Februar

  Bill Dietz – Berlin  

1983 nahe der US/mexikanischen Grenze in Bisbee, Arizona geboren | Stu- dium der Komposition am New England Conservatory und Kulturwissen- schaft an der University of Minnesota | Regelmäßige Zusammenarbeit mit Christian von Borries und Chris Newman und bis 2009 mit Maryanne Amacher | Musik präsentiert u.a. vom Happy Days Sound Festival (Oslo), den Maulwerkern (Berlin), Birkbeck College (London), dem Klangwerkstatt Festi- val, ARTSaha! (Omaha), den Zepernicker Randspielen, dem WDR, „Tbilisi 6. Never on a Sunday” (Tbilisi), der Brückenmusik (Köln) | Schriften erschienen in Zeitschriften wie MusikTexte, Positionen und Shuffle Boil | Förderung u.a. durch: Hauptstadtkulturfonds; Deutscher Musikrat; Initiative für Neue Musik | Tritt regelmäßig als Performer auf u.a. Documenta XII; „Musikprotokoll” des Steirischen Herbsts; Akademie der Künste Berlin | Gemeinsam mit Seth Josel und Chris Newman ist er MISS MOTH | Seit 2007 künstlerischer Leiter des Ensemble Zwischentöne | lebt und arbeitet in Berlin    

Als Komponist und künstlerischer Leiter des Ensemble Zwischentöne kon- zentriert sich Bill Dietz auf die Institutionalität der Musik: zum Einen auf die Performativität des Zuhörens (den Alltagsgebrauch der Musik – iPods, Hin- tergrundmusik), und zum Anderen auf die Geneologie des Konzertes (der wesentlich unveränderte öffentliche Rahmen von fast allen musikalischen Experimenten des 20. Jahrhunderts). In seiner aktuellen künstlerischen Ar- beit manifestiert sich das nicht nur in den Softwarepartituren für Zuhörer seiner „Tutorial Diversions“, sondern auch in den Publikumsinterventionen der Reihe La claque, c'est moi. Die Arbeit mit dem Ensemble Zwischentöne speist die Hoffnung, eine erneuerte kritische ästhetische Praxis der experi-mentellen Musik  jenseits der Beschränkungen eines Nischenmarkt-Genres zu artikulieren.

Abbildung: Ausschnitt aus „Rhythms Around the Chair“ („Rhythmen um den Stuhl“). Für die Ausstellung „L´auditeur s´appelle Emma.“ anläßlich des Projektes „7hours HAUS 19“
www.tutorialdiversions.org

  Philipp Dorl – Berlin  

1978 in Berlin geboren | Studium der Fotografie an der Fachhochschule Bielefeld ; 2007 Zeitschriftenprojekt „Oktober - Monothematisches Feuilleton“ | 2008 Künstlerischer Assistent, F/Stop, Leipzig | 2009 Diplom „Fotografie und Medien“ bei Suse Wiegand, FH Bielefeld | Preise u.a.: 2005 Epson art photo award | Einzelausstellungen u.a.: 2006 „Ja. Ich liebe Fotografie“, galerie_ artists.unlimited, Bielefeld | Gruppenausstellungen u.a.: 2006 solo, Philipp Dorl & Franz Reimer, Kunstkabine Berlin 2006 FOREVER YOUNG, Kulturzentrum Berlin-Adlershof, Galerie Alte Schule; 2009 Ostrale‘09, Internationales Festival für zeitgenössische Kunst, Dresden; gute_aussichten 2009/2010 Amsterdam / Goethe-Institut Washington / Photo-Espanga, Goethe-Institut Madrid / Art-Foyer, DZ-Bank, Frankfurt Main / Haus der Photographie, Deich-torhallen, Hamburg / Museum MARTa, Herford); AbaB #1, Galerie CAPITAL GOLD, Düsseldorf; 2010 Plat(t)form_10, Fotomuseum Winterthur | lebt und arbeitet in Berlin

Philipp Dorl reflektiert in seiner Arbeit das Medium, dem er sich hauptsächlich bedient - die Fotografie. Und doch versucht er, sich in seinem Werk den immanenten Mechanismen der Fotografie zu entziehen. So wird der Augen- blick und die Wirk- lichkeit des Referenzraumes in seinen Arbeiten oft ausge- klammert oder verkehrt: das Aufzeigen kunsthistorischer Referenzen ein- erseits und direkte Bezüge auf zeitgenössische Arbeiten andererseits. Dies gilt für seine Stillleben ebenso wie für seine fotografischen Selbstinszenier- ungen und Videoarbeiten.

