Mai

  Doris Kouba - Hamburg/Prag  

geboren 1974 in Darmstadt | 1993-1994 Studium der Rechtswissenschaften, Universität Hamburg | 1994-2000 Studium der Sozial und Wirtschaftsge- schichte, Westslawistik, Politischen Wissenschaften und Journalistik, Universität Hamburg | 2008 Abgabe der Magisterarbeit „Tschechischer Funktionalismus der Zwischenkriegszeit als Ausdruck für das demokratische Selbstbewusstsein einer jungen Republik“ | seit 2000 als Übersetzerin aus dem Englischen, Tschechischen und Slowakischen tätig | erste literarische Übersetzung aus dem Tschechischen: Petra Hůlovás Roman „Umĕlohmotný třípokoj“ (Dreizimmerwohnung aus Plastik) | Hieronymus-Programm für Nachwuchsübersetzer am Europäischen Übersetzerkollegium Straelen | aktuelles Projekt: Marek Šindelkas Roman „Chyba“ (Der Fehler) | lebt in Hamburg und Prag  

Texte aus einer anderen Sprache übertragen ist vergleichbar mit dem, was ein Bildhauer tut beim Herausmeißeln der Kopie einer Statue: Übersetzer wie Bildhauer wollen ein Abbild schaffen und müssen zugleich etwas Eigenes kreieren, da jeder Stein genau wie jede Sprache einzigartig ist. Das Wesen eines Werks muss erfasst werden, um es neu umzusetzen, transponieren zu können. Entsprechend sind Übersetzungen nur interpretierend und niemals original. Und dennoch…Den wahren Namen eines Dings zu kennen heißt, seine Essenz zu kennen. Auf der Suche nach dem rechten Ausdruck gilt es stets, weitere Namen und Worte zu erkennen – und damit Sprache, Sinn und Sein, denn Denken und Dichten sind eins.

Abbildung: Leseprobe aus der Übersetzung des Romans "Umĕlohmotný třípokoj" von Petra Hůlová

  Herbert Maier - Freiburg  

geboren 1959 in Haslach, Schwarzwald | 1983 Rotary-Stipendium Paris | 1986-1988 Lehrtätigkeiten an privaten Kunsteinrichtungen in Freiburg | 1988 Sommerstudium bei prof. Emilio Vedova, Internationale Akademie, Salzburg | seit 1994 Lehrauftrag für Radierungen an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg | 2000 + 2002 Gastatelier der Kunststiftung Baden-Württemberg in Berlin | 2002 Workshop an der Pontificia Universidad der Peru, Facultad de Arte, Lima, Peru | 2002/03 Dozent für Kunstgeschichte an der Hochschule Holzen | 2005 Artist in der Residence der Edwars F. Albee Foundation, Montauk, New York, USA | 2004 + 2005 + 2008 Artist Residence of the Josef and Anni Albers Foundation, Bethany, Connecticut, USA | Preise, Stipendien: 1994 Preis der Kritik, Internationale Graphik Triennale Prag, Tschechien | 1997 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg | 1999 Stipendium der Cité Internationale des Arts in Paris  

Herbert Maier will, dass die Wahrnehmung von Raum und Ding über die malerischen Mittel stolpert. Vielleicht trifft es am exaktesten, wenn man sagt, dass seine Malerei ein Rekonstruktionsversuch der Dinge unserer Welt ist. Ausschließlich aus Fläche und Farbe als Fluidum ein Komplementär zur Wirklichkeit zu rekonstruieren bzw. neu aus diesen primären Mitteln der reinen Malerei zu schaffen, bedeutet, sie als Prozess einer Zeitlichkeit vor- zuführen: Im zeitlichen Prozess verdichtet sich Raum und selbst Körper- lichkeit. Er muss es im Bild sehen, im Widerspruch: Das Dingwerden, das Körper- und Raumwerden im Zeitlichen aus der Fläche heraus. 

Abbildung: Ausschnitt aus „Speicher“ aus der Serie  „Naturzeit-Gebautezeit“, Öl auf Leinwand, 2006/2007

  Philip Meinhold - Berlin  

geboren 1971 in Berlin | Ausbildung zum Buchhändler, Besuch der Berliner Journalistenschule, anschl. Hospitanz bei der deutsch-jüdischen Wochen-zeitung Aufbau in New York | freier Journalist – als Redakteur, Reporter und Moderator für Fritz, die Jugendwelle des Rundfunks Berlin-Brandenburg, sowie freier Autor für diverse Zeitungen und Zeitschriften | 2001-2005 Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig | 2002 Debütroman „Apachen-freiheit“ erschien im List Verlag | 2009 Roman „Fabula rasa“ erschien beim Mitteldeutschen Verlag | außerdem Veröffentlichungen in diversen Antho- logien | Stipendien und Preise u.a.: Walter-Serner-Preis, Lichtenberg-Preis und das Alfred-Döblin-Stipendium

