April

  Inger-Maria Mahlke – Prosa  

In Inger-Maria Mahlkes Texten sind Auflösung von Ordnungen, Stabilität und Scheinstabilität zentrale Themen. Sie nähert sich gerne über die Peripherie an, findet Auslassungen oft sprechender als Ausformuliertes und kann Milieus sinnlich genau wiederzugeben. In ihrem Debütroman „Silberfisch-chen“, der mit dem Klaus-Michael Kühne Preis ausgezeichnet wurde, erzählt Inger-Maria Mahlke die Geschichte des pensionierten Polizeibeamten und Hobby-Fotografen Hermann Mildt, der bei einer seiner Exkursionen die in Not geratene Polin Jana Potulski trifft und ihr Obdach gewährt. Ein alter Mann, verwitwet, vereinsamt, verschroben, geizig und bis zur Paranoia misstrau- isch, hat plötzlich, eigentlich gegen seinen Willen, eine fremde, jüngere, auch nicht mehr ganz junge Frau in seiner verwahrlosten Wohnung und ist so gezwungen, sich selbst in Augenschein zu nehmen.

geboren 1977 in Hamburg | Studium der Politik- und Rechtswissenschaften an der FU-Berlin I Stipendien und Preise: 2005 Teilnehmerin einer Werkstatt für Nachwuchsautoren unter der Leitung von Herta Müller; 2008 Teilnahme an der Autorenwerkstatt der Jürgen-Ponto Stiftung der Dresdner Bank im Herrenhaus Edenkoben; 2009 Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Coloquium, Berlin; Preis für Prosa des 17. Open Mike; 2010 Klaus-Michael-Kühne Preis für Roman „Silberfischchen“; 2011/2012 Stipen-diatin der Stiftung Preussische Seehandlung; Ernst-Willner-Preis beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt | lebt und arbeitet in Berlin

Abbildung: Ausschnitt einer Buchseite aus dem Roman „Silberfischchen“, 2010

  Rodion Petroff - Malerei  

In seinen fotografisch anmutenden Gemälden nutzt Rodion Petroff die foto- realistische Expression, um deren Gehalt zu analysieren. In diesem Sinne thematisiert er die Wertigkeit des Konzeptualismus und sucht nach der Expression der Idee in ihrer materiellen Form. Durch die fotografische Schärfe der Details legt Petroff in seiner Kunst die Aufmerksamkeit auf die assoziative Bedeutung, in der Realität oft unerreichbar. Auf diese Weise ruft er den Kern der postmodernen Kultur hervor, „paraphrases the old truths“. In seinen Werken bestehen keine Zeit- oder Raumbegrenzungen: Nur das Spiel mit den Zitaten von verschiedenen Kulturen und Erlebnissen, Kombination von inkompatiblen Dingen.   

geboren 1985 in Klaipeda, Litauen | Studium an der Vilnius Akademie der Bildenden Künste | Masterabschluss im Bereich der freien Kunst | Einzel- ausstellungen: Klaipeda Culture Communication Center - Exhibition Hall, Klaïpeda | Gruppenausstellungen u. a.: 2009 Museum Thyssen Bornemisza, Madrid; 2010 Das regionale Museum, Stalowa Wola; 2011/2013 La Fabrique, Montrouge; 2012 Kunsthaus, Hamburg; Stadtgalerie, Bratislava 

Abbildung: Ausschnitt aus „Three“ Öl auf Leinwand, 140 x 180 cm, 2011

  Theda Schillmöller – Fotografie/Video  

Theda Schillmöller interessiert in erster Linie die Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen sowie unbeabsichtigte Konstellationen oder Zufälligkeiten, die häufig unbeachtet bleiben. Sie möchtet dokumentarische Elemente mit einer durch die Komposition von Form und Farbe evozierten Sinnlichkeit verbinden. Während sie in der Fotografie in erster Linie die Spuren interessieren, die Menschen in einer Landschaft hinterlassen, gewährt sie in ihren dokumen-tarisch anmutenden Filmen den Menschen bewusst einen großen Entfaltungsspielraum.   

