März

  Lisa-Marie Dickreiter - Prosa  

geboren 1978 in Furth im Wald | Drehbuchstudium an der Filmakademie Baden-Württemberg und an der Leondinger Akademie für Literatur in Linz, Österreich | 2007 Schreibwerkstatt-Stipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung | 2010 3-monatiges Aufenthaltsstipendium im Stuttgarter Schriftstellerhaus | 2011 Thaddäus-Troll-Preis für ihren Roman „Vom Atmen unter Wasser“ | 2012 Aufenthaltstipendium auf dem Schloss Wiepersdorf | 2012 Aufenthaltsstipendium auf dem Künstlerhof Schreyahn | lebt und arbeitet als freie Drehbuch- und Romanautorin, sowie Dramaturgiedozentin in Berlin und im Schwarzwald

 

In ihren Romanen setzt sich Lisa-Marie Dickreiter mit inneren und äußeren Barrieren in Beziehungen auseinander. Wenn unterschiedliche Mutterspra- chen zu einer Entfremdung zwischen Partnern führen, Ausgrenzung inner- halb von Familien eine emotionale Sprachlosigkeit hervorruft, versucht die Autorin schreibend herauszufinden, wie man die verloren gegangene Nähe wieder herstellen kann. Ihr Buch „Vom Atmen unter Wasser“ handelt vom Zerfall einer Familie, die nach dem Verlust eines Mitglieds in tiefe Trauer fällt und wie sie damit umgeht. In ihrem neuen Buchprojekt geht es um zwei Menschen, die auf Grund ihrer Herkunft kaum miteinander kommunizieren können und um ihre Liebe, die trotzdem über 50 Jahre lang dauern wird.

Abbildung: Leseprobe aus dem Roman „Vom Atmen unter Wasser“, 2010

  Jan Groh - Prosa  

geboren 1964 in Kiel | 1983-1989 Physikstudium in Aachen und Hamburg | 1991-1998 Medizinstudium an der Humboldt-Universität in Berlin | seit 1998 freier Schriftsteller und Rezensent für den Tagesspiegel und Die Literarische Welt | seit 2005 freier Medizinjournalist | Alfred-Döblin-Werkstattpreis der Akademie der Künste in Berlin für seinen Roman „Die rote Stadt“ | lebt und arbeitet in Berlin

Jan Groh schreibt vorrangig Romane und Erzählungen, jedoch war seine Erstveröffentlichung ein Prosagedicht, das in einem gemeinsamen Künstler- buch-Projekt mit dem Grafiker Oliver Krähenbühl entstanden ist. Sein 2010 erschienener Roman „Ostbrot – Eine Irrfahrt im Wendeherbst“ ist eine der authentischsten und inhaltlich wie formal spannendsten Darstellungen der Wende-Zeit. Jan Groh führt den Leser assoziativ durch die verwirrenden gesellschaftlichen und persönlichen Umbrüche von 1989. Häufig fließen in seine Erzählungen seine Erfahrungen und Kenntnisse aus dem Medizinstu- dium ein. Sein neues Buchprojekt spielt im Krankenhaus und beschreibt Krise und Entwicklungsprozess einer morphiumabhängigen Ärztin und ihrer Patientin.

Abbildung: Leseprobe aus dem Roman „Ostbrot - Eine Irrfahrt im Wendeherbst“, 2010

  Christine Matzke - Grafik  

geboren 1979 in Sangerhausen | 2000 -2001 Studium der Literaturwissen-schaft und Kunstgeschichte an der Martin-Luther Universität Halle | 2001- 2009 Studium an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle | Auslands-stipendium an der Kunsthochschule in Bergen, Norwegen | 2010 Buchprojekt mit seelisch behinderten Menschen für die Paul-Riebeck-Stiftung Halle | 2010 Mitbegründerin Verein „hr. fleischer e. V.“ – Kunstkiosk | 2010 Referenten- tätigkeit an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein | 2011 Kunst- und Kulturpreis „reflect“ | 2011 Förderpreis der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung | freischaffende Künstlerin in Halle
 

Christine Matzke zeichnet, fotografiert und verwendet verschiedene Druck- techniken. In ihren Arbeiten konzentriert sie sich auf flüchtige Atmosphären und kurze Momente wie Autobahnszenerien aus einem fahrenden Auto und den Blick vom Sprungturm. Monotonie und Leere kommen durch die Redu- zierung auf Graustufen zum Ausdruck. In ihrer Serie S.C.A.N. hat Christine Matzke großformatige Zeichnungen gefertigt, bei denen sie sich, wie bei einem Scanner, mit Bleistift suchend und tastend langsam von Linie zu Linie voran gearbeitet hat. Durch das wiederholte Überzeichnen entstehen Überlagerungen, ähnlich wie bei dem Entwickeln einer Fotografie. Das Zeichnen funktioniert dabei analog zu einem Erinnerungsprozess, der sich teilweise von selbst zuschaltet und zum Beispiel durch eine Fotografie angeregt werden kann. 

