder | 2009 „Art oft wo Germanys“, LACMA, Los Angeles | 2009 „Gender Check. Rollenbilder in der Kunst Osteuropas“, Museum Moderne Kunst, Wien | lebt und arbeitet in Berlin

Für Cornelia Schleime ist Malerei wie ein Schwamm, der Aggressivität und Melan-cholie aufsaugt. In der Malerei gerinnt die Zeit, im medialen fließt sie hindurch. Die Künstlerin hat immer eine Skepsis, wenn Kunst sofort auf das Zeitgeschehen reagiert, denn sie möchte in der Kunst keine Meinung ver- treten, nur Standpunkte, die aber brauchen Zeit zum Wachsen. So ist sie einer Distanz verpflichtet, auch gegenüber ihr selbst. Wer sie aber kennt, weiß um ihre Spontanität, was hierzu eigentlich im Widerspruch steht.

Abbildung: Ausschnitt aus „jackie-und-o“, Acryl und Schellack auf Leinen, 2002
  Katrin Stangl – Illustration/Grafik  

Geboren 1977 in Filderstadt | 1996-2004 Hochschule für Grafik und Buch- kunst Leipzig | 2004-2006 Meisterschülerin ebenda | 2005 DAAD-Stipendium, Auslandssemester in Brasilien, Arbeitsaufenthalt bei dem Holzschneider und Verleger J. Borges | 2007 Studienreise nach Madagaskar | Gastdruckerin im Künstlerhaus Edenkoben | Teilnahme am 17. Sächsischen Druckgrafik-Symposion | 2008 Geburt der Tochter Helene | 2009/2010 Vertretungspro-fessur an der Fachhochschule Mainz | Preise: 2002 Preis des Instituts für Buchkunst; Kunstföderpreis der Stadt Friedrichshafen | 2003 Bronzemedaille beim Wettbewerb „Schönste Bücher aus aller Welt“; Hans-Meid-Förderpreis für Buchillustration | 2004 Birkner-Preis 2004; Grafikpreis der Dresdner Bank | 2009 Nominierung für den Prix Baobab | Ausstellungen u. a.: 2005 „Heroes“, GA, Galerie Rothamel, Frankfurt; „Bilder lesen – Die Tollen Hefte“, GA, Deu- tsche Bücherei, Frankfurt/Leipzig | 2006 „Buntspechtweibchen“, GA, Zeche Zollverein, Essen | 2007 „Nachts im Wald“, EA, Mainzer Landtag; „Sans gravité“, Gravures & Livres, GA, Halle Saint Pierre, Paris | 2008 „Viel zu weit weg“, EA, GalerieKO, Leipzig; „As Time goes by“, GA, Denkmalschmiede Höfgen; „Illustration, Buchkunst, Grafik“, Galerie Casarte, Aschaffenburg | 2009 „Druckkunst x15“, GA, Museum für Druckkunst, Leipzig; „Spring“, GA, Galerie Hinterconti, Hamburg | 2010 „Nüchtern betrachtet“, EA, Büchergilde Frankfurt; „Es geht immer weiter“, GA, Galerie Forum Amalienpark, Berlin | lebt und arbeitet in Köln

Katrin Stangl ist Illustratorin und freie Grafikerin. Neben der intensiven Beschäftigung mit Holzschnitt und Lithographie gilt ihr Interesse der Illustration und Gestaltung von Büchern. In unterschiedlichsten Techniken bebildert sie sowohl eigene als auch fremde Texte. Im Rahmen des Troisdorfer Bilder- buchstipendiums arbeitet sie in Ahrenshoop an ihrem Buch „Stark wie ein Bär“, das im kommenden Herbst im Carlsen-Verlag erscheint.

Abbildung: Ausschnitt aus „jackie-und-o“, Acryl und Schellack auf Leinen, 2002
  Silke Andrea Schuemmer – Berlin  

geboren 1973 in Aachen | Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Philoso- phie an der RWTH Aachen | 2002 Promotion über Maria Lassnig | Preise und Sti- pendien u.a.: 1994 Stipendium des Kultursenats Berlin im Literarischen Colloquium Berlin | 1995 Stipendium des Kultusministeriums des Landes NRW | 1996 Stipen- dium des Stiftung Kulturfonds Berlin für das Künstlerhaus Ahrenshoop | 1997 Christine-Lavant-Förderpreis für Lyrik | 1999 Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis für Literatur | 2005 Walter-Serner-Literaturpreis | 2006 Arbeitsstipendium des Berliner Senats | 2007 Agatha-Christie-Krimipreis | 2007 Realisierungspreis der Zeitgenössischen Oper, Berlin | Veröffentlichungen u.a.: 1996 „Die Form des Fisches ist sein Wissen über das Wasser“, Prosa, Berlin: Mariannenpresse | 1996 „Triptychon oder Salzig schmeckt der Algenstrang“, Gedichte, Berlin: edition fiebig | 2004 „Remas Haus“, Roman, Berlin: Kookbooks | 2008 „Rapunzel“, Hörbuch und Erzählung, Hamburg: Hoffmann und Campe | lebt und arbeitet in Berlin

