Mai

  Ralph Etter - Regie/Video   


geboren 1978 in Solothurn/Schweiz | 2000-2004 Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich, Studienbereich Film | Stipendien: 2005 Stipendium Junge Akademie der Künste, Berlin; 2006 Nipkow Stipendium, Berlin; Yvonne Lang- Chardonens Stipendium, Schweiz; 2008 Werkjahrsstipendium Kanton Solot- hurn, Schweiz | seit 2010 Mitglied der Schweizer Filmakademie | lebt und arbeitet in Berlin   
  Sophie Narr – Regie/Video  

geboren 1980 in Berlin | studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Hoch- schule für Film und Fernsehen – Konrad Wolf in Babelsberg; 2008 Studium Abschluss mit Auszeichnung; 2009-2011 Meisterschülerin im selben Fach- bereich | Stipendien/Preise: 2007 Hans W. Geißendörfer Nachwuchspreis für Kurzfilm Platz im Schatten; 2009 Stipendium der Jungen Akademie der Künste im Bereich Film- & Medienkunst; 2010 „Cast&Cut“ Stipendium in Hannover (zur Realisierung ihren Kurzfilm „Über Leben“ als Autorin, Regisseurin und Co- Produzentin) | seit 2009 leitet künstlerische Werkstätten für Jugendliche als Teil des Projekts „Kunstwelten“ (AdK) | lebt und arbeitet in Berlin   

Für die freien Autoren und Regisseure Ralph Etter und Sophie Narr ist die Arbeit mit Jugendlichen ein wichtiger Bestandteil ihrer filmischen Arbeiten. Seit 2007 leiten sie zusammen Filmworkshops mit Jugendlichen für das Projekt Kunstwelten der Akademie der Künste Berlin und für das inter- nationale Forum für Fotografie C/O Berlin. Dabei sind schon über 50 kurze Dokumentarfilme entstanden. In dieser intensiven Zusammenarbeit lassen sich Etter und Narr auf einen radikalen Perspektivwechsel ein. Mit einer klaren Subjektivierung von Bildern und Tönen stehen dabei Themen wie soziale Isolierung sowie der Kampf um Freiheit und Heimat im Vordergrund. Ihre Filme sind dabei auch an Erwachsene gerichtet, die ihre persönlichen Erfahrungen der Kindheit einbringen und reflektieren.

Abbildung oben: Ausschnitt eines Videostills aus dem Film „Wackelkontakt“ von Ralph Etter, 2004 Abbildung unten: Ausschnitt eines Filmstills aus „Pull The Plug“, 16:9, HD, 2010 von Sophie Narr

  Ines Geipel - Ehrengast – Prosa  

geboren 1960 in Dresden | ab 1977 Leistungssportlerin beim SC Motor Jena; in den 1980er Jahren Mitglied der DDR-Leichtathletik-Nationalmannschaft | 1985 Studium der Germanistik in Jena; 1989 Magisterstudium der Philosophie in Darmstadt | 1999 erschien ihr erster Roman „Das Heft“ (Transit-Verlag) und Gedichtband „Diktate“ beim Vacat-Verlag | 2000 Nebenklägerin im Prozess gegen die Drahtzieher des DDR-Zwangsdopings | 2001 Mitbegründerin des „Archivs unterdrückte Literatur in der DDR“ | seit 2001 Professorin für Deutsche Verssprache an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin | 2002 Inge-Müller-Biografie „Dann fiel auf einmal der Himmel um“ , Henschel Verlag | 2005 zweiter Roman „Heimspiel“, Rowohlt Berlin | 2008 No Limit. Wie viel Doping verträgt die Gesellschaft, Klett-Cotta | 2009 erschien das Buch „Zensiert, verschwiegen, vergessen“, Patmos Verlag | 2012 Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens, Klett-Cotta | Aus- zeichnungen: 2011 Bundesverdienstkreuz am Bande; DJK-Ethik-Preis des Sports; Antiquaria-Preis für Buchkultur | lebt und arbeitet in Berlin

