August

  Künstlergruppe island between us  

Christiane G. Schmidt (Köln) - Malerei/Zeichnung
Susanne Britz (Berlin) - Fotografie/Zeichnung
Jeannette Castioni (Reykjavík) - Fotografie/ Video/Installation
Mia Hochrein (Münnerstadt) - Objekt/Installation/Künstlerbuch
Stephanie Krumbholz (Berlin) - Malerei/Zeichnung
Ines Meier (Berlin) - Fotografie/Collage/Text
Hrafnhildur Sigurðardottir (Reykjavík) - Objekt/Textil
 

Die sieben Künstlerinnen hatten sich 2008 im Künstlerhaus Lukas anlässlich der Ausstellung „Solitude – Landschaft im Aufbruch“ im Neuen Kunsthaus Ahrenshoop kennen gelernt. Bereits bei diesem ersten Treffen zeigte sich bei allen ein deutliches Interesse an einer intensiven Zusammenarbeit und inter- kulturellem Austausch. Der gemeinsame Aufenthalt 2009 in Island konkretisierte das Arbeitsvorhaben der Künstlerinnen zu „Island between us“. Die Künstlergruppe will einen realen Raum, eine Insel mit einem utopischen Inselentwurf verknüpfen und damit einen experimentellen Interaktionsraum erschaffen. Einen fiktiven Lebensraum als Treffpunkt oder Fluchtpunkt. Dabei geht es um Themen wie Heimat, Religion, Lebens- und Wohnkultur, Gesellschaftsform oder Sitten und Gebräuche. Die Workshop-Ergebnisse werden in einer Ausstellung, einem Künstlerbuch und einem Katalog dokumentiert und veranschaulicht. 

Abbildung oben: Ausschnitt aus „Romantik - Abflughalle 3“ Acryl, Öl auf Leinwand, 80 x 105 cm, 2010 von Christiane G. Schmidt; Detail aus „the most beautiful is behind us now“, Fotocollage, 84 x 59 cm, 2010 von Ines Meier

  jewellery hyperreal  

Im Rahmen ihres Workshopstipendiums im Künstlerhaus Lukas finden sich Susan Pietzsch und Benedikt Fischer (beide Schmuck), Karla Detlefsen und Gabi Altevers (beide Grafik), Wolfgang Stehle (Skulptur/Video/Zeichnung) und Dr. Anne Schloen (Kunsthistorikerin) unter SCHMUCK2 zusammen. Der Workshop wird temporär durch die Gäste Martí Guixé (Design), Tom Kühne (Architektur/Design), Caroline Bayer (Raumzeich-nung/Skulptur) und Inga Knölke (Fotografie) erweitert, sowie abschließend in eine Diskussion am 18. August mit Manuel Raeder (Grafik) und BLESS (Mode/Design) münden.

Zehn Tage lang befassen sich 10 Künstler, Designer, Graphiker und Kunst- theoretiker mit dem Verhältnis von Schmuck und Hyperrealität. Das 20. Jahr- hundert ist geprägt durch Simulation, vom Verschwinden der Grenzen zwi- schen wahr und falsch, Original und Simulation. Diese Vermischung von Realität und Fiktion wird auch als „Hyperrealität“ bezeichnet. Der Workshop im Künstlerhaus Lukas wird sich mit diesen Entwicklungen befassen und sich dabei vor allem mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Hat die Entstehung einer Hyperrealität auch Auswirkungen auf das menschliche Bedürfnis, sich zu schmücken? Was bedeutet die Existenz einer Hyperrealität für den Schmuckbegriff? Lässt sich Schmuck in eine hyperreale Existenz überführen? 

Bereits 1997 hat Susan Pietzsch SCHMUCK2 ins Leben gerufen. Mit inter- disziplinären Projekten und ungewöhnlichen Ansätzen bringt SCHMUCK2 seitdem Leute aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen. Die Intention besteht in einer facettenreichen Darstellung zeitgenössischer Schmuckstile, die auf unkonventionellen Konzepten zwischen bildender und angewandter Kunst beruhen und Grenzbereiche ausloten. Die bisherigen Konzepte an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design von SCHMUCK2 erfahren im aktuellen Workshop ihre Fortführung und Erweiterung.