Neben ihren eigenständigen Veröffentlichungen ist Silke Andrea Schuemmer mit zahlreichen Gedichten, kurzen Erzählungen und Essays in Gemein-schaftsveröffentlichungen vertreten. Das Projekt „Rapunzelmonolog“ entstand ursprünglich als Opern-Libretto und wurde von der Autorin als Hörbuch und Erzählung umgearbeitet. Daneben arbeitet sie an dem groß- angelegten Romanprojekt „Säure auf Kupfer“ und an den Gedichzyklen „Organische Portraits“ und „Amourellen“. „Säure auf Kupfer“ besteht aus drei Teilen (Das Watt, Die Flut, Die Nixe), in denen die Geschichte von Ines, ihrer Großmutter und den Geschäften des Kunsthändler Knut Seckig erzählt wird. Die Kunstwelt und die Realität überschneiden sich dabei. Personen werden als Tableaus, Räume und Gegenstände als Stillleben arrangiert. Die Beschäf-tigung mit der Kunst und der Kunstgeschichte zeigt sich auch in ihren Essays, Vorträgen und wissenschaftlichen Arbeiten.

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus der Kurzgeschichte „P. wartet und schweigt“
UNTERWEGS IM SEPTEMBER 
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielten Carmen Blazejewski im „Ostseezentrum für Schriftsteller und Übersetzer“ in Visby/Schweden, Manfred Gipper und Jörg Jacob im „Klaipeda Cultural Communication Center“ in Litauen sowie Steffi Stangl und Doreen Uhlig im „Zentrum für Zeitgenössische Kunst“ in Kaliningrad/Russland, einmonatige Arbeitsstipendien.
  Carmen Blazejewski – Neu Nantrow  

geboren 1954 in Grimma/Sachsen │ 1973-77 Studium der Theaterwissen-schaften in Leipzig │ 1975 Regieassistenzen am Kindertheater Berlin │ 1977 -80 Dramaturgin und Regieassistentin an der Volksbühne Berlin │ 1981-86 Autorin/Dramaturgin DEFA-Studio für Spielfilme in Babelsberg │ seit 1986 freie Autorin │ schreibt Drehbücher, Hörspiele, Theaterstücke, Prosa und Lyrik für Kinder und Erwachsene │ Preise u. a.: Publikumspreis des Max Ophüls Festivals Saarbrücken │ Veröffent-lichungen u. a.: 1996 „Wie fange ich einen Vogel“ (Verlagsgruppe Friedrich Oetinger, Hamburg) │ 1998 „Küß mich, sagte der Vampir“ (Verlagsgruppe Friedrich Oetinger, Hamburg) │ 1999 „Hauptsache, Du bist meine Freundin“ (Verlagsgruppe Friedrich Oetinger, Hamburg) │ 2000 „Der Reiterhof am Meer“ (Verlagsgruppe Friedrich Oetinger, Hamburg) │ 2001 Störtebeckers Tochter (Friedrich Oetinger Verlag, Ham- burg) │ Drehbücher u. a.: 1991“Der Strass“ │ 1994 „Die Vergebung“ │ lebt und arbeitet in Neu Nantrow

Carmen Blazejewski arbeitet an verschiedenen Projekten. Ihr neuer Roman „Fremde Gegend“ soll noch im Jahr 2009 verlagsfertig sein und auch die Dreharbeiten zu einem künstlerischen Dokumentarfilm werden in diesem Jahr abgeschlossen. Die Premiere ist für den Herbst 2010 geplant. 2010 wird die Autorin wieder zahlreiche Projekte in Angriff nehmen: „Das Dorf“ wird fertig gestellt, einer neuer künstlerischer Dokumentarfilm wird gemeinsam mit Miro Zahra vorbereitet, und ein Roman für Kinder wird vollendet. In allen Projekten wird die Suche nach einer verbindenden Wahrheit mit den Kommunikations-grenzen persönlicher Universen, die sich lebhaft widersprechen und wider Willen ergänzen, konfrontiert. Diese Suche möchte die Autorin in Visby mit dem Einstieg in die Arbeit an einem neuen Roman befreit vom Alltagsge-schehen intensiv fortsetzen und erhofft sich dafür einen entfremdenden Abstand.