Ines Geipel ist Schriftstellerin, Professorin für Verssprache an der Hoch- schule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und ehemalige Weltklas-sesprinterin. Ihr zuletzt erschienenes Buch „Der Amok-Komplex: oder die Schule des Tötens“ ist eine brennende Zeitdiagnose über die mentalen Ursprünge einer Form von Jugendgewalt. Ist der Amoklauf Teil unserer westlichen Gesellschaft und was verbindet die Taten der jungen Todes-schützen weltweit? Ines Geipel stellt fünf exemplarische Orte ins Zentrum ihrer vielschichtigen Recherchen. Im 2009 erschienen Roman „Zensiert, verschwiegen, vergessen“ schildert sie erschütternde Lebensgeschichten von Autorinnen in der DDR, deren Werke aus politischen Gründen ohne Öffentlichkeit blieben. Als staatsgefährdend eingestuft, zensiert oder völlig totgeschwiegen, entstanden die Texte ohne jede Rezeption durch das Publikum, wurden Dokumente künstlerischer Authentizität in einer Zeit, in der Kritisches durchweg extrem behandelt wurde. Das Buch ist ein origi- närer Beitrag zur Aufarbeitung der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als Überblick über regimekritische, bislang unbekannte Autorinnen eröffnet es zugleich einen neuen Blick auf die Angst der Diktatur vor dem Wort. Ines Geipel schreibt Prosa, Lyrik, Biografien, Hörspiele, Rundfunk-Features und für Ausstellungen.

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus „Der Amok Komplex“ erschienen im Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2012

  Laurynas Katkus - Lyrik  

geboren 1972 in Vilnus | Studium der Litauischen Sprache und Komparatistik an den Universitäten in Vilnus, Leipzig und Berlin | Promotion über das Thema Exil in der modernen Lyrik | seit Anfang der 1990er Jahre Texte für Litauische Literaturzeitschriften | 1998 Gedichtband „Balsai, rašteliai“ („Stimmen und kleine Briefe“) | 2000 Internationales Literatur Projekt „Literature Express Europe 2000“ | 2003 erschien sein Lyrikbuch „Tauchstunden”| 2008-09 Sti- pendiat der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart | 2009 Lyrikbuch „Už 7 gatvių“ (Hinter 7 Straßen); Lyrikbuch „Alle Richtungen” | 2011 „Bootleg Copy”; Aufsätze in Litauisch „Sklepas“ und in Deutsch „Kabuff“ | 2012 erschien seine erste Novelle „Moving shadows“| lebt und arbeitet in Vilnus als freischaffender Schriftsteller und Übersetzer  

Laurynas Katkus gehört einer neuen litauischen Dichtergeneration an. 1998 debütierte mit dem Gedichtband „Balsai, rašteliai“ („Stimmen und kleine Briefe“), 2003 erschien sein Lyrikbuch „Tauchstunden” und 2012 seine erste Novelle „Moving shadows“. Durch seine Werke erweist er sich als sachter, aber wirkungsvoller Erzähler. Alltagsleben, gesellschaftliche Verhältnisse und Atmosphäre im noch kommunistischen und dann im postkommunistischen Litauen legt er stilsicher offen und thematisiert die Prozesse des Wandels, des Vergehens und Entstehens. Seine Texte wurden bislang ins Englische, Deutsche, Slowenische, Polnische und Lettische übertragen. Er selbst übersetzte Hölderlin, Benn, Benjamin Yeats, Rilke und Sontag ins Litauische.

