April

  Sabine Beyerle - Malerei  

geboren 1975 in Leonberg | 1996-2003 Studium der Bildenden Kunst an der Universität der Künste Berlin | Studium der Anglistik an der Humboldt Univer- sität Berlin | 2000 Erasmus Stipendium an der Chelsea School of Art London | seit 2001 verschiedene Ausstellungen in Berlin, Köln, Braunschweig, Lissa- bon und München | 2003 Meisterschülerin an der Universität der Künste Berlin | seit 2004 freischaffende Künstlerin | 2006 Stipendium der Dorothea Kon- wiarz Stiftung Berlin | 2006-2008 Atelierstipendium der Karl-Hofer-Gesell- schaft Berlin | 2009 DAAD Reisestipendium für Brasilien | lebt und arbeitet in Berlin  

Sabine Beyerle beschäftigt sich mit Räumen, Interieurs und Außenwelten. Sie arbeitet nach fotografischen Vorlagen, die sich zu einem dichten Bildkomplex mit multiplen Perspektiven verweben. Ihre Bilder zeigen Orte des Reisens und des Übergangs, wie Fähren, Küchen, Kantinen, Strände in Afrika,  Häuser in der Karibik, Wohnmobile im Irgendwo. Sie bringt Flüchtiges und Beständiges zusammen. Realistische Darstellungen verbinden sich mit malerischen Elementen wie zum Beispiel Farbschüttungen, sich verselbstständigenden Strukturen, Ornamenten oder Auflösungen. Die Entscheidung zu einer ganz bestimmten Farbigkeit macht die spezifische Zeit-Atmosphäre der Bilder aus. Bei Sabine Beyerle entstehen so eigenartig reale Bilder, die erst auf den zweiten Blick irreal werden, die erinnern, die in Bewegung setzen, die „Zeit-Räume“ oder, wenn man so will: „Zeit-Landschaften“ sind.

Abbildung: Ausschnitt aus „Paragon“, Öl auf Leinwand, 160 x 160 cm, 2009

  Justina Jasinevičiūtė - Malerei  

geboren 1988 in Šilalė, Litauen | 1996-2000 Kunstschule Šilalė | 2006-2010 Studium der Kunstwissenschaften und Malerei an der University of Klaipėda | 2009-2010 Ausstellungen in der Gallery of Klaipėda University | lebt und arbeitet in Klaipėda

In ihrer Malerei möchte Justina Jasinevičiūtė das soziale Leben junger Per- sonen festhalten. Für sie ist Menschlichkeit ein außergewöhnliches Phäno- men. Wenn wir bemerken, dass wir uns von anderen unterscheiden, denken wir darüber nach. Wir analysieren unser Umfeld und identifizieren uns durch Zugehörigkeit zu Gruppen. Wenn wir diese Welt verlören, egal in welcher Art und Weise, würden wird dann uns selbst verlieren? Der Mensch ist durch seine Reaktionen und mannigfaltigen Ausdrucksweisen ein interessantes und unvorhersehbares Geschöpf. Der Körper ist lediglich ein Container, der die Seele beherbergt.

Abbildung: Ausschnitt aus „Perfume“, Öl auf Leinwand, 120 x 80 cm, 2010

  Silvia Ocougne - Komposition  

geboren 1957 in São Paulo | 1971-1986 lernte Gitarre im Bereich brasilia-nischer Klassik und Jazz | 1973-1981 Stipendiatin der Musikfestspiele von Campos de Jordão Brasilien | 1975-1981 Kompositionsstudium an der São Paulo Universität | seit 1977 verschiedene Lehrtätigkeiten in Boston, Brasilien, der Schweiz und Berlin | 1984 Stipendium des Third Stream Studiums am NEC in Boston |1986 Master of Music am NEC |  lebt und arbeitet in Berlin 
 

Silvia Ocougnes musikalische Heimat ist die brasilianische Musik, ihre charak-teristischen Rhythmen und Melodien sowie die Gitarre als ihr Instrument. Als die Komponistin 1987 nach Deutschland kam, gingen ihre Gitarren alle nach- einander kaputt. Bei der trockenen Heizungsluft verzogen sich die brasilia-nischen Instrumente. Sie begann, die Instrumente zu präparieren. Zum Beispiel machte sie daraus eine Art Tisch-Gitarre, die man auch perkussiv spielen kann. Mittlerweile sind viele Kompositionen daraus entstanden, wie zum Beispiel „Ilu Olonlo“, ein  ortgebundenes Solo für 12 verschiedene präparierte Gitarren und Elektronik. Bisher trennte sie die Welten der klassischen und präparierten Gitarre. Nun möchte Silvia Ocougne die Übergänge zwischen den realen und den präparierten Klängen in den Mittelpunkt rücken. Sie will die vorgegebene und die persönlich interpretierte Realität konfrontieren.

Abbildung: Ausschnitt eines Notenblattes aus dem Stück „Curto Circuito“ (Kuzschluss) für Schlagwerk, Zither, Cuíca, Snares und Streichholzschachteln.

