März

  Anna Svanhildur Björnsdóttir - Reykjavík/Island  

wurde 1948 in Reykjavík geboren. Sie beendete 1969 ihr Diplomlehramt-studium. 1985 erschienen erste Publikationen ihrer Gedichte in Zeitungen und Magazinen und 1988 erschien ihr erstes Buch Örugglega ég. Sie nahm an zahlreichen Literarischen Veranstaltungen in Island und im Ausland teil und sie ist Mitglied der Isländischen Autoren Gemeinschaft.  

Anna Svanhildur Björnsdóttirs Lyrik entspringt sehr persönlicher Erfahrung, die die Dichtung gebraucht, um komplexe Konzepte dieses Lebens zu beschreiben - wie zum Beispiel Liebe und Trauer. Viele ihrer Gedichte wurden ins Dänische, Schwedische und Englische übertragen.

Abbildung: Ausschnitt aus einer Leseprobe von „Isländer sein“

  Esther Ernst - Solothurn/Berlin  

geboren 1977 in Basel | 1997-1999 Grundstudium an den Schulen für Ge- staltung Zürich und Basel | 2000-2001 Kunst- und Bühnenbildstudium an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg | 2001-2005 Bühnenbildstudium an der Universität der Künste Berlin | 2005 - 2006 Meisterschülerstudium an der Universität der Künste Berlin | Preise u.a.: 2008 Young Art Award, Internatio- naler Förderpreis, Art Forum Ute Barth, Zürich; 2009 Goldrausch Künstler-innenprojekt art IT | Stipendien u.a.: 2007 Stipendiatin der Fondacion Pluja in Unquillo, Argentinien; Stipendiatin der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen; Stipendiatin im Kunst:Raum Sylt-Quelle, Sylt; 2008 iaab-Stipendiatin in Johan-nesburg / Kapstadt, Südafrika | Einzelausstellungen u.a.: 2010 „Freispiel“, Kabinett, Kunstmuseum Solothurn; „ich will immer gleich alles zuviel erzähl- en“, Galerie Karin Sutter, Basel; „African Visual Dub“, Doll - Espace D'Art Contemporain, Lausanne | Gruppenausstellung u.a.: 2009 „Choice“, Aus- stellungsraum Klingental, Basel; „Kunstkreditausstellung“, Kunsthaus Basel- land; „SPLENDID ISOLATION - Goldrausch 2009“, Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien, Berlin (K); „NAHRUNG“, Shedhalle, Zürich; „PPP“, Progr Perfor- mance Plattform, Bern 2010 „Enovos Förderpreis, Junge Kunst 2010“, Galerie Schlassgoart, Luxemburg / Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; „zeit/los - time/less“, Kunsthaus Grenchen | lebt und arbeitet in Solothurn und Berlin  

In langfristig angelegten Sammlungen, die Fragen und Möglichkeiten der Dokumentierung und Archivierung von Alltäglichem nachgehen, versucht Esther Ernst Weltsplitter zu erfassen und zu ordnen. Sei es eine gezeichnete Insektensammlung oder ein persönliches Archiv aus Ausstellungsnotizen – das Augenmerk richte ich stets auf jene Dinge und Ereignisse, die im täg- lichen Leben beiläufig wie unvermeidlich sind. In raumgreifenden Installa-tionen präsentiert sie Tagebuchzeichnungen, die sie seit über neun Jahren täglich anfertigt. Dabei beschäftigt Esther Ernst sich mit der Konstitution und Konstruktion von (Auto-) Biographie aus Momenten der alltäglichen Erfahrung und thematisiert zugleich Fragen nach der Erzählbarkeit von Biographie allgemein.

