September

  Sabine Golde - Leipzig  

geboren 1964 in Leipzig | 1988-1994 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig | 1992 Gründung der Künstlerpresse Carivari | 1994-1995 DAAD Stipendium in Norditalien | 1996-1998 Meisterschüler-studium, Buchkunst und Grafikdesign, HGB Leipzig | 1997 Sächsischer Staatspreis für Design (mit Tom Gebhartd) | 1996-2006 zahlreiche Prämier- ungen. „Schönste deutsche Bücher“ der Stiftung Buchkunst | 2001 Walter – Tiemann - Preis, Institut für Buchkunst, Leipzig | 2004 Artist in Residence, Oregon College of Art & Craft, Portland, USA | seit 2007 Professorin für Buchkunst an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design, Halle/Saale | lebt und arbeitet in Leipzig und Halle | Preise u.a.: 2003 Ehren-diplom, Die schönsten Bücher aus alle Welt, Stiftung Buchkunst, Frankfurt/M. und Leipzig; 2004 Preis der Stiftung Buchkunst für das Buch: „Das Buch als Kunstwerk“ Die Cranach Presse des Harry Graf Kessler | 2005 Prämierung: eines der „Schönsten deutschen Bücher“ für ein Buch: „Die Marquise von O…“ von H. v. Kleist | Ausstellungen u.a.: 2008 Luzern Bucht, 9. Frauenfelder Handpressenmesse; 2009 Codex-Symposium und Messe, Berkeley, Kali- fornien, USA; Made in Germany – 6 zeitgenössische Buchkünstler in der library in Santa Barbara, CA; 2010 Buchkunstausstellung „Das Buch als Kunstwerk“ Moskau  

Sabine Golde arbeitet momentan an dem Buchprojekt „Katalog der Vögel“. Grundlage diesen Projektes sind poetische Texte von Oliver Messiaens, die neben dem Komponieren entstanden sind und seine Stücke aus dem „Cata- logue d’oiseaux“ Oliver Messiaen erforschte über 700 Vogelstimmen und nutze sie als Inspiration für eigene Kompositionen. Mit den Vogelstimmen schuf Messiaen einen vorneherein festgelegt offenen Klangraum, in dem sich Unerwartetes ereignen kann. Auch in der Natur ist nicht von, welcher Vogel wann und wie lange singt. In Kommentaren zu seinen Stücken beschreibt Messiaen, wie er Farben hört. Bereits in den frühen Kompositionen spielt Synästhesie eine Rolle. Erweitert werden soll die Arbeit durch Codierung und Übertragung der Vogelstimmen in Lautschrift. Geplant ist eine künstlerische Umsetzung in Buchform mit Zeichnungen, Texten von Messiaen, Transkription der Vogelstimmen und Farbtafeln.

Abbildung: Ausschnitt aus „KUNST & RAUM ART & SPACE“ zu Martin Heidegger, Handoffset, Stempeldruck, 2009
  Sascha Macht - Leipzig  

1986 in Frankfurt (Oder) geboren. Seit 2007 Studium am Deutschen Literatur- institut Leipzig. Mitglied der Autorengemeinschaft Vereinigung 1. Februar. Veröffentlichungen von Prosa, Lyrik und Dramatik in verschiedenen Antholo- gien und Literaturzeitschriften (u. a. „EDIT – Papier für neue Texte“ und „Neue Rundschau“), außerdem regelmäßige Beiträge auf dem Blog „Der untergeh- ende Fisch“ (http://dasuntergehendeschiff.blogspot.com/). Eingeladen zum Autorenwettbewerb des Heidelberger Stückemarkts 2011. Lebt in Leipzig und Greifswald.  

Sascha Macht arbeitet derzeitig an seinem ersten Roman, „Der blaue Hut“, der, ganz im Sinne des Magischen Realismus, den Versuch wagt, mehrere Wirklichkeits- und Wahrnehmungsebenen miteinander zu verbinden und gleichzeitig die Strukturen von Raum und Zeit aufzulösen und neu zu ver- knüpfen, um so ein rhapsodisches Panorama der Möglichkeiten im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit zu zeichnen: Die Innenstadt Greifswalds wird von einer gigantischen Schiffsflotte belagert, es droht die Invasion – auf dieser Grundlage bilden menschliches Leid, Größenwahn, Kunst, Trauer um das Verlorene, Erinnerungen, Kampf um das Verbliebene, Utopie, die Ver- teidigung der Menschlichkeit, Imagination, Hoffnung, Mythos, Irrsinn, Expres- sivität, Tragödie, Umwandlung, Vorausdeutung, paranormale Aktivitäten, Zu- sammenhänge, die Verwüstung historischer Landstriche, Wunschdenken, das Erwachen der Sexualität, Ketzerei, Verweigerung der Wirklichkeit, To- desspiele, architektonische Ungereimtheiten, die Anzweiflung der aufricht- igen Liebe, Zeichen und Wunder ein hemmungslos fiktionales Textgerüst.