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus dem Gedichtband „Tauchstunden“ erschienen im Leipziger Literaturverlag, 2003

  Alex Nowitz - Komposition  

geboren 1968 in Buch am Erlbach bei Landshut | 1989-92 Studium der Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Psychologie in München an der Ludwig-Maximilians-Universität; 1993-94 musikwissenschaftliche Studien an der Technischen Universität Berlin; 1996-2000 Studium in Potsdam; Assis-tenzstelle als Korepetitor | Stipendien/Preise u. a.: 2004 Rheinsberger Opernwerkstatt; 2005 Aufenthaltstipendium am Banff Centre in Alberta/ Kanada: Lighton Studio Program; 2007-10 Aufenthaltsstipendium am STEIM in Amsterdam zur Entwicklung eines neuen elektronischen Instruments („Stimm-flieger“); 2009 1. Preis beim ECPNM-Wettbewerb (European Conference of Promoters of New Music) für Komposition und Interpretation von Musikpro-jekten mit Live-Elektronik in Göteborg | Aufführungen u. a. : 2002 „Der Vergnügungsvogel“, Altes Rathaus, Potsdam; 2005 „Das rote Tuch“, Nikolaikirche, Potsdam; 2006 „Die Bestmannoper“, Theater Osnabrück; 2010 „Tante Marianne“, Villa Elisabeth, Berlin | lebt und arbeitet in Potsdam  

Alex Nowitz, Komponist, Sänger, Pfeif- und Stimmkünstler verfügt über ein breites Spektrum an erweiterten Stimmtechniken, die weit über das rein klassische Idiom hinausgehen. Er hat Soloprogramme vor allem für Stimme und Live-Elektronik entwickelt, die er auf internationalen Festivals für Neue Musik präsentierte. Seit 1990 tritt er als Musiker (Klavier, E-Bass) und Sänger in diversen Ensembles auf, seit 2000 auf Festivals und schließlich gibt er europaweit Solo-Konzerte als Sänger mit Live-Elektronik. Als Komponist machte er sich u.a. mit seiner Oper „Die Bestmannoper“ einen Namen, die mit großem Erfolg am Theater Osnabrück uraufgeführt wurde. Gemeinsam mit Raph Hammerthaler (Libretto) gelang es ihm, ein schwieriges Thema für die Opernbühne zu gestalten. 

Abbildung: Ausschnitt eines Notenblatte aus der „Bestmannoper, 2006“
  Karen Weinert – Fotografie  

geboren 1976 in Dresden | 1998-2004 Ausbildung zur Fotografin und Studium Visuelle Kommunikation/Fotografie an der Bauhaus-Uni Weimar; Meisterschü- lerin an HfBK Dresden und Aufbaustudium „curating“, ZhdK Zürich | Preise/ Stipendien u. a.: 2004 1. Preis Studierenden-Wettbewerb, Bundesministerium des Innern, Berlin; 2007 „DEW21 Kunstpreis“, Dortmund; 2009 Auszeichnung „LeadAwards 2009“, Hauptkategorie Fotografie, Hamburg; 2009 dreimona- tiges Arbeitsstipendium, Kulturamt Dresden; 2011 Stipendium Kavalierhaus Langenargen und Künstlerhaus Eckernförde | Einzelausstellungen u. a : 2004/2010 Haus am Horn, Weimer; 2005 Galerie bautzner 69; Ausstellungs- und Projektraum, Dresden | Gruppenausstellungen u. a.: 2004 Photokina, Köln; 2005 Gallery Ikona, Lodz/Russland; 2009 Goeun Museum, Busan, Korea; NGBK, Berlin | seit 2004 Mitglied im Künstlerkollektiv STAFETA | lebt und arbeitet in Dresden  

Der Schwerpunkt von Karen Weinerts künstlerischem Schaffen liegt in der inszenierten und dokumentarischen Umsetzung konzeptioneller Bildprojekte. Den fotografischen Aufnahmen gehen teilweise Eingriffe voraus, wie in der Serie „Vision vom Frühling“ oder „Was passiert, wenn nichts passiert?“. Die Fotografie wurde dabei zum Beweis ihrer Tätigkeit, jedoch ist diese von Anfang an auf das Bildergebnis ausgerichtet. Sie befindet sich damit an der Grenze zwischen Intervention, Aktion und Dokumentation..

Abbildung: Ausschnitt der Fotografie „5,80 m“ aus der Serie „Büroklammern biegen“, Justizvollzugsanstalt Dresden, c-print, 50 x 50 cm, 2007
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