Abb.: Leseprobe aus „Fremde Gegend“ 2010 (Edition M)

  Manfred Gipper – Berlin  

Geboren 1956 in Bonn │ 1978-1983 Studium an der Kunstakademie Münster │ 1981 Meisterschüler bei Prof. Hermann-Josef Kuhna │ seit 1997 Lehrauf- trag an der FHTW Berlin │ Stipendien u. a.: 1984 Stipendium des ersten Malersymposium der Grafschaft Bentheim, Nordhorn │ 2005 Stipendium der Cranach-Stiftung, Wittenberg │ 2007/08 Stipendium der Stiftung Bartels, Basel │ Einzelausstellungen u. a.: 2007 Studiogalerie Freudenthaler Sensen-hammer, Leverkusen │ 2008 Alte Feuerwache, Eichwalde │2009 Galerie B, Kunstverein Frankfurt/Oder │ 2009 Galerie Pamme-Vogelsang, Köln │ Aus-stellungsbeteiligungen u. a.: 2006 Jurierte Ausstellung zum Thema „Fließende Grenzen“, 7. Miniaturenausstellung, Fürstenwalde │ 2006 „Über Kopf“, Ausstellung der Flottmann-Hallen, Herne │ 2008 mit Sandra Riche Galerie SK, Solingen │ 2009 mit Ute Hoeschen GEA-Bochum │ lebt und arbeitet in Berlin

Nach einem längeren Aufenthalt in Litauen entschied sich Manfred Gipper sich künstlerisch mit diesem Land auseinanderzusetzen. Litauen befindet sich am Ende eines Transformationsprozesses von einem Teil der Sowjet- union hin zu einem Mitgliedstaat der EU. Immer wieder begegnete er in Ge- sprächen mit Litauern der Vorstellung des Palimpsestes, der Neubeschrei- bung eines Pergaments, genauer: der Neubeschreibung von Orten und Städten. Die Vergangenheit Litauens wird zwar nicht negiert, aber über- schrieben und neu definiert. Dieses Phänomen der Neubeschreibung von Land und Gesellschaft möchte er mit seinen künstlerischen Mitteln, der Kombination von Collage und Malerei, interpretieren. Alte litauische Original-Materialien bilden die Grundlage für sein Projekt. Als Ergebnis möchte er alchemistische Kompositionen und historisch-künstlerische Schichtungen, die die Geschichte als Prozess, das Heute als Durchgangsstation erlebbar machen und die Litauer ansprechen sollen, präsentieren.

Abb.: Ausschnitt aus „Wogen“ Öl auf Leinen, 2009

  Jörg Jacob - Leipzig  

Geboren 1964 in Glauchau/Sachsen │ Ausbildung zum Polsterer, später verschiedene Tätigkeiten │ Abitur und freier Mitarbeiter der der Leipziger Volkszeitung │ Mitarbeiter der Begegnungsstätte für Kunst- und Kultur des Künstlerhauses Denkmalschmiede Höfgen, Sachsen │ 1998-2002 Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig │ 2003 Diplom am Deutschen Literatur-institut Leipzig │ seit 2003 freier Autor │ Preise u. a.: 1999 1. Preis des MDR-Literaturwettbewerbs │ 2005 1. Literaturpreis des Freien Deutschen Autorenverbandes │ 2006 Gellert-Preis │ Stipendien u. a.: 1999 Literatursti-pendium der Stadt Leipzig │ 2002 Arbeitsstipendium des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst │ 2003 Arbeitsstipendium der Kulturstiftung Sachsen │ 2006 Aufenthaltsstipendium der Kulturstiftung der Länder für die Villa Decius/Krakau │ 2007 Arbeitsstipendium der Kulturstift- ung Sachsen │ 2008 Aufenthaltsstipendium Ventspils House, Lettland │ 2009 Aufenthaltsstipendium At-Home-Gallery Samorin, Slowakei │ Veröffentlich- ungen u. a.: 2006 „Das Vineta-Riff (Mitteldeutscher Verlag, Halle) │ 2009 „fluten“ (Mitteldeutscher Verlag, Halle) │ lebt und arbeitet in Leipzig 

Aktuell arbeitet Jörg Jacob an seinem neuen Roman. Das Romanprojekt mit dem Arbeitstitel „Galizische Reise“ soll durch eine historische Landschaft führen, von der in Deutschland vielfach nicht einmal mehr der Name geläufig ist, bei Galizien eher an die gleichnamige spanische Provinz gedacht wird, als an das osteuropäische Galizien. Aber es soll kein verschwundenes Land beschrieben werden, sondern heutiges Leben in einem europäischen Territorium, geworfen zwischen Ost und West. 