Abbildung oben: „HOCHsitzen“, Glashagen M-V, 2010
Abbildung unten: „reloaded“, Bad Doberan M-V, 2008

UNTERWEGS IM AUGUST:
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielt Holger Stark im „NES - Artist Residency Skagaströnd“ in Skagaströnd/Island sowie Florian Wiesner im „Gunnarshús“ in Reykjavík/Island jeweils ein einmonatiges Arbeitsstipendium.
  Holger Stark - Fotografie/Land-Art/Installation  

geboren 1960 in Rostock | 1978-1980 Ausstellungstechniker in der Kunsthalle Rostock | 1984-1990 Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden | 1990-1991 Studium der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Hamburg | 1992-1994 lebt und arbeitet in England | 1995-200 Atelier in Berlin | 2001 gemeinsam mit der Malerin Tanja Zimmermann Erwerb und Ateliersausbau eines ehemaligen Speichergebäudes in Mecklenburg | Zimmermeisterausbildung | 2005 Geschäftsführer der Kerbholz GmbH | 2009 Schleswig-Holstein-Haus Stipendium der Hansestadt Rostock | lebt und arbeitet in Klein Warin

Holger Stark hat sich in vielen Bereichen der Bildenden Kunst bewegt. Noch während seines Studiums der Malerei und Grafik beginnt er Performances mit Künstlerkollegen, Musikern und Schriftstellern zu entwickeln. Im Aufbaustu- dium beschäftigte er sich mit dem Medien Fotografie und Video. Im Weiteren ist er auch in den Bereichen Installation, Holzobjekt und Land-Art tätig. 2007 installiert er im und am Roten Pavillon in Bad Doberan die hölzerne Raum- plastik „Yellow Snow“. Den Innenraum durchbrechend erreicht sie den Außenbereich. Gegensätze werden ausgelotet: außen - innen, hart - weich, positiv - negativ, heiß - kalt. Auch mit seinem „Objekt 1300 - 100 – 100“ durchbricht er mit seiner Holzinstallation einen Innenraum. So gibt es zwei völlig verschiedene Perspektiven aus denen man das Kunstwerk betrachten kann. Mit seinem 2009 entwickelten Kunstwerk „Torverschließung“ thema- tisiert der Künstler Rostocker Stadtgeschichte und –politik. In unmittelbarer Nähe der Petrikirche in Rostock hängt ein großer Holzquader am Hang, wo früher das Petritor stand. Der weiß-bräunliche Klotz ragt beunruhigend am Abhang, er droht herunter zu rutschen und erinnert an die emotionale Diskussion um den Wiederaufbau des alten Petritors. Der Betrachter seiner Kunstwerke bekommt keine Antworten. Holger Stark erklärt nichts, er stellt Fragen. Er möchte mit seinen Arbeiten unendliche Geschichten erzählen.

Abbildung: Detail einer Installation in Skagaströnd, 2012

  Florian Wiesner - Prosa  

geboren 1981 in Würzburg | 2001-2003 Studium der Kulturwissenschaften und Informatik | 2003-2010 Studium der Kulturwissenschaften, Soziologie und Philosophie | 2008 Finalist beim 16.open mike, öffentliche Lesung und Veröf- fentlichung in der Anthologie zur Veranstaltung | seit 2010 freier Autor | lebt und arbeitet in Schillingstadt

Florian Wiesner schreibt Prosa und Kolumnen. Er eignet sich im Hier das Jetzt an. Und lehnt sich zurück. Schließt die Augen, blickt und schreibt. Im Moment einen Roman.

Abbildung: Leseprobe aus dem Exposé „Von A nach B in drei Sekunden Mit der Olivetti Valentine durch grünes Gras“
www.zeitgenosse.de

Seitenanfang