Abbildung: „ohne Titel (CTN III)“ Fotografie, Ink-Jet-Print, 65 x 80 cm, 2009 
www.philippdorl.de

  Evguenia Golant – St. Petersburg  

1973 in St. Petersburg geboren | 2001 Studium an der Mukchina Academy of Art and Design, St. Petersburg | Workshops: 2006 Internationale Sommeraka- demie für Bildende Kunst Salzburg „Media workshop“ (bei Shirin Neshat und Shoja Azari); 2008 urban wasanii international artist workshop in Kenia. Kuona trust | Einzelaus-stellungen u.a.: 2002 „Second layer“ Anna Akhma- tova Museum, St. Petersburg; 2007 „Parents“, borey art center, St. Peters- burg; 2009 „Father“ ludagallery, St. Petersburg; 2009 „At the market“ Kusne- chnii market, St.Petersburg | Gruppen-ausstellungen u.a.: 2003 „Collection of Art brut“, Borey Art Centre, St. Petersburg; 2005 „Scientist through the eyes of artists“, Institute of applied astronomy, St. Petersburg | lebt und arbeitet in St. Petersburg     

An russischen Hochschulen wird viel Wert auf das Studium der Natur gelegt und das spiegelt sich in der Malerei von Evguenia Golant. Dieses Arbeiten vor und in der Natur oder vor dem Bildgegenstandt verbindet sie mit unge- wöhnlichen Arbeitsorten - beispielsweise ein Markt - an denen dann die unmittelbare Kommunikation in ihre Expressivität einfließt. Die Atmosphere des Arbeitsplatzes und die unberechenbaren Reaktionen der zum Inhalt werdenen Passanten werden unmittelbar Teil ihrer Werke. 

„vaters Bücher“ aus der Serie „Eltern“, Öl auf Leinwand, 90 x 70 cm, 2008
www.egolant.com 

  Miriam Kilali – Berlin  

1965 in Bendorf/Mansfeld Südharz geboren  | 1994-2000 Studium Freie Kunst an der Kunsthochschule Berlin und 2003 Master of Arts an der Uni versität der Künste Berlin | 2004-2005 Arbeitsaufenthalt Kalifornien | 2006 Arbeitsaufenthalte in Moskau, Tunis, Venedig, New York zu den Filmarbeiten Cecilia | Preise u.a.: 2007 Bonn Innovatio-Preis; 2008 Mission Sustainability Preis; 2009/10 Teilnahme Gabriele-Münter-Preis Ausstellung, Berlin | Stipen- dien und Förderungen u.a.: 1999 Arbeitsstipendium Mecklenburgisches Kün- stlerhaus Schloss Plüschow; 2004/05 Projektförderung, St. Andrew's Society of Russia; 2009 Arbeitsstipendium Künstlerdorf Schöppingen; 2010 Projektstipendium NRW | Einzelausstellungen u.a.: 2007-2008 Kunst trotz(t) Armut, Wanderausstellung u.a. in Berlin, Köln, Hannover, Bremen, Leipzig; 2009-2010 Armut Reichtum Kunst, Weser5, Frankfurt/Main | lebt und arbeitet in Berlin

Seit Jahren arbeitet Miriam Kilali im öffentlichen Raum, geht der Frage nach ob Kunst tatenlos zusehen darf und lässt möglichst viele Menschen an dieser Auseinandersetzung daran teilhaben. Ihre Arbeiten sind eine Aufforderung, die Welt verantwortungsvoll zu gestalten. Sie greift mit ihrem Werk in  Denkmuster ein, nimmt dauerhafte Veränderungen vor, stellt tradierte Bilder in Frage und bricht radikal mit dem Regelwerk öffentlicher Meinungs-mache. Sie zwingt zur Reflexion und erinnert zugleich Menschen an deren Verantwortung. Vor allem aber beweist sie eindrücklich, dass lang anhal- tende gesellschaftliche Veränderungen durch Eingriffe der Kunst möglich sind. 

Abbildung: Dokumentationsfotografie „Hotel Marafino 9“ aus dem Projekt „REICHTUM“
www.miriamkilali.com

  Petra Lange – Berlin  

1969 in Erfurt geboren | 1990-96 Studium der Soziologie in Berlin | 1997-2000 Promotionsstipeniatin der Hans-Böckler-Stiftung, Thema der Dissertation: Das politische Denken Antonio Gramscis und Hannah Arendts | unter dem Pseu- donym Sonia Karst Veröffentlichungen in Zeitschriften (edit, macondo) und Anthologien (mdr-Literaturwettbewerb 2003 und 2007) | tätig als Dozentin, Korrektorin und Autorin | Preise u.a.: 2003 Gewinnerin des Ersten Sanger-hausener Literaturwettbewerbes; 2004 Bestes Kurzfilmdrehbuch zum Artikel 2 des Grundgesetzes (verfilmt 2007 innerhalb des Projektes GG19) | lebt und arbeitet in Berlin    

Das Romanprojekt, an dem Petra Lange zurzeit arbeitet, trägt den Arbeitstitel: "Tümmler. Übertragungen". Zentrale Figur des Textes ist Karl Wegerich. Er ist 1941 in Danzig geboren, in Thüringen aufgewachsen und passionierter Züchter von Tümmler-tauben. Sein Benehmen ist zwanghaft und grotesk. Wer ihn beobachtet, sollte sich fragen: Was ist diesem Mann widerfahren, dass er sich derart aufführen muss? Auf der Suche nach Antworten kom- men Kriegserfahrungen, Vertreibung und Vaterlosigkeit ans Licht. Aber es wird auch sichtbar – und das ist das zentrale Thema meiner literarischen Arbeit – wie ein Mensch durch einst erlittene Traumatisierungen sein Umfeld prägt. 

