Februar

  Eike Dingler - Künstlerbuch  

geboren 1977 in Göttingen | 1999 Studium Kommunikationsdesign an der FH Düsseldorf | 2006-07 Masterstudiengang „Type and Media“ für Typografie und Typedesign, Königliche Akademie der Künste Den Haag | seit 2007 Büro für Gestaltungskonzepte und Typografie in Berlin | verschiedene kulturelle Projekte 

Dinglers Ziel ist „Ein kurzes Bilderbuch der Zeit“ zu gestalten, das sehr lose auf Stephen Hawkings „Eine kurze Geschichte der Zeit“ basiert. Das geplante Künstlerbuch soll Hawkings Texte in Bilder transformieren. Zwar gibt es von Hawkings Geschichte bereits eine illustrierte Ausgabe, jedoch sind dort die Bilder immer dem Text untergeordnet, so Dingler, niemals autark, nie werde ihnen wirklich Kommunikation zugetraut. Er möchte die Bilder zur Hauptsache machen und komplexe Zusammenhänge auch ohne Worte erklären. Anstelle einer linearen Argumentation sollen Assoziationsräume und neue Zusammenhänge entstehen.

Abbildung: Ausschnitt aus „Ein kurzes Bilderbuch der Zeit“, c-print, 13 x 19 cm, 2012

  Johannes Groschupf - Prosa  

geboren 1963 in Braunschweig | Studium der Germanistik und Publizistik ab Mitte der 80er Jahre in West-Berlin | arbeitete viele Jahre als Reisejournalist für verschiedene große Zeitungen und Radiosender | sein Radio-Feature „Der Absturz“ erhielt 1999 den Robert-Geisendörfer-Preis | 2005 erschien der Roman „Zu weit draußen“ | 2009 der Roman „Hinterhofhelden“  

„Mein Herr Steller“, Groschupfs aktuelles Romanprojekt, ist ein historischer Abenteuerroman und das Portrait eines herausragenden Naturforschers der Frühaufklärung, vor allem aber die Geschichte einer Freundschaft zweier völlig unterschiedlicher Männer. Der Roman basiert auf Georg Stellers um- fangreichen Reisebeschreibungen, ethnographischen Studien, Tagebüchern und Briefen. Ausgehend von diesem historischen Material wird eine der größten Expeditionen des 18. Jahrhunderts lebendig, deren Drang nach Naturerkenntnis und Naturbeherrschung bis heute nachwirkt.

Abbildung: Ausschnitt einer Seite aus dem Roman „Hinterhofhelden“, 2009

  Katia Klose - Fotografie  

geboren 1972 in Berlin | 1993-96 Ausbildung zur Fotografin an der Freien Universität in Berlin | 1995-97 Studium Kommunikationsdesign | 1998-2003 Diplom-Studium Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig | 2004-07 Meisterschülerstudium an der HGB Leipzig | 2004 DAAD- Stipendium für Australien und 2009 für Kanada | lebt und arbeitet als frei- schaffende Künstlerin und Fotografin in Leipzig  

Katia Kloses Themen werfen gesellschaftlich relevante und kontrovers diskutierte Fragestellungen auf, äußern sich aus künstlerischer Sicht und in dokumentarischer Form zu Aspekten von Zeitgeschichte und Identität. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit Orten und Menschen, mit Erinnerungsräumen und Tatorten. Sie untersucht in den meist auf mehreren Wahrnehmungs-ebenen verankerten Versatzstücken von Bild, Ton und Text die Konstruktion von Erinnerung und Geschichtsschreibung. Durch das Zusammensetzen scheinbar unabhängig voneinander existierender Wahrnehmungsebenen in der Präsentation wird wiederum auch die Wahrnehmung selbst hinterfragt.

