Februar

  Gerald Eckert – Komposition  

geboren 1960 in Nürnberg | 1985-1990 Studium von Violoncello, Klavier und Dirigieren am Konservatorium in Nürnberg | 1987-1992 Studium der Mathe- matik in Erlangen-Nürnberg | 1989-1991 Studium der Komposition bei Wilfried Jentzsch, von 1992-1995 bei Nicolaus A. Huber an der Folkwang-Hoch- schule Essen | Stipendien/Preisen u. a. : 1996 Kranichstein Preis Darmstadt; 2005 1. Preis 50. Stuttgarter Komponistenwettbewerb; 2006 Stipendium für das Centro Tedesco Venedig und Composer in Residence bei den Züricher Tagen für Neue Musik; 2010 Stipendium für Villa Aurora Los Angeles | Aufführungen u.a: 1996 „Aphel“ für Orchestar, Lüneburg, Festival Neuer Musik; 2008 "Sequenzen" für Chor, Ensemble, Tanz, Video und Elektronik, Klein Leppin, FestSpielHaus; 2011 "Nen X" für Tanz, Violoncello und Elektro- nik, Hannover, Kunsthalle im Kulturzentrum Faust; 2008 Projekt mit Chor, Ensemble, Tanz, Elektronik und Video mit der Akademie der Künste Berlin, dem Netzwerk Neue Musik und dem Land Brandenburg | seit 2012 Professur für Komposition an der Chung-Ang University in Seoul/ Anseong Süd-Korea

Gerald Eckert ist Komponist, Cellist, bildender Künstler und Mathematiker. In jedem Moment seiner Kompositionen spürt man seine naturwissenschaftliche Prägung. Eckert formt vom Standpunkt einer Physik des Klangs aus um. Bis ins Detail erforscht er die Obertonspektren der Instrumente, erfindet ver- wegene Techniken, um sie hörbar zu machen, als Mehrklänge der Bläser, als mikrotonale Flageoletts in den Streichern, als unharmonische Schwingungen eines aufgehängten Donnerblechs: Permanent oszilliert diese Musik um die Grenze zwischen Klang und Geräusch. Hinter diesem farbigen, zugleich eigentümlich verhangenen Geschehen stehen kunstvoll verschleierte, mehrfach gebrochene Strukturen. 

Abbildung: Ausschnitt eines Notenblattes aus „...des Säglichen Zeit...“, 2003

  Anne Hofmann – Kinderbuchillustration  

geboren 1969 in Köln | 1990-96 Studium der Visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Köln, der Hochschule der Künste in Berlin und der Hoge- school voor beeldende Kunsten Rotterdam; 1996 Abschluss an der HdK Berlin als Diplom-Designerin; Weiterbildung an der Animation School Hamburg | nach Abschluss des Studiums freiberufliche Arbeit für nationale und internationale Animationsfilmproduktionen als Production-Designerin, Inspi-rational Artist, Colour Script Artist und Malerin | Filmprojekte: 2007 "Die Drei Räuber" von Hayo Freitag (Bühnenbild, Design); 2010 Arbeit als Malerin für den Oscar nominierten Film " The Illusionist" von Sylvain Chomet; Production-Design für "Das Sandmännchen - Abenteuer im Traumland" von Sinem Sakaoglu, 2011 Arbeit als Colour-Script-Artist für den u.a. mit dem Goya- Award (spanische Akademie der Künste und der cineastischen Wissen-schaften) und dem AniMovie Preis (Trickfilmfestival Stuttgart) ausge- zeichneten Film "Arrugas" von Ignacio Ferreras | arbeitet und lebt in Berlin  

Anne Hofmann, geboren 1969 in Köln und heute in Berlin lebend, ist Production-Designerin, Inspirational Artist, Colour Script Artist, Malerin und Gewinnerin des 6. Troisdorfer Bilderbuchstipendiums für ihr Buchprojekt „Fischfreunde“. Für nationale und internationale Animationsfilmproduktionen fertigt sie freie Illustrationen zu Drehbüchern an, entwickelt anhand von Drehbüchern Filmorte, Figuren und Stimmungen und malt Farbstimmungen für Filmsequenzen oder Hintergründe für die Figuren nach Layoutzeichnungen. In den letzten Jahren arbeitete sie mit Hayo Freitag an der preisgekrönten Tomi Ungerer Verfilmung „Die Drei Räuber“, mit Sylvain Chomet in Schottland an „The Illusionist“ und mit Sinem Sakaoglu an „Das Sandmännchen - Abenteuer im Traumland“. Ihr Buchprojekt „Fischfreunde“ erscheint im Herbst 2013, für das sie je ein einmonatiges Stipendium im Künstlerhaus Lukas und im Bilderbuchmuseum Troisdorf erhielt.