Abb.: Leseprobe aus dem Roman „fluten“ (Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2009) 

  Steffi Stangl – Berlin  

geboren 1976 in Kösching/Bayern │ 1996-99 Ausbildung zur Handbuchbin-derin, Abschluss Gesellin │ 1999-2001 Grundstudium an der Kunsthoch-schule Burg Giebichenstein, Halle/Saale │ 2001 Wechsel in das Fachgebiet Freie Kunst/Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee │ 2004/05 Auslandsaufenthalt in Helsinki/Finnland │ 2005 Diplom und 2006 Meisterschü- lerin bei Prof. Inge Mahn an der Kunsthochschule Berlin Weißensee │ 2007 Kunstpädagogische Arbeit an der Freien Kreativschule „Klax“, Berlin │ 2007/08 Beschäftigung als Einrahmerin, Schwerpunkt Montage und Einrahm- ung bei Art-Passepartout, Berlin │ 2008/09 Lehrbeauftragte der Grundlagen-klasse Bildhauerei an der Hochschule der Künste Dresden │ Preise u. a.: 2006 Mart-Stam-Förderpreis für „Spieldose mit Ballerina“ │Stipendien u. a.: 2002-06 Stipendiatin der Künstlerförderung des Casanuswerks │ Einzel-ausstellungen u. a.: 2006 „Spielarten der Monotonie“ im Modul, Dresden │ 2008 Einzelausstellung zum „Dahlemer Sommersalon, Berlin │ Ausstellungs-beteiligungen u. a.: 2007 „Automatisch“, Projektraum, Ackerstraße 18, Berlin │2008 „Modul Nordost“, Galerie Hartwich, Sellin │ 2009 „Mahn oh Mahn“, Galerie Emerson, Berlin │ 2009 „Melancholie“, Galerie im Park, Bremen │ lebt und arbeitet in Berlin

Steffi Stangl beschäftigte sich während ihres Studiums mit der Verknüpfung der Themen Individualität, Körper und deren Beziehungen. Im Mittelpunkt stand die Frage „Was bedeuten Grenzen?“ Aus einer Rauminstallation mit beweg-lichen Elementen, die 2004 entstand, entwickelten sich die ersten kinetischen Arbeiten. Seither zieht sich die Auseinandersetzung mit der Bewegung als roter Faden durch ihr Forschen. Oft arbeitet sie eng mit Naturwissenschaft- lern zusammen. Für ihre Arbeiten hat sie den Begriff „Echtzeitanimationen“ erfunden: Die geschaffenen Bilder sind immer ein direktes Abbild der Realität unter den von der Künstlerin gesetzten Bedingungen. Eine Arbeit ist für die Künstlerin gelungen, wenn jeder Betrachter seinen eigenen Zugang findet. 

Abb.: „Spieldose mit Ballerina“, Küchenschrank, Motor, LEDs, Pneumatik, Kompressor Pumpe, elektronische Steuerung, 2005

  Doreen Uhlig – Berlin  

geboren 1977 in Gera │ 2001-06 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (Marina Abramovic) │ 2006 Diplom in freier Kunst │ Lehraufträge u. a.: 2008-09 Kunsthochschule Berlin Weißensee │ 2009 Accademia Belle Arti Macerata │ Stipendien u. a.: 2008 Projektförderung (Veröffentlichung 1), Tanya Ury │ 2009 Residenzstipendium Moriya/Japan, Präfektur Ibaraki/ARCUS Project │ 2009 Ausstellungsförderung UMNIZA Moriya/Japan, ifa – Institut für Auslandsbeziehungen │ Einzelausstellungen u. a.: 2001 Büro für Kunst, Dresden │ 2003 ARTmax, Braunschweig │ 2008 COPYRIGHT, Berlin │ Ausstellungsbeteiligungen u. a.: 2007 „Notes on place“, Kunsthalle Berlin Lichtenberg │ 2008 „angefangen“, F21 Berlin │ 2009 „The Stupid Genereation“, Kunstprojects, Berlin │ 2009 „Knast sind immer die anderen”, NGBK – Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin │ 2009 Umniza Moriya, ARCUS Project Moriya/Japan │ lebt und arbeitet in Berlin

Doreen Uhlig geht es in ihren Arbeiten um Beziehungen. Ein konkreter Kontakt oder eine Beziehung sind immer ein Risiko. Sie kann dieses Risiko eingehen, oder auch nicht. Als Künstler, als ein an der Arbeit Beteiligter oder als Zu- schauer: Man entscheidet selbst, ob man einen Kontakt eingeht. Auf einer symbolischen Ebene ist dies nicht verhandelbar. Die Künstlerin fasziniert der Kollaps bestehender Situationen und Positionen sowie das Geschehen in der Spanne zwischen dem Zusammenbruch und der darauf folgenden Neuorga-nisation. Sie initiiert solche Prozesse im Rahmen von Perfomances, perfor-mativen Videoarbeiten oder auch Installationen.

Abb.: Ausschnitt eines Fotos der Arbeit „UMNIZA MORIYA“, 2009

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