Abbildung: Fotografie aus der Serie „späte Stille“, 2007
www.katiaklose.de

  Linda Perthen - Malerei/Video  

geboren 1981 in Neubrandenburg | 2000-03 Ausbildung Grafik-Design | 2003-06 tätig als Grafik-Designerin in Berlin | seit 2006 Studium Bildende Kunst und Philosophie an der Universität Greifswald | 2009 Landesfilm M-V, 2. Preis, BDFA Rostock | 2010 Bundesfilmfestival, 3. Preis, BDFA Waiblingen | 2010 „8:Stunden“, Kunstraum Alte Bäckerei, Greifswald, Gruppenausstellung | 2011 Insomnale-Preisträgerin mit „Strangeland“ | lebt und arbeitet in Greifswald  

Aus dem grünen Dschungel wächst eine Stadt mit roten Türmen, aus weißen Blumen wird ein rosa Elefant. Die Bilder des experimentellen Animationsfilms „Strangeland“ zeigen eine skurrile Landschaft, die sich ständig wandelt. Der Film kann als innere Landschaft verstanden werden oder als bizarre Phan- tasiewelt. Es gibt keine Geschichte oder gar Erklärungen, allein die Dynamik der Figuren und Formen provozieren die Aufmerksamkeit des Betrachters. Der Experimentalfilm bricht mit der Perfektion einer Aufnahme: Wenige Bilder pro Sekunde, unterschiedliche Aufnahmezeiten und Lichtverhältnisse lassen ein unruhiges Flackern entstehen. 

Abbildung: Ausschnitt eines Videostills aus „Strangeland“, 2011

  Andre Rudolph - Lyrik  

geboren 1975 in Warschau | 1993-99 Studium der Germanistik, Philosophie und Slawistik in Leipzig und Freiburg | 2004-10 wissenschaftlicher Mitarbeiter in Halle/Saale | 2008 Prosanova-Literaturpreis | 2009 „Fluglärm über den Palästen unserer Restinnerlichkeit“, Gedichte | 2010 Stipendium des Kunst-raum-Sylt | Lyrikpreis Meran | lebt und arbeitet als Autor, Übersetzer und Publizist in Leipzig  

Rudolphs Gedichte zeichnen sich aus durch eine gleichzeitig luftige, aber in der Wiederholung stabile Form, die mit ihren Inhalten überrascht. Täuschend spontan, doch genau austariert, treffen Mondkrater auf Walnüsse und Schneewittchen auf Bärenspuren und erzeugen semantische Beben, aber auch ästhetischen Genuss. Die Pfade literarischer Anspielungen reichen bis zu Sophokles, während am Wegrand „buntmetallglück“ aufscheint. Ziel solcher Kombinatorik ist nicht der grelle Effekt, sondern ein intensives Leuchten. Ein Kopfkino voller Bilder, manchmal rätselhaft, immer suggestiv und nah am Leben: „die liebevoll umzäunte anlage kind. / das versöhnliche plaudern der großen väter. / die trockenmilch der stunden“.

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus dem Gedicht „das wahre troja liegt innen“

  possible.movement - Installation/Performance  

seit 2009 „possible.movement“ als Kooperation zwischen den KünstlerInnen Ingolf Watzlaw (Zeichnung), Daniel Vezza (Komposition) und Claudia Garbe (Choreografie) in Berlin | Performances im Tacheles, Site-Specific an der Spree und verschiedenen Galerien

Die Künstlergruppe „possible.movement“ beschäftigt sich mit den Schnitt-stellen zwischen Zeichnung, Choreografie und musikalischer Komposition. Dabei entstehen Performances und Installationen, in denen die grafische Qualität des Tanzes hörbar, der Klang der Grafik körperlich nachvollziehbar und die Bewegung der Musik sichtbar wird. Im Künstlerhaus Lukas be- schäftigt sich die Gruppe mit der umliegenden Landschaft – ihrem Klang, ihrer Bewegung, ihrer grafischen Qualität und Stille. Die körperliche Erfahrung dieser Landschaft ist Ausgangspunkt der Recherche.

Abbildung: Videostill aus „lost among notations“, Audio-Choreo-Graphische Komposition
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