  Elke Rindfleisch - Tanzperformance  

geboren 1969 in Aachen | 1984-1988 Tanzstudio Giessen, Jülich | 1986-1988 gibt Tanzunterricht für Kinder im Tanzstudio für elementaren Tanz in Jülich | 1989-1991 Musical School Berlin | 1991-1994 Rotterdam Tanzakademie, Niederlande | 1994-1995 Stipendium an der Martha Graham School of Con- temporary Dance New York | 1995-1999 Stipendium für das Merce Cunning- ham Studio | 1999 gründete sie das Ensemble „Rindfleisch“ | seit 2002 unterrichtet sie Yoga, Tanz, Choreografie und Improvisation an unterschied- lichen Tanzstudios in Berlin, Köln und New York | seit 2005 entwirft sie eigene Kostüme für ihre Tänze | bis 2008 in New York als freie Tänzerin | lebt und arbeitet in Berlin

Elke Rindfleisch möchte eine Performance erschaffen, die das Verständnis von Bewegung als eine Art der Kommunikation weiterführt. Dies erreicht sie, indem sie die Ursprünge, ihre Auswirkungen und den emotionalen Wert erforscht. Beim Publikum soll ein größeres Verständnis für die Verbindung zwischen Bewegung und Emotion entstehen: Löst Bewegung Emotionen aus, oder bestimmen Emotionen die Bewegung? Elke Rindfleisch interessiert, wie Bewegung nicht durch Literalität, sondern durch ihre Absicht Geschich- ten erzählt und wie die Performance diese Absicht beeinflusst und vom Publikum wahrgenommen wird.

Abbildung: Ausschnitt eines Videostills aus der Performance „Damage“ für 6 Tänzer, 3 Sänger und 3 Musiker, 2006

  Stefan Stabenow - Drehbuch  

geboren 1971 in Ingostadt | 1995-2001 Regie- und Kamerastudium an der Polnischen Filmakademie in Łódź | seit 2003 freier Filmeditor, Cutter und Drehbuchautor | 2009 Dramaturgische Drehbuchberatung im Rahmen der BKM Drehbuchförderung: „Schuss ins Wasser“ | lebt und arbeitet in Berlin  

Das Bedürfnis zu schreiben hat sich bei Stefan Stabenow organisch aus verschiedensten kreativen filmischen Tätigkeiten heraus entwickelt. Eine besondere Bedeutung in diesem Zusammenhang haben seine Erfahrungen aus der Arbeit als Filmeditor in den vergangenen Jahren. Sein neues Buch- projekt „Rebus“ handelt von einer Spurensuche, vom Geschichtenerzählen und –erfinden und vom fließenden Übergang zwischen dem Wahr-Sein und dem Wahr-Werden einer Geschichte: Ein Künstler sammelt in Form von Interviews Stimmen und Interpretationen zu einer Fotografie, die er selbst erstellt hat. Eine Folge von unheilvollen Zwischenfällen führt den Künstler selbst in die Obsession der Suche nach der „wahren Geschichte“ seines Bildes. Dabei greift er in das Beziehungsgeflecht einer verborgenen Wirklichkeit ein. Er ist sich nicht bewusst, in welchem Maße er sich und andere dabei in Gefahr bringt.

Abbildung: Ausschnitt aus einer Treatment-Fassung von „Rebus“
UNTERWEGS IM APRIL:
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielt Christian Hussel im „Klaipeda Cultural Communication Center“ in Kleipeda/Litauen ein einmonatiges Arbeitsstipendium.
  Christian Hussel - Hörspiel  

geboren 1957 in Leipzig | 1978-1980 Studium der Wasserwirtschaft an der TU Dresden | 1980-1988 Arbeit als Drechsler | seit 1988 freischaffender Autor | 1990-1996 Studium der Theaterwissenschaft und der Soziologie an der Universität Leipzig | 2000 Projektleiter des 10. Leipziger literarischen Herbst „laut&stil.le“ im Kulturamt der Stadt Leipzig | Arbeitsaufenthalte und Stipendien in die Republik Kongo, China, Indien, Costa Rica, Armenien, Slowenien, Spanien, Schottland und Türkei | lebt und arbeitet in Leipzig  

Christian Hussel schreibt Hörspiele und Theaterstücke. Seine Märchenhör-spiele erwecken altbekannte Figuren und Geschichten zu neuem Leben. Die Erfahrungen, die er auf Reisen um die ganze Welt gemacht hat, lässt er als Farbtupfer oder ungewohnte Klänge einfließen. Deshalb wirken gerade auch seine Hörspiele so lebendig und prall. So beseelt er richtig gruselige Märchen mit wunderleichtem Humor und bereitet mit herrlich schrägen Geistergauner- komödien diebische Freude. Er schreibt aber auch bitterböse Kriminalge- schichten, die voll schwarzem Humor sind. Das ist ein Festtag für die Lach- muskeln. Nun arbeitet Christian Hussel an dem dritten Teil einer Hörspiel-Folge zu globalen wirtschaftlichen und ökologischen Fragen. Nach „Pränatale Erben“ und „Bio-Öko-Tot!“ thematisiert das neue Hörspiel die europäische Fischereipolitik.

Abbildung: Ausschnitt einer Seite aus dem Buch „Der Kleine Muck - Kinderhörspiele nach Märchen“, 2009
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