Philip Meinhold veröffentlichte zwei Romane sowie preisgekrönte Erzähl- ungen in verschiedenen Anthologien. Sein jüngster Roman heißt „Fabula rasa“ und erzählt die Geschichte des 13-jährigen Nino, dessen Vater von einem Tag auf den anderen aufhört, mit ihm zu reden, ohne dass Nino wüsste, warum. Fabula rasa ist eine Coming-of-age-Story und ein Berliner Roadmovie, eine moderne Odyssee unterlegt mit Hip-Hop-Klängen. Und es ist die Geschichte einer Vatersuche, erzählt im rasanten, witzigen Tonfall eines Sohnes, dem es zum Glück die Sprache nicht verschlagen hat. Philip Meinhold lebt als freier Journalist und Schriftsteller in Berlin. Die Zeit in Ahrenshoop möchte er dazu nutzen, um ein neues, größeres Prosa-Projekt zu beginnen.

Abbildung: Leseprobe aus dem Roman „Fabula rasa“

  Jochen Schneider - Berlin  

geboren 1976, aufgewachsen in Obermettingen, Schwarzwald | 1997 - 2004 Studium Kunsterziehung (LAG), Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle (Saale) bei Prof. Hermann Weber und Prof. Una H. Moehrke; Studium Ethik (LAG), Martin Luther Universität Halle - Wittenberg (1. Staatsex- amen) | 2004 - 2006 Aufbaustudium Bildende Kunst, Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle (Saale) bei Prof. Una H. Moehrke | 2005 - 2006 Gaststudium an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Paco Knöller | 2006 - 2008 Studium Freie Kunst an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Paco Knöller (Diplom) | 2008 - 2009 Meisterschüler bei Prof. Paco Knöller | seit 2009 freischaffend, lebt in Berlin | Einzelausstellungen: 2010 Berlin, Galerie en passant: Puls. Zeichnungen - 2006 Berlin, Galerie Invalid: Zeichnungen - 2005 Berlin, Vivantes-Klinikum Hellersdorf: Silos. Zeichnungen, seit 2002 zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen | Stipendien: 2010 Artist in Residence, Nelimarkka Museum, Alajärvi (Finnland)   

Der Schwerpunkt Jochen Schneiders künstlerischer Arbeit liegt im bereich der Zeichnung. Viele seiner Arbeiten muten abstrakt an; haben ihren Aus- gangspunkt jedoch fast immer im Gegenständlichen. Seine Umgebung, die Dinge, die er sieht, erlebt, erfährt, hört und liest geben den Anstoß. Es sind Eindrücke, die sich ihm anhängen, die er mit sich herumträgt bis sie sich dann irgendwann in seinen Arbeiten zeigen. Oft fertigt er Skizzen an oder hält seine Eindrücke – wenn dies möglich ist – fotografisch fest. Pflanzen, Berge, Seen, Gebäude, Wolkenformationen, Körperteile etc. können Ausgangs- punkte seiner Arbeit sein. Sie geben ihm den Impuls für eine Zeichnung – alles Weitere entsteht während des Tuns. Das bild in seiner Vorstellung wird nicht eins zu eins umgesetzt. Bereits während des Zeichnens tritt er in Dialog mit dem Entstandenen.

Abbildung: Ausschnitt aus ohne Titel, Graphit auf Papier, 2010

  Björn Siebert - Leipzig  

geboren 1978 in Hamburg | 2001 Studium Grafikdesign und Medienkunst mit Schwerpunkt künstlerische Fotografie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe bei Prof. Melk Imboden, Prof Andrej Ujica und Prof. Lois Renner | 2004-2007 Studium der künstlerischen Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Timm Rautert | 2008-2010 Meister- schüler an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in der Meister- klasse von Prof. Timm Rautert und Prof. Christopher Muller | Einzelausstel- lungen u.a.: 2008 "OmU", Raum für Photographie, Hamburg; "Amorica", Delikatessenhaus Leipzig; 2010 "Candy and the Creeping Things", His- torischer Kindergarten der Spinnerei Leipzig | Gruppenausstellungen u.a: 2008 "Close the Gap #2", Stadtgalerie Kiel; 2009 "Close the Gap #4", Städtische Galerie u. Kunstverein Speyer; "Close the Gap #5", Neuer Pfaffenhofener Kunstverein e.V. (G, K)   