Abbildung: Ausschnitt aus „Atlas (Arbeitstitel)“, 2009, 16 Zeichnungen, je 46 x 61 cm, Bleistift, Kohle, Aquarell, Buntstift, Blattgold

  Etta Gerdes - Dortmund  

geboren 1974 in Krefeld | 1994 -1998 Studium der Englischen und Amerika- nischen Literatur | 1997 Studienaufenthalt in England |1998 – 2004 Studium der Fotografie an der FH Dortmund | 2004 Auslandsaufenthalt in England, Diplomarbeit „ Auf der Suche nach dem Paradies“ | 2005 Arbeitsaufenthalt in Kanada auf Einladung des Goethe-Instituts Montréal | 2006 Arbeitsaufenthalte in Vancouver und Montréal | 2007 – 2009 Arbeitsaufenthalte in Ostfriesland | Einzelausstellungen u.a.: 2006 CCA Canadian Center for Architecture, Mont- réal, Kanada; 2006 Deutsches Architekturzentrum Berlin; 2007 Galerie der TU München; 2007 Galerie der TU Braunschweig; 2008 HSR Rapperswil, CH | Gruppenausstellungen u.a.: 2002 „Phoenix. Werke. Kunst in der Zwischen-zeit“, Phoenix-Halle, Dortmund; 2005 Internationale Fototage Mannheim/ Ludwigshafen; 2005 4 Vues sur le Paysage, Galerie der Université de Montréal, Kanada; 2005 „Die Kunst Deutscher zu sein“, Goethe-Institut Washington, US; 2006 „Die Kunst Deutscher zu sein“, Goethe-Institute Rabat, Marokko, und Brüssel; 2006 „Die Kunst Deutscher zu sein“, Fotogalerie Friedrichshain, Berlin; 2008 „Glanz und Globalisierung“, POGR, Bern, CH; 2008 Jubiläumsausstellung Galerie Rebhüüsli, CH | Preise: 2005 Silbermedaille für Beitrag zum BFF-Junioren Buch; 2007 Preisträgerin beim Fotoprojekt Emscherzukunft | Publikationen: 2002 „Phoenix. Werke. Kunst in der Zwisch-enzeit“, Hrsg. Thomas Kaestle, Klartext Verlag, Essen; 2006 „Heimat. Utopie und Wirklichkeit“, Katalog zur Austellung; 2006 „Bilder kanadischer Land- schaftarchitektur. Projekte von Cornelia Hahn Oberlander; 2007 fotografiert von Etta Gerdes“, Callway Verlag, München; 2008 „Heimatgrün“, Katalog zur Ausstellung; 2008 „Pixelprojekt_Ruhrgebiet“, DVD, Klartext Verlag, Essen

Seit der Renaissance bis heute spielt Landschaft eine prägende Rolle in der deutschen Kultur. Für einige sind Landschaft und Natur bloß ein Gegenstand unter vielen, während andere, wie Etta Gerdes, Landschaft zu ihrem ausschließlichen Thema erkoren haben. Ihr Studium legte keinen besonderen Schwerpunkt auf Landschaftsfotografie, jedoch hatte sie ein persönlich begründetes Interesse an Landschaft. Etta Gerdes verbrachte ihre Kindheit in der flachen Landschaft um Krefeld und Landschaft stellte für sie immer ein Ort der Kontemplation dar. So fanden ihre ersten fotografischen Entdeck- ungen nahe ihrer Heimat statt, auch wenn ihre Leidenschaft, mit der Kamera die verschiedensten Landschaften zu beobachten und auf sie zu reagieren, sie später nach England und Kanada führte. Etta Gerdes bemüht sich stets um einen möglichst direkten und engen Kontakt mit der von ihr fotografierten Landschaft. Um das zu erreichen versucht sie so wenig Ausrüstung wie möglich zu verwenden. Ihrer Ansicht nach erlangt man durch minimale Ausrüstung, die Landschaft besser aus der Perspektive des Menschen wahrnehmen zu können. Etta Gerdes fühlt sich soweit mit der Kamera verbunden, dass sie sich selber als Stativ und Ihre Kamera als eine Verlängerung ihres Körpers ansieht.