Abbildung: Ausschnitt einer Zeichnung aus der Serie „S.C.A.N.“, Bleistiftzeichnung auf grauem Somerset Bütten, 75 x 56 cm, 2008/9

  Nicole Schuck - Zeichnung/Installation  

geboren 1967 in Herford | 1990-1996 Studium der Visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Bielefeld | 1997-2003 Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig | 2003-2004 Meisterschülerin bei Prof. John Armleder | 2009 Projektförderung der Senatskanzlei – kulturelle Ange- legenheiten, Berlin | 2010 Kulturaustauschförderung (Israel) der Senats- kanzlei – kulturelle Angelegenheiten, Berlin | 2010 Artist Residence Herzliya, Tel Aviv, Israel | 2011 Projektstipendium, DA Künstlerhaus Kloster Graven- horst | 2011 Stipendium, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen | lebt und arbeitet in Berlin


Nicole Schuck lässt in ihren auf das Medium der Zeichnung und Erzähl-Performances fokussierten Arbeiten Kunst und Wissenschaft, Fiktion und Wirklichkeit, Dokumentation und Narration aufeinander treffen. Sie karto- graphisiert Orte, Landschaften, Länder und bezieht ganz bewusst die jeweils dort lebenden Tiere unmittelbar mit ein. Zeichnend, Anwohner interviewend und mit Wissenschaftlern kooperierend, betreibt sie eine Feldforschung, die nicht dokumentieren oder illustrieren, sondern erzählen will.


Abbildung: Ausschnitt aus „Braunes Langohr Flügelnetz“, Bunt- und Bleistift auf Papier, 21 x 29,7 cm, 2010

  Holger Walter - Skulptur  

geboren 1968 in Lauffen am Neckar | 1985-1988 Steinmetzlehre | 1990-1996 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe | 1994 Stipendium Künstlerwege für Moskau | 1997 Landesgra- duiertenstipendium Baden-Württemberg | seit 1979 verschiedene Ausstel- lungen in Ulm, Marburg, Karlsruhe, Berlin und Stuttgart | 1997-1998 DAAD- Jahresstipendium Japan, Tama Art University Tokyo | 2003 Prix des Arts des Rotary Club de Strasbourg | 2009-2010 Lehrauftrag an der Hafen City Universität Hamburg | lebt und arbeitet in Karlsruhe und Berlin  

In seinen Skulpturen und Papierarbeiten setzt sich Holger Walter mit erdge- schichtlichen Themen auseinander. Ausgangspunkt seiner Gedanken ist die Realität, dass sich die menschliche Existenz auf einigen driftenden Stein- platten abspielt. Geprägt haben ihn besonders die Erlebnisse auf den unruhigen Inseln Japans, wo er sich als DAAD-Stipendiat über ein Jahr aufgehalten hatte. „Ich grabe mich in den Stein hinein“ sagt Holger Walter. Assoziationen zur Archäologie und zum Abenteuer des Entdeckens ver- borgener, geheimnisvoller Räume im Stein entstehen. Mit seinen Skulpturen setzt er unserer Epoche etwas entgegen. Der Umgang mit diesem uralten Kultur-Material ermöglicht ihm eine andere Zeiterfahrung. Im Gegensatz zu digitalen Bildern stehen seine Skulpturen still und schaffen dauerhafte Orte.

Abbildung: „Spalt II“, Schweizer Sandstein, 38 x 23 x 26 cm, 2008
UNTERWEGS IM MÄRZ:
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielten Christian Henkel in der „KKV Skulpturwerkstatt Monumental“ in Malmö/Schweden sowie Sebastian Menzke in der „KKV Grafikwerkstatt“ in Malmö/Schweden, einmonatige Arbeitsstipendien.
  Christian Henkel - Skulptur  

geboren 1976 in Rudolstadt | 1997-2000 Ausbildung zum Holzbildhauer am BBZ Bad Salzungen | 2000-2006 Bildhauerstudium an der HfBK Dresden | 2006-2008 Meisterschülerin bei Prof. Monika Brandmeier | lebt und arbeitet freischaffend in Dresden und Amsterdam  

Christian Henkels Arbeiten werden von urbanen Strukturen, Prozessen, Land Art und Street Art beeinflusst. Gefundenes und Gesehenes fließt in die Ma- terial- und Kontextmixturen ein, die während des Arbeitsprozesses entsteh- en und sich verändern und wachsen. Er spürt eine Verbundenheit mit dem Städtewachstum, dem Bau und Abriss, Verwahrlosung und Neubildung mit der Zeit. Auf diese Weise entstehen unter anderem archaische Tiergestalten, die mit unterschiedlichsten Materialien an die Berührungspunkte zwischen Mensch und Natur und die Umgestaltung der Natur durch den Menschen erinnern.

Abbildung: Detailansicht aus „Hinterm Berg…“, Holz, Metall, Spanngurt, Bronze, 130 x 150 x 50 cm, 2009
  Sebastian Menzke - Malerei/Grafik  

geboren 1979 in Neubrandenburg | Sprüher | Verlagerung der künstlerischen Arbeit von der Wand auf die Leinwand – von der Sprühflasche zur Ölfarbe | 2004 Studium an der Fachhochschule Wismar im Fach Produktdesign | freiberuflicher Maler in Wismar  

Sebastian Menzke setzt die Ölfarbe als vielschichtige Collage ein. Dabei beschäftigt er sich mit der Frage, wie viel Abstraktion ein Bild braucht um nicht mehr gegenständlich zu sein und wie viel Gegenstand, um nicht ab- strakt zu wirken. In seiner Serie „Wald“ sieht man Experimente mit entgegen- gesetzten Farbflächen, Elementen aus der Natur, die sich abstrahiert ein- fügen und auflösen. Die Darstellung von Objekten wird durch die Wahr- nehmung bestimmt.

Abbildung: „Kartons“, Öl auf Leinwand, 80 x 80 cm, 2008
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