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus dem Romanprojekt „Der blaue Hut“

  Carola Persson - Malmö/Schweden  

geboren 1972 | Fine Arts. School of Visual Arts, New York | Universität Malmö, Schweden | Lunds Universität, Ingenieur Fakultät LTH, Schweden | Hellidens Folkhögskola, Schweden | Unterrichtet zeichnen und malen an der Folksuniversitetet, Malmö, Schweden | Unterrichtete am Naturhumanistiska gymnasiet in Malmö | Unterrichtete Kunst am Consensus vǻrdgymnasium in Lund |Unterrichtete zeichnen und malen am Studieförbundet Vuxenskolan in Staffanstorp/Dalby | Ausstellungen u.a.: 2008 Staffanstorps Konsthall (Staffanstorp City art museum for contemporary art); 2009 Gamla Apoteket, Lomma; Galleri E20 Art Gaja, Umbrien, Italien; 2010 Galler Ramverket, Grafik I vast, Göteborg; Grafikstaffen, Grafiska sällskapet, Stockholm; Edsviks konstall, Sollentuna 

Carola Persson arbeitet mit Malerei, Drucken, Zeichnungen und Objekten aus vermischten Medien. Dazu zählen Collagen aus Drucken und Zeichnungen und Collagen aus Drucken und Malerei. Die Größen ihrer Werke variieren zwischen Daumengroß bis hin zu monumentalen Wandmalereien. Sie liebt es Projekte zu planen und zu diskutieren aber am aufregendsten ist für sie der teil, indem sie ihr Werk erschafft. Der Weg vom Gedanken zur Gestalt. So lange sie zurück denkt, hatte sie das Bedürfnis sich auszudrücken. Sie interessiert sich daher sehr für soziales und strukturelles Auftreten. Sie diskutiert auch in Ihrer Kunst die erlernten und gelehrten Verhaltensweisen. Sie arbeitet mit Ideen über Frieden und Bewegung. Sie reist um neue Dinge zu entdecken und sie verbringt manchmal mehr, manchmal weniger Zeit damit ihre Ideen zu sammeln und zu reflektieren. Zu ihren Reisezielen gehören bis jetzt China, Südafrika, Deutschland und die USA.

Abbildung: Ausschnitt aus „catch the box“, Öl auf Leinwand

  Katinka Theis - Berlin  

geboren 1975 in Freiburg | 1996-2000 Studium der Bildhauerei/ Freie Kunst an der Alanus Hochschule, Institut für Kunst und Gesellschaft, Bonn | 2007-2009 Masterstudiengang „Raumstrategien“, Kunsthochschule Berlin-Weißensee | 2009 Master of Arts im Fach Raumstrategien, KHN Berlin-Weißensee | Aus- stellungen: 2009 Jungle was Yesterday, prima Kunst Container, Kiel; Außen- horizont, Im Klub. Ein parasitärer Raum im Rahmen der Ausstellungen; „Wahl- heimat“, Nancyhalle, Karlsruhe; 2010 Monu-mentale Strukturen, Kunstverein Susi, Köln | Stipendien: 2003 Kunststipendium Laufenburg, Schweiz; 2010 SIM, Arist in Residence Programm, Island; 2011 SIM, Artist in Residence Programm, Island | lebt und arbeitet in Berlin  

In ihrer Arbeit untersucht sie den modellhaften Charakter von monumentaler Architektur und Landschaft. Dabei geht es ihr um den Perspektivwechsel von einer sinnlichen erfassbaren Realität in die Vorstellung einer modellhaften Welt. Mittels Collagen, Objekten und Installationen greift sie landschaftliche 
oder architektonische Situationen auf und überführt sie in eine modellhafte Räumlichkeit. Der Maßstab orientiert sich, nicht wie üblich an Berechnungen 
eines konkreten Gegenstands, sondern durch die Beziehung von Gegen- stand, Raum und Betrachter. Auf diese Weise machen es die Objekte und Installationen dem Betrachter möglich, eine körperliche Beziehung herzustel- len, und gleichzeitig den Wechsel in einen selbst gewählten Maßstab zu vollziehen. In diesem Moment werden die Objekte zu Modellen, die als Lebenswelt betrachtet, von autonomen Gesetzmäßigkeiten bestimmt sind. Der Betrachter bewegt sich in einem utopischen Modell, dass die individuelle Verhaltensweise einer Macht ausübenden Raumstruktur gegenüber stellt.