Abbildung: Leseprobe aus dem Romanmanuskript „Tümmler. Übertragungen“
  Sung-Hern Lee – Kassel  

1974 in Pusan, Südkorea geboren | 1994-2002 Studium der Malerei (freie Kunst) Universität Dongguk Südkorea; seit 2008 Studium der Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel bei Prof. Friederike Feldmann | Einzelaus- stellung u.a.: 2010 “Wo, Ikeafamilen wohnen”, Galerie Rasch, Kassel | Grup- penausstellung u.a.: 2008 “schlecht und misslungen Arbeit” in Düsseldorf; 2008 “Rundgang 08” an der Kunsthochschule Kassel; 2009 “Anonyme Zeichner N° 10” Kunstraum Kreuzberg / Bethanien, Berlin; 2009 “Spazier- gang” Schönes Aussicht 01 in Kassel; 2010 “Intervention 2010” am Regier-ungspräsidium in Kassel; 2010 “Batman stinkt, Glöckchen klingt” in Kultur- forum am Altenkamp Schloss Holte-Stukenbrock; 2010 “Rundgang 10” an der Kunsthochschule Kasse | lebt und arbeitet in Kassell

Sung-Hern Lee hat Interesse daran, wo und wie wir leben. So thematisiert und zitiert er beispielsweise Ikeawerbungen, entwirft ein Musterzimmer und hinterfragt unsere Vorstellung von Lebensräumen. Das Musterzimmer ist ein Raum, in dem die Realität und Fantasie neu zusammengesetzt werden, um den Betrachter zu einer Fantasien anzuregen, die nur durch den Konsum gehalten wird. Er kritisiert in diesen Skulpturen die Konsumwelt und fragt sich, ob wir wirklich gut wohnen.



Abbildung: „Sessel“ Acryl auf Pappe, 70.7 x 57x 104.5cm, 2010
  Julia Neuhaus – Hamburg  

1974 in Lüdinghausen/Westfalen geboren  | 1994-1997 Ausbildung zur Handbuchbinderin / 1998- 2000 Werkstudium „Gestalter im Handwerk“, Akademie Gestaltung, Münster; 2001-2008 Studium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Klasse Buchillustration“  | Stipendien u.a.: 2007 Arbeitsstipendium der int. Akademie f. Kunst u. Gestaltung Penti- ment | Ausstellungsbeteiligungen u.a.: 2010 „Die schönsten Deutschen Bücher 2009“ Buchmesse Frankfurt sowie Today Art Museum Beijing, Peking / 2010 „Im Reich der Phantasie“ Internationale Buchillustration, Mindelheimer Museen | Veröffentlichungen u.a.: „German New Media Illustration/ Hambur- ger Illustration/Fiction“ Katalog/Art Press, China, 2007 / „Morgens früh um sechs...“ Bilderbuch, Hinstorff Verlag, 2009 / „Moi, Ivan, crocodil“, Bilder- buch, L'atelier du poisson soluble (FR), 2011 / Preise: Prämierung der Stift- ung Buchkunst „Schönste Bücher 2009“ / Nominierung für den „Deutschen Designpreis 2011“ | lebt und arbeitet in Hamburg 



Julia Neuhaus arbeitet als freie Illustratorin in einer kleinen Ateliergemein- schaft in Hamburg. Hier illustriert sie für verschiedene Buch- und Zeit- schriften-Verlage. Ihre besondere Liebe gilt dem ausgefallenen Kinder- /Bilderbuch. Pinsel und Acylfarbe, Graphitstift oder Schabkarton kommen ebenso zum Einsatz wie der Comuter. Aus verschiedensten Materialien entstehen, detailreiche, phantasievolle Collagen, die ausgehend vom Text über ihn hinaus erzählen. Dabei stehen Stil und Mittel im Dienste der je- weiligen Geschichte, ihrer Charaktere und ihrer Atmosphere. Text, erzähl- ende Bilder und Typographie ergeben am Ende das Gesamtkunstwerk.

Abbildung: Ausschnitt aus „früh um sechs..“, aus dem Bilderbuch „Morgens früh um sechs...“, Hinstorff Verlag,  Rostock, 2009 Original: Mischtechnik Collage & Acrylmalerei, 65 x 29 cm, 2007
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