Remakes: Große Bilderforen wie Flickr oder Webshots überschwemmen das Internet mit Amateurbildern von Privatpartys, persönlichen Urlaubsein- drücken, Wochenendausflügen und Handyschnappschüssen von Freunden im privaten Umfeld. Die Fotografen sind oft junge Menschen, alles scheint ihnen abbildungswürdig, denn das Handy und die Digitalkamera sind schnell zur Hand. Indem sie einen Blick in ihr persönliches Fotoalbum erlauben, entwickeln die Fotoamateure aber nicht nur ein Bild ihrer individuellen Per- sönlichkeit, sondern auch einer kollektiven fotografischen Erfassung von Wirklichkeit, deren Motive Björn Siebert in seinen Arbeiten genauer unter- sucht. Dies geschieht durch den Akt der Reinszenierung, den er bis ins Detail hinein vollzieht. Seine strengen Reinszenierungen von gefundenen Amateur-bildern tragen im Subtitel den Begriff »Remake« und verweisen mit diesem speziellen Begriff aus der Filmsprache auf die zentrale Bedeutung der Wiederholung für seine Arbeit. Der Akt der Reinszenierung, wiederholt die erste, originale Inszenierung und befragt ihre Mechanismen. Durch die Übersetzung von Motiven aus der Populärkultur und der Alltagserfahrung in perfekte Fotografien und ihre Präsentationen im Kunstkontext möchte er auch Fragen nach dem Verhältnis von Differenz und Wiederholung, Amateurfoto- grafie vs. inszenierter Fotografie, über Autorschaft und Originalität aufwerfen.

Abbildung: Ausschnitt aus „Man jumping into a corner“, c-print, 2007
  Silke Weyer - Berlin  

geboren 1971 in Anklam, Mecklenburg-Vorpommern | 2004 Studium Malerei an der KH- Berlin Weißensee | Diplom Malerei | 2010 Meisterschülerin bei Werner Liebmann | 2008 Kunstmesse Berlin 5. Berliner Kunstsalon | Einzelausstellung u.a.: 2009 Ausstellung Köln tease 3; 2010 Ausstellung Warschau, Theater- projekt Turista, österreichisches Kulturforum | Gruppenausstellungen u.a.: 2008 Landesverband Berliner Galerien, Emerging Art Seoul-Berlin, AEG-Ge- bäude; 2009 Gruppenausstellung Galerie Berlin 'lyrisch abstrakt' | lebt und arbeitet in Berlin  

In ihrer Malerei inspirieren sie Eindrücke aus erlebten Momenten und Augen- blicken. Es sind Personen und Begegnungen, mit kraftvollem und starkem Ausdruck, sowie leise und geheimnisvolle Situationen, die sie berühren. Dafür abstrahiert sie das Gesehene soweit, bis sich eine Essenz heraus- bildet, die Emotionen und Wahrnehmungen in den Vordergrund rücken. Die Figur löst sich aus ihrem gesehenen Umfeld heraus und stellt sich in einem sphärischen Raum der Farbe dar. Dabei sollen Grenzbereiche eröffnet werden, die das Geschehen in einen neuen Raum einbinden und mehr als nur Sehsinne erfordern.

Abbildung: Ausschnitt aus „on the run“, Öl auf Leinwand, 2010
UNTERWEGS IM MAI:
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielt Grit Sauerborn im „Klaipeda Cultural Communication Center“ ein einmonatiges Arbeitsstipendium.
  Grit Sauerborn - Rostock  

Wurde 1964 in Bützow geboren und absolvierte eine Ausbildung zur Schrift- und Plakatmalerin. Sie studierte Malerei und Grafik bei Waldemar Krämer und an der Kunst – und Medienschule Rostock. Sie arbeitet am Volkstheater Rostock und seit 1997 geht sie Lehrtätigkeit in den Fächern Malerei – Grafik an Kunstschule Rostock nach. Außerdem ist sie an der Volkshochschule Rostock und der Jugendkunstschule Bad Doberan tätig. Seit 2004 ist sie Mitglied im Künstlerbund Mecklenburg Vorpommern e. V. im BBK. 2006 erhielt sie ein Stipendium der Kunstmühle Schwaan und 2007 ein Stipendium der Hansestadt Rostock. 2008 erhielt sie ein Reisestipendium der Deutsch – Japanischen – Gesellschaft „art rainbow projekt„ Japan. Seit 2000 arbeitet sie an folgenden Kunstprojekten: Kultur Güter Bahnhof Rostock, Hermann Hesse Projekt Rostock, Produzenten Galerie Rostock „Guckenheim“ ,FKF2010 – Aufgetakelt 1 Frauen Kunstfestival Rostock. Momentan lebt und arbeitet sie freiberuflich in Rostock.  

Grit Sauerborn möchte sich in der Zeit des Stipendiums der Zeichnung widmen. Dabei möchte sie einen gestalterischen Zusammenklang mit farbig- en, malerischen. Momenten erarbeiten um urbane Themen auf Karton darzu-stellen. Wichtig in ihrer Arbeit generell ist es, eine künstlerische Freiheit zu bewahren um den- immer- zwei Bedeutungen im Entdecken und Erleben, der ersten direkten und der zweiten inneren, Ausdruck zu verleihen.

Abbildung: Ausschnitt aus „Mondinnen“, Acryl auf Leinwand, 2010
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