Abbildung: Ausschnitt aus „Force of the Ground, Iceland“ Photocollage, 2010
  Friederike von Hellermann - Halle  

geboren 1984 in Essen | Tätigkeiten u.a.: 2002 Abolvierung des International Baccalaureate in Maastricht, Praktikum in der Buchbinderei Hartmann, Ham- burg, Studium von Book Arts and Crafts am London College of Printing, 2003- 2005 Buchbinderin bei Wyvern Bindery, London; 2005-2010 Studium der Buchkunst an der Burg Giebichenstein, Halle  

In den letzten Jahren hat sich die Künstlerin auf Reisen immer wieder mit Landschaften beschäftigt. Auf längeren Bus- oder Zugfahrten durch Syrien, Georgien und der Ukraine hat sie Skizzen angefertigt, die ein ganzes Heft füllten und ein künstlerisches Album der jeweiligen Reise abbildeten. Auch in Ahrenshoop möchte die Künstlerin ein solches Reisetagebuch führen. Im Vorfeld der Reise wird sie sich mit der dortigen Literaturszene auseinander- setzen um Eindrücke vor Ort mit dem Gelesenen verbinden zu können und sich so inspirieren zu lassen. Entstehen soll eine buchähnliche Arbeit mit Bild und Text, die in einer kleinen Auflage produziert werden soll. Die Künstlerin wird in diesem Stipendium in der von ihr neu entwickelten Schablonentechnik, die eine formale und inhaltliche Abstraktion zulässt, arbeiten und diese so weiterentwickeln können. 

Abbildung: Ausschnitt aus dem Künstlerbuch „Magic Wallet“, 2009
UNTERWEGS IM SEPTEMBER:
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielten Tino Bittner und Christian Kuzio in der Kulturvilla Muramaris in Visby/Schweden Klaus Ferentschick im „Zentrum für zeitgenössische Kunst“ in Kaliningrad/Russland und Oliver Kluck im „Ostseezentrum für Schriftsteller und Übersetzer“ (Baltic Centre for Writers and Translators) in Visby/Schweden jeweils ein einmonatiges Arbeitsstipendium.
  Tino Bittner - Schwerin  

geboren 1975 in Schwerin | 1997-2004 Studium an der Hochschule für ange- wandte Wissenschaften, Hamburg | seit 2003 freischaffend als Bildender Künstler | seit 2007 Mitglied im Künstlerbund MV | Ausstellungen und Ausstel-lungsbeteiligungen u.a.: 2002 „Stadt und Rand“ –Stipendien u.a.: 2008 Sti- pendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern | Rathaus, Schwerin; 2006 „Friedensakte 06“ – Galerie 14 Dioptrien, Hamburg; 2010 „ZeitGänge“ – Gut Weitendorf, Rostock-Laage.  

Tino Bittner beschäftigt sich vorzugsweise mit vorgefundenen Situationen, vorgefertigten Materialien oder Fundstücken und Überbleibseln aus der Alltagskultur. Die Kombination verschiedener Elemente aus unterschiedlichen Sinneszusammenhängen öffnet Assoziationsfelder und verweist auf Wahr- nehmungs- und damit verbundene Interpretationsmöglichkeiten. Seine Arbeit beruht auf Beobachtungen, die sich im Prozess in einer Entsprechung offen-baren, mit der Möglichkeit Verborgenes sichtbar zu machen.

Abbildung: Ausschnitt aus „SUDOKU-Skizzen“, Farbplotts auf Papier, 2009
  Klaus Ferentschick - Berlin  

wurde 1957 in Graben, Baden Württemberg geboren und lebt heute in Berlin. Er trägt nach seinem Studium der Theater- Film- und Medienwissenschaften den Titel Dr.phil. Er war Regend am Collège de Pataphysique und veröffent- liche als Schriftsteller zahlreiche Werke im deutschen, französischen und flämischen Sprachraum. Er wurde mit diversen Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Writer-in-Residence in Brüssel.  

Momentan arbeitet er an einer Biografie und Werkgeschichte über den in Vergessenheit geratenen Maler und Dichter Friedrich Schröder-Sonnenstern. Er wurde im damaligen Kaukehmen, dem heutigen Jasnoje geboren und lebte dort bis 1919. Es wäre vom biografischen und werksgeschichtlichen Aspekt von großer Bedeutung, mehr über seine Heimat zu erfahren und nähere Einblicke zu bekommen, da sie ihn sehr geprägt hat. Das Buch, versehen mit Bildern und Textauszügen von Schröder-Sonnenstern, erscheint an seinem 30. Todestag im Mai 2012 im Verlag Matthes & Seitz Berlin und 2013 folgte ein zweiter Band mit seinen unveröffentlichten Texten. 