Abbildung: Ausschnitt aus der Fotoserie „Strandleben“, Hasselblad und c-print, 2004

  Aline Helmcke - Berlin  

1974 geboren in Berlin | 1995–2002 Studium der Bildenden Kunst an der Universität der Künste, Berlin | Meisterschüler 2006–2008 Masterstudium Animation am Royal College of Art, London, Master of Arts Degree | Preise und Stipendien u.a.: 2004/05 NaFöG Stipendium des Berliner Senats, 2007/08 DAAD Jahresstipendium für Großbritannien, 2007 RCA Japan-Reisestipen- dium, 2008 Desmond Preston Drawing Prize, 2008 Man Group Drawing Prize | Ausstellungen (Auswahl) u.a.: 2010 „terrain“, Kunstraum t27, Berlin, 2009 „Perpetuum/Keine Tricks“, Sakamoto contemporary, Berlin, 2009 „Transfixed Motion/Transistory Still“, Sheffield Institute of Art and Design, 2008 „Off Topic“, Ada Gallery, London | Screenings und Festivals (Auswahl) u.a.: 2010 „Transmediale“, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2009 „Athens Video Art Festival“, 2009 Vienna Independent Shorts, 2008 „war & peace“, Arnolfini Bristol, 2007 „Eat Our Shorts“, National Film Theatre, London, 2006 „Late Night Fridays“, Whitechapel Arts Gallery, London    

In ihrer klaren, direkten, einfachen Struktur ist die Zeichnung Aline Helmckes bevorzugtes Ausdrucksmittel, um immer neue Bildstrategien zu erproben. Dabei wird die Zeichnung als offenes, erweiterbares Medium behandelt, das sich von der Serie zur Installation und zum Zeichenfilm und weiter ins Objekthafte entwickeln kann. Der Zeichenvorgang vollzieht sich als Denk- oder Vergegenwärtigungsprozess. Das Format fungiert als Zeitrahmen, in dem dieser sich ereignet. Durchgehend ist das Entstehen der Arbeit in seinem zeitlichen Verlauf der wichtigste Moment. Dieses legt das Medium Film nahe. Bildhaftes entsteht hier aus Reibungsvorgängen von Zeitlichkeit und deren Rhythmisierung. „Aline Helmcke (...) findet und erfindet mit ihren Filmen Bilder poetischen Zweifelns, denen es lohnt zu folgen und damit, ihnen nach zu denken.“ (Klaus Eisenlohr)

Abbildung: Ausschnitt eines Videostills aus dem Film „58 pages“, animation,
dv, 6:27 min, 2008

  Kathrin Schötz - Berlin  

1974 in Cottbus geboren | 1993-1999 Studium der Kuntgeschichte und Klassischen Archäologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, Magister | 1999-2004 Studium der Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, Diplom | 2005-2007 Meisterschülerin bei Prof. Hanns Schimansky Gruppen-ausstellungen: 2007 „Überhitzt“, Künstlerhaus Bethanien, Berlin, „Anonyme Zeichner“, Kunstsalon Berlin, „Signale Ostrale“, Dresden, 2009 „Edition Hiddensee“, Galerie Stefan Westphal, Berlin | 2010 „Prolog VI“, Galerie Parterre, Berlin, „Already a year?“, Galerie Stefan Westphal, Berlin, „Zeit-ges(ch)ehen“, Galerie im Rathaus Tempelhof, Berlin

In ihrer künstlerischen Arbeit interessieren Kathrin Schötz ganz bestimmte Orte der Freizeitgestaltung, wie Hotelanlagen, Schwimmbäder, Gärten und Parks. Diese Orte bilden auch ein Gehäuse für die Sehnsucht der Menschen nach dem Paradies. Die Künstlichkeit dieser Freizeitoasen mitsamt ihren exotischen Gartengewächsen oder dem eigentümlichen Mobiliar fasziniert sie dabei besonders. Welches Verhältnis haben die Menschen zu solchen Orten? Welches Menschsein ist dort möglich? Durch eine Befragung des Ortes in Malerei und Zeichnung soll eine Facette der Gegenwart beschrieben werden.

