August

  Workshoppräsentation im Neuen Kunsthaus
zur LANGEN NACHT DER KUNST in Ahrenshoop
 

Im NEUEN KUNSTHAUS zeigen anlässlich ihres Workshopaufenthaltes im Künstlerhaus Lukas Chris Kremberg und Lina Lindheimer COMO COMA, eine Performance mit Fotografie. Die bildende Künstlerin Chris Kremberg arbeitet für ihre fotografisch-performativen Inszenierungen schon seit 2008 immer wieder mit der Tänzerin und Choreographin Lina Lindheimer zusammen. Grundkomponenten der neuen Serie COMO COMA sind sowohl thematische Anlehnungen an den Roman „Die Ordnung der Sterne über Como“ von Monika Zeiner als auch die grundlegende Suche der Künstlerin nach Idealen und Halt in der heutigen Gesellschaftsstruktur. Die Fotografien zeigen die Tänzerin ohne Horizontlinie – im Loslassen des Vertrauten und auf dem Weg zu einer neuen Form. 

Chris Kremberg (Trittau) – Fotografie, Konzeption, Kostüm
geboren 1971 in Mühlhausen/Thüringen | 1991-1997 Studium an der Hoch- schule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle, der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Accademia die Belle Arti di Perugia/Italien |  1997- 1999 Meisterschülerstudium mit den Schwerpunkten Fotografie und Perfor- mance | Stipendien und Auszeichnungen (Auswahl): DAAD Stipendium und Stipendien der Stiftung Kulturfonds, der Länder Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und der Hamburgischen Kulturstiftung | Ausstellungen und Perfor- mances u.a. im Georg-Kolbe-Museum Berlin, im Theater am Halleschen Ufer Berlin, im K3-Zentrum für Choreographie auf Kampnagel Hamburg, im Dort- munder Kunstverein sowie der Kunsthalle Erfurt. 

Lina Lindheimer (Berlin) – Tanzperformance
geboren 1979 in Frankfurt/Main | Studium für zeitgenössischen Tanz an der „Hogeschool voor de Kunsten“ in Arnhem/Niederlande; 2010 Masterstudien- gang Choreographie und Performance am Institut für Angewandte Theater- wissenschaft in Giessen | neben ihrer Tätigkeit als Tänzerin und Performerin entwickelt sie seit 2004 eigene choreographische und interdisziplinäre Arbeiten, die häufig eine extrospektive Sicht auf den Tanz einbeziehen | Auszeichnungen (Auswahl): 2006 Residenzchoreographin an der Fabrik Potsdam; 2011 Residenzchoreographin K3-Zentrum für Choreographie auf Kampnagel in Hamburg; 2008 Stipendium des Berliner Senats für Choreographie; 2008-2010 Stipendiatin der Crespo Foundation Frankfurt


Abbildung oben: Ausschnitt aus: Chris Kremberg „ COMO COMA“ Fotografie, 2015
Abbildung unten: „ATEM“, Performance von Lina Lindheimer in der Ausstellung von Chris Kremberg im Dortmunder Kunstverein

  Workshoppräsentation im Künstlerhaus Lukas
zur LANGEN NACHT DER KUNST in Ahrenshoop
 

Anlässlich ihres Workshopaufenthaltes werden im Künstlerhaus Lukas zwei Videos gezeigt, die die interdisziplinäre Arbeitsweise des Komponisten Maximilian Marcoll verdeutlichen. In einem Gespräch und unter Beteiligung der Klarinettistin Heather Roche wird die performative Zusammenarbeit live erlebbar sein.

VIDEOPRÄSENTATIONEN PERSONAL DATA ist die Aufzeichnung einer Performance für eine Gruppe von fünf SprecherInnen. Das Stück besteht ausschliesslich aus dem simultanen Vortragen persönlicher Daten, die jedoch durch die Gleichzeitigkeit in ein Gemurmel münden und untergehen. Nur die ankündigenden Bezeichnungen der Datensätze bleiben verständlich. In der Videoversion werden auch die Gesichter der PerformerInnen übereinander gelegt und dadurch ununterscheidbar. Es entsteht ein Hybrid aus Person und Gruppe. IF MUSIC BE THE FOOD OF LOVE nutzt eine Auswahl an Songs, die in den geheimen Gefängnissen in Guantánamo Bay und Abu Ghraib die US-Streitkräfte als Folterinstrument benutzt haben. Die Auswahl an Songs, die als „Torture Playlist“ oder „GTMO-Playlist“ bekannt ist, besteht aus Pop-, Rock- und Metal-Stücken, die in der westlichen Welt bekannt und populär sind. Das Video macht die Ambivalenz hörbar, die diese Musik bei den folternden Soldaten und für uns hinterließ. 

KONZERT APPROPRIFICATIONS ist ein Werkzyklus für Bassklarinette und Elektronik, der gerade erst im Entstehen ist. Ausgangspunkt ist eine bereits vorhandene Komposition eines anderen Komponisten, die unverändert aufgeführt werden soll, die aber währenddessen durch Verstärkung, durch in Rhythmus und Intensität präzise gestaltete Verstärkung um eine zusätzliche Ebene erweitert wird, ohne dass nur ein einziger Klang neu hinzugefügt wird. Im Künstlerhaus Lukas wird eine Work-in-Progress-Fassung des ersten Teils der Reihe zu hören sein.

Maximilian Marcoll (Berlin) – Komposition, geboren 1981 | studierte Schlagzeug, instrumentale und elektronische Komposition und ist Mitglied der Künstlergruppe „stock 11“ Heather Roche (Köln) – Klarinette, geboren 1983 in Kanada | studierte Klarinette an der University of Victoria und Dirigier- en bei Sian Edwards an der Guildhall School of Music and Drama in London | beide waren an zahlreichen renommierten Festivals neuer Musik beteiligt


Abbildung oben: Ausschnitt eines Videostills aus „Personal Data“, 2013
Abbildung unten: Heather Roche (Foto: Dylan Robinson)

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