geboren 1985 in Cuxhaven | 2006 – 2012 Studium der Bildenden Kunst (Caspar-David-Fridriedrich-Institut) und der Germanistik an der Universität Greifswald; 2009 Auslandsstudium an der Universität Lund, Schweden | Preise: 2012 Publikumspreis Kurzfilmfestival 'Golden Toaster' (Rostock) mit dem Kurzfilm „Schönort“; 1. Preis INSOMNALE Wettbewerbsausstellung des Caspar-David-Friedrich-Instituts der Universität Greifswald | Einzelausstel- lungen: 2011 „Schönort“ (Fotografie/Film/Druck), Kulturbar Greifswald | Gruppenausstellungen: 2010 „Bodies of Evidence“ mit dem Kurzfilm 'No Such Thing' unter der Leitung von Prof. Michael Soltau, CDFI Greifswald; 2011 „Schall und Rauch“ in Zusammenarbeit mit der Kunstakademie Stettin, Tabakfabrik Vierraden, Brandenburg | lebt und arbeitet in Hamburg und Greifswald

Abbildung: Ausschnitt einer Fotografie aus der Reihe „Thaida“, Thailand, 2010

  Katja Scholz – Tanzperformance  

In ihrem aktuellen Projekt befasst sich Katja Scholz mit dem Thema „mensch- liche Aggression“". Ihr Interesse gilt den Auslösern und Erscheinungsformen des angeborenen Aggressionstriebs. Während ihres Aufenthaltes in Ahrens- hoop soll ein Konzept zu dem Thema und erste choreografische Arbeits- sowie Bewegungsansätze entwickelt werden. Katja Scholz nahm teil an den Projekten des Bremer Theaters und Theater Heidelbergs und seit 2002 entwickelt sie eigene Choreographien. 2009 gründete sie mit Ini Dill, Daniel Drabek und Elly Fujita Performance-Kollektiv "die elektroschuhe".  

geboren 1976 in Guben | 1995-1999 Tanz-Studium an der Folkwang Hoch- schule Essen; Engagements am Bremer Theater und Theater Heidelberg | Zusammenarbeit u.a. mit Urs Dietrich, Susanne Linke, Irina Pauls, Jens van Daele, Jo Fabian, cie. toula limnaios, Rubato, T.R.A.S.H. I seit 2002 eigene Choreographien | 2009 Gründung des Performance-Kollektivs „die elektro- schuhe“ mit Ini Dill, Daniel Drabek und Elly Fujita | 2012 Residenz von T.r.a.s.h. und De NWE Vorst Tilburg | lebt und arbeitet in Berlin

Abbildung: Ausschnitt aus einer Tanzperformance

  Sara Wallgren – Zeichnung/Video  

In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Sara Wallgren mit Installationen, Objekten und Klängen, aber hauptsächlich mit Zeichnung. Die Schwedin interessieren Themen wie Zeit, Spuren und Gedächtnis. Zeichnungen sind für sie eine Form des Nachdenkens und fast wie schreiben. Sie sind Pro- zesse, Reflexionen und auch eine Art Spuren zu hinterlassen. Zeichnungen beinhalten ein Reservoir von Geschichten und Geheimnissen, die entstanden sind und weitergetragen werden, und die hörbaren und nichthörbaren Klang verbinden. Manchmal wirkt die Zeichnung als Klang, manchmal bewirkt er eine Zeichnung. So strebt Sara Wallgren nach einer Verbindung von beidem und verknüpft unterschiedliche Medien.   

geboren 1981 in Malmö | 2001-2002 Freie Malerei, Halmstad; 2003-2005 Gerlesborgschule der Bildenden Kunst, Bohuslän; 2005-2010 Kunsthoch- schule Malmö | Stipendien u. a.: 2004/2005 Sparbanksstiftelsen Väst Sti- pendium; 2005 Adolf Lindgren Stipendium; 2009 Bror Hjorths Tecknings- stipendium; 2011 Helge Ax: Son Johnsons Stiftelse | Einzelausstellungen u.a.: 2009 Galerie Magnus Åklundh, Malmö; 2010 Galerie Anna Thuin, Stockholm; Galerie KHM, Malmö; 2011 Galerie Mors Mössa, Göteborg | Gruppenausstel-lungen: 2008 Botnik Space Off, Gerlesborg 2010 Inter Art Zentrum, Malmö; 2011 Galerie Arnstedt, Östra Karup; 2012 Galerie Plataforma Revólver Galerie, Lissabon | lebt und arbeitet in Malmö

Abbildung: Ausschnitt der Installation „Footnote“, Graphit auf Papier, MDF-Platte, Lautsprecher, verstärker und CD-Player, 2010

Seitenanfang