Abbildung: Ausschnitt aus „San Agustin“, 2007, 130 x 110cm, Acryl auf Leinwand
  Sebastian Stier - Berlin  

geboren 1970 in Köthen, Anhalt | 1984-1989 Ausbildung in der Kinderkompo-nistenklasse des Bezirkes Halle | 1991-1997 Kompositionsstudium in Berlin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler bei Paul-Heinz Dittrich | 1998-2001 Zusatzstudium bei Hanspeter Kyburz | Preise u.a.: 1996 Busoni-Förderpreis der Akademie der Künste; 2001 Kompositions- preis der Landeshauptstadt Stuttgart | Stipendien u.a.: 2002 Aufenthaltssti-pendium an der Cité Internatio- nale des Arts, Paris | diverse Lehrtätigkeiten | seit 2004 Dozent für Tonsatz und Analyse an der HfM „Hanns Eisler“ Berlin | seit 2007 wird das Gesamt- werk bei der Edition Juliane Klein verlegt (www. editionjulianeklein.de) | 2008 Porträt-CD beim Label WERGO | Kompositions-aufträge u. a. von der Musikakademie Rheinsberg, des Dresdner Zentrums für zeitgenössische Musik, des MDR, des WDR, des Deutschlandfunks, des Ensembles Modern, vom Klangforum Wien, der Staatsoper Stuttgart und vom Konzerthaus Berlin | Aufführungen im In- und Ausland und auf wichtigen Festivals u.a.: Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik, Wittener Tage für Neue Kammermusik, Klangspuren Schwaz, Europäischer Musikmonat 2001 in Basel, Eclat Stuttgart, Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik, Musica Strasbourg, Randspiele Zepernick | Lehrtätigkeiten u.a.: 1996 – 2004 lehrauftrag für Tonsatz/Gehörbildung im Rahmen der musikalische Nach- wuchsförderung an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin; 1998 – 2004 Lehrauftrag in der Studienvorbereitenden Ausbildung der Musikschule Berlin – Mitte für Tonsatz/ Gehörbildung; seit 2004 Dozentur für Tonsatz/ Musiktheorie mit Schwerpunkt Formenlehre/ Analyse an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin; seit 2006 Juror und Workshopleiter „Jugend komponiert“ des Landesmusikrates Berlin   

Die Musik von Sebastian Stier zeichnet sich durch klare Strukturen im musik-alischen Klangraum, sowie durch die Arbeit mit differenzierten variablen Formen aus. Das Komponierte ist komplex, ordnete sich aber schon bald in verschiedene Ereignisschichten, die umso klarer erscheinen, je länger man dem musikalischen Verlauf zu folgen bereit ist. Sich wiederholt mit den gleichen kompositorischen Ideen und Fragestellungen auseinander zu setzen, gehört zum essentiellen Bestandteil seiner Arbeit und zu seinem Selbstver-ständnis als Komponist. Dabei geht es ihm nicht um ein eventuell geschäfts-tüchtiges „Ausschlachten“ einmal funktionierender Verfahrensweisen. Das ist eine Vorstellung, die bei Sebastian Stier ein Unwohlsein hervorruft. Viel- mehr ist ihm daran gelegen, durch modifizierenden Zugriff und Perspektiv-wechsel Ideen weiter zu entwickeln und dadurch zu neuen Dingen zu kommen. Dahinter steht die Überzeugung, dass etwas Neues kaum, oder nur äußerst selten quasi revolutionär hereinbricht, sondern vor allem durch eines entsteht: harte Arbeit am musikalischen Material. So ist ein Werk immer eine Art Revision des vorhergehenden, damit teilweise auch seine Negation. In glücklichen Momenten wird dadurch eine Tür aufgestoßen und es ergeben sich Ansatzpunkte für Kommendes. Die Gleichzeitigkeit von Rückgriff und Vorangehen, Abschluss und Neuanfang interessiert ihn, da er in vielen seiner Werke Uneingelöstes, Unfertiges findet und so unausgeschöpfte Möglichkeiten und Potentiale für neuerliche Auseinandersetzungen sieht.

Abbildung: Notenblatt aus dem Stück „Strahlensatz“ Komposition für 12 Streicher, 2006
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