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus dem Exposé von „Sonnensterns Kosmos“
  Oliver Kluck - Berlin  

Oliver Kluck wurde im April 1980 in Bergen auf Rügen geboren. Nach einer Berufsausbildung studierte er in Rostock Ingenieurwissenschaften. 2006 folgte, mit dem Abbruch des ersten Studiums, sein Wechsel an die Universität Leipzig, wo er Prosa, Dramatik und neue Medien studierte. Im Jahr 2007 schrieb er sein erstes Theaterstück „Mut macht Mut“. Im gleichen Jahr veröf- fentlichte er die Erzählsammlung „Ein Himmel voller Bratschen“ und 2008 das Drehbuch „Ukrainische Verhältnisse“. Aus einer Arbeit an einem Essay über die Generation Meese erwuchs ein Text zum Prinzip dieser Generation, für den Oliver Kluck im Mai 2009 mit dem Förderpreis für neue Dramatik des Berliner Stückemarktes ausgezeichnet wurde. Im gleichen Jahr wurde sein Stück „Zum Parteitag Bananen“ am Theater Chemnitz uraufgeführt. 2010 erhielt er für sein Stück „Warteraum Zukunft“ den Kleist-Förderpreis für junge Dramatik. Oliver Kluck lebt in Berlin.  

Oliver Kluck gelingt in seinem Text, der „ein Stück ohne Stück“ ist, eine exem- plarische Zustandsbeschreibung der fast dreißigjährigen Großstadtjugend Deutschlands. „Das Prinzip Meese“ ist das Finden der eigenen Verwirrung dieser Generation, die zwischen Privatfernsehen, schlecht bezahlten Hiwi- Jobs und einer Perspektive, die von Arbeitslosigkeit und Hartz IV bestimmt wird, nach dem Sinn der eigenen Existenz fragt. Diese verzweifelte Such- bewegung schildert der Autor auch als seine eigene, wechselweise als arrogant, eitel, verbissen, aber auch als erbärmlich. Dabei entsteht aus den erzählerischen Fragmenten das Bild einer Generation, für die es kaum noch etwas zu erkämpfen lohnt. Weil es allen – zumindest in Mitteleuropa – eigentlich gut geht. Der Text ist gekennzeichnet von böser Komik und wütender Verzweiflung. In seinem jüngsten Werk „Feuer mit mir“ setzt sich Oliver Kluck mit dem Thema Amoklauf an Schulen auseinander.

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe
  Christian Kuzio - Rostock  

geboren 1979 in Neubrandenburg | 2001-07 Studium der Gitarre Pop-World-music/Klassik an der Hochschule für Musik und Theater Rostock | 2005 Kompositionsstudium bei Jan Fern in Piteå/Schweden | 2008 Fernstudium am Recordinginstitute Detroit | seit 2000 Gitarrenlehrer an der Rock & Pop Schule Rostock | Musikalische Leitung u. a.: 2007 Um Himmels Willen, Ikarus! (Theater Baden-Baden) | 2008 „kantig. - wenn besiegtes neu erscheint“ (pop kw Rostock) | 2009 „Das kleine Gespenst“ (Theater Konstanz) | Theatermusiker u.a.: 2006 Die Schneekönigin (Theater Baden-Baden) | 2007 Alice im Wunder- land (Volkstheater Rostock) | 2009 Emil und die Detektive (Volkstheater Rostock) | Veröffentlichungen u. a.: 2006 „Meditation for the Nation“ Kuzio (Klangräume/Klangräume) | 2008 „Eine Elektrodyssee“, Kuzio & Liebold (SWR/Klangräume) | 2008 „Die Reise Die Reise“ (stockrecords/KasabiTunez) | 2008 „kantig. - wenn besiegtes neu erscheint“, pop kw (stockrecords, subsound/Xenos) | 2009 „ Bunker 302“Hermann (stockrecords, Bunker Eichenthal) | lebt und arbeitet in Rostock  

Christian Kuzio kommt aus Rostock und ist freischaffender Musiker. Er spielt in Bands und Projekten, komponiert und produziert Film- und Theatermusik, arbeitet mit Jugendlichen, denkt nach und versucht zu verstehen. Seine Musik ist nie Mainstream, auch wenn er stets seine Mitte sucht. Er ist nicht laut, aber er schafft zu sagen was er denkt: „… die Welt ist am brennen, da kann man nichts machen, höchstens auch hier noch ein Feuer entfachen…"
Na dann man tau! 


Abbildung: Ausschnitt eines Entwurfs 2009
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