Abbildung: Ausschnitt aus Buch „Fischfreunde“, 2013

  Katja Petrowskaja – Prosa  

geboren 1970 in Kiew | 1987-1992 Studium der Literaturwissenschaften und Slawistik an der Tartu Universität in Estland | 1994-1998 Promotion über das Thema „Die Poetik der Prosa Chodasjewitschs" an der Russischen Staat-lichen Humanistischen Universität in Moskau/Russland | Stipendien: 1994 Forschungsstipendium an der Stanford University und an der Columbia University/New York; 2010 „Grenzgänger“-Recherche-Stipendium der Bosch-Stiftung für das Buch-Projekt „Eine exemplarische Familie“ | lebt seit 1999 in Berlin und arbeitet als freie Journalistin vor allem für russische Medien (Radio Liberty/Free Europe, DW, Snob, Theorie der Mode, etc.) sowie u.a. für die Neue Züricher Zeitung und die tageszeitung (taz) | 2009 Beitrag „Die Kinder von Orlionok“ für das Buch Odessa Transfer (Suhrkamp-Verlag) und für den Fotoband der Fotografin Anita Back „Die Auserwählten. Ein Sommer im Ferienlager von Orlionok“ 2012, Braus Edition | seit 2011 Feuilleton-Kolumnistin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung  

Die Ukrainerin Katja Petrowskaja ist freie Journalistin und Autorin. Ihr erstes Buch „Vielleicht Esther“ erzählt eine Familiengeschichte: Sowjetische, jü- dische und deutsche Figuren sind eng miteinander verflochten und reflek-tieren ein zersplittertes und traumatisiertes 20. Jahrhundert. Die Suche nach Vergangenheit wird allmählich durch die Wahrnehmung des modernen Men- schen ersetzt. Die Deutsche Sprache ist in diesem Buch einer der wichtig- sten Helden, der Fund selbst. Erst als Erwachsene hat Katja Petrowskaja angefangen, Deutsch zu lernen. Beim Schreiben entdeckt sie die deutsche Sprache immer wieder neu.

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus „Fikus“

  Małgorzata Szandała - Installation  

geboren 1977 in Gliwice, Polen | 1997-2002 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Krakau und an der Hochschule für Grafik in Katowice | 2010-11 Kunst im öffentlichen Raum – Interdisziplinäres Postgraduales Studium an der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften in Warschau | Preise/Stipendien u.a.: 2003 Internationales experimentelles Gravur Projekt, Kunstmuseum Temeswar/Rumänien; 2007 Preis der 11. Europäischen Biennale für graphische Kunst „lace and lace making“, Arentshius Museum – Brügge / Belgien | Artists in Resident Programme: 2007 Honefoss in Norway – Atelierazur Hval Kulturstasjon; 2008 Imprimerie Atelier pour Arts et Sciences – Basel/Schweiz | Einzelausstellungen: 2005 Kunstmuseum Temeswar/ Rumänien; 2007 Kronika Galerie Bytom/Polen; 2008 Galeria na 2p, Gliwice; 2009 Gallery of Aktion, Warschau | Gruppenausstellungen u.a.: 2004 Museum für Angewandte Kunst, Wien; 2006 „Polish Eagles – Young Polish Print in Seoul” Grafik Kunst Biennale, Korea Kulturstiftung Zentrum, Seoul/Korea; 2007 IX Biennale der Baltischen Länder, Kaliningrad; 2010 Künstlerhaus Wien | lebt und arbeitet in Gliwice   

Im Mittelpunkt des Kunstinteresses von Małgorzata Szandała stehen Raumkonzepte. Für die Polin ist Sprache als offenes Wörterset dabei ein unerlässliches Element ihres Schaffens. Ihrer Ansicht nach kann sowohl der Raum von Wörtern erfasst werden, als auch Sprache ihren eigenen Raum zeigen. Ihre neueren Arbeiten entstehen aus einer Phenomenologie und Sprachkonzepten, die von den Philosophen Mitterer und Wittgenstein festgelegt wurden. Auf diese Weise erforscht sie, wie der Raum von Sprache beeinflusst werden kann.  

Abbildung: Ausschnitt aus „cubebook 1“, Schablonendruck, Papier, Styropor, 2006 

  Bernd Trasberger – Installation/Objekt  

geboren 1974 in Mönchengladbach | 1996-2000 Studium der freien Kunst an der Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam | 2000-2002 Studium an der HBK Braunschweig | Preise/Stipendien u.a.: 2000 Berlage Fonds, Preis für Absolventen der Gerrit Rietveld Academy, Amsterdam; Stipendium Schuur- man, Schimmel-Van Outeren Sichting, Haarlem; 2009 Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, Bonn; 2011 Katalogförderung des Berliner Senats | Einzelausstellungen: 2007 Kunstverein Junge Kunst, Wolfsburg und Cluster, Berlin; 2008, 2009, 2012 Galerie Lena Brüning, Berlin; 2009 Space for Contemporary Art W139, Amsterdam | Gruppenausstellungen u. a.: 2009 Berlinische Galerie, Berlin und Villa Cameline, Nizza, 2010 3. Internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst Artisterium in Tiflis, Georgien; 2012 5. Internationalen Baku Biennale für zeitgenössische Kunst in Aserbaidschan; Kunst Festival, Kopenhagen | lebt und arbeitet in Berlin und Amsterdam   

Bernd Trasberger beschäftigt sich mit der Gestaltung des urbanen Raumes. Sein Interesse gilt im Besonderen den Utopien der Nachkriegsmoderne. Damals gebaute Architektur habe heute an Einfluss verloren. Da die Nach- kriegsgenerationen im Osten wie Westen in einer von dieser Architektur geprägten Umgebung aufgewachsen sind, verschwindet für diese Menschen mit dem Abriss dieser Gebäude auch ein Stück Erinnerung und Sozialisierung. Trasberger fragt, welchen Wert räumen wir diesem verschwindenden Habitat, diesem Erbe der Moderne ein, die für heutige Identitäten prägend sind? 

Abbildung: Ausschnitt aus der Installation „Stunde Null“, original Digitaluhr, Neon, 2009

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