Juni

  Maiko Date/Masayo Kajimura (Berlin) - Tanzperformance  

Die zeitgenössische Tänzerin Maiko Date wurde 1980 in Chiba/Japan geboren. Nach ihrem Tanzstudium an der Wako Universität wurde sie Mitglied des Tokyoter Tanzensembles „Mademoiselle Cinema“ und tourte mit dem Ensemble, u.a. in Bulgarien, Portugal, Österreich und Polen. Das Stück “La place mystérieuse” gewann den Newcomer’s Dance Choreography Award (2008) des Japanischen Kulturministeriums und den Publikumspreis beim Festival Sztukowanie in Gryfino/Polen (2011). Sie tanzte in Stücken von Jean-Laurent Sasportes, Idit Herman u.a., gründete 2010 ihr eigenes Tanzensemble „Japonens“ und choreografiert Solo- und Duostücke. In ihrer Arbeit weckt Maiko Date Erinnerungen, achtet den Moment und sucht nach dem im Raum driftenten Körper. Im Bewußtsein der Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde und ihrer japanischen Kultur entwickelt sie Bewegungs-sequenzen und zielt auf eine Synthese von Ost und West. Maiko Date arbeitet auch genreübergreifend, wie mit der Videokünstlerin Masayo Kajimura, geboren 1976 in Berlin, an der Video-Tanz-Performance “between islands”. Kajimura hat mehrere Kurzfilme, Videoinstallationen und Arbeiten in der Verbindung von Tanz und Musik gemacht und wurde international ausgezeichtet, u.a. auf dem Amsterdam Film Experience. Ihre Themen sind Zeit, Erinnerung, Bewegung und Migration. In ihrem aktuellen Projekt „between islands“ bringen die beiden Künstlerinnen mit besonderem Fokus auf dem Element Wasser audiovisuelle Installationen und Video-Tanz- Perormance zusammen. Maiko Date und Masayo Kajimura leben in Berlin.

Abbildung: Ausschnitt aus „between islands“ Video-Tanz-Performance, ca. 60 min, 2013 (Foto: Hiroyasu Daido)
  Kim Dotty Hachmann (Berlin) - Video  

Kim Dotty Hachmann, geboren 1974 in Hamburg, studierte Visuelle Kommu-nikation und freie Kunst mit Schwerpunkt Neue Medien an der Kunsthoch-schule Kassel (KhK). Hachmann beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Fragen, die um das Themenfeld Familie kreisen. Dabei interessiert sie sowohl die Diskussion in der aktuellen gesellschaftspolitischen Ausein-andersetzung zum Thema Familie, als auch Emotionen und Gefühle, die auf eigener Erfahrung beruhen. Folglich greift Kim Dotty Hachmann öffentliche Diskussionen zu Schlagwörtern wie Erziehung, Pisa-Studie, Patchwork-Familie, Kita-Betreuung genauso auf, wie persönliche Fragestellungen, die sich im Umfeld der eigenen Familie entwickeln und setzt sie in kurzen Video-filmen, Videoinstallationen und Fotoserien in Szene. So entstehen fantas-tische Geschichten, die die Gegensätze von Individualität und Gemeinschaft, Nähe und Abgrenzung, Stärke und Schwäche in humorvoller, poetischer und manchmal grotesker Weise herausarbeiten. Kim Dotty Hachmann erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen, u.a. den Hochschulpreis der KhK (2002), Anerkennung auf der CYNETart (2004), Stipendium der Künstler-häuser Worpswede (2006), lettra-Stipendium für Medienkunst (2007), Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop (2009), Residency-Program Casa das Caldeiras in São Paulo Brasilien (2010) und ein Stipendium im Treasure Hill Artist Village in Taipeh (2012). Kim Dotty Hachmann ist Mitglied von trafficjam und dem Exquisite Corpse Video Project. Seit 2010 lehrt sie Visuelle Kommunikation an der hdpk, Berlin. Hachmann lebt und arbeitet in Berlin.  

Abbildung: Ausschnitt aus „NinjaGo“, Videoloop, HD 16:9, 2012
  Martin Ahrends (Berlin) - Lyrik  

Martin Ahrends wurde 1951 in Berlin-Zehlendorf geboren. Von 1970 bis 1974 studierte er Philosophie und Musik in Berlin. 1979-1081 Studium der Schauspielregie in Berlin. Der aus Berlin kommende Schriftsteller Martin Ahrends arbeitete viele Jahre als Redakteur und freiberuflicher Mitarbeiter bei der Wochenzeitung DIE ZEIT. Seither ist er freier Autor und veröffentlichte zahlreiche publizistische Arbeiten und literarische Texte: u.a. den Roman „Der märkische Radfahrer“ bei Kiepenheuer&Witsch Köln.  

Abbildung: Leseprobe aus dem Roman „Der märkische Radfahrer“, 1995

  Vadim Schäffler (Berlin) - Video  

Vadim Schäffler, geboren 1972 in Lüneburg, studierte an der HBK Braun-schweig freie Kunst. Schäffler beschäftigt sich mit offenen Erzählsträngen gesellschaftlicher Beobachtungen, meist im Medium der computergenerierten Fotografie bzw. der Videoanimation. Er komponiert Unorte: abstrakte Landschaften, apokalyptisch anmutende, farblose, kühle und unheimliche Settings, Katastrophenszenarien. Und inmitten der Bilderwelten: idealisierte menschliche Figuren. Es ist die Uniformität der Medienbilder, die ihn interessiert. Nonverbale Kommunikation, Körperhaltungen und Blickrichtungen bilden dabei die Grammatik der Erzählung. In neueren Werken arbeitet er „analoge“ Kritzeleien ein, naive Zeichnungen und expressiv malerische Gesten. Mal verwebt er diese mit der Erzählung, mal macht er die Kritzeleien selbst zu deren Gegenstand. Vadim Schäffler stellte u. a. aus in „haltung-kinesik-kontext“, Galerie Axel Obiger, Berlin (2012), „Immersive Surfaces“, Dumbo Arts Festival, New York/USA (2011), „Motion XL“, Atopia, videoart in public space, Oslo/Norwegen, „Fishing a dragon“, King Kong Contemorary Art Project, Mannheim (2010) und „CUBE“, Galerie Format, Berlin (2003). Vadim Schäffler lebt und arbeitet in Berlin.  

Abbildung: Ausschnitt aus „Treibjagd mit Kreuzschraffur“, Digitalprint auf Aluminium hinter Plexiglas, 2011

  Christine Schlegel (Dresden) - Ehrengast - Malerei  

Der Malerin Christine Schlegel, geboren 1950 in Crossen (Thüringen), studierte Malerei und Grafik an der HfBK Dresden und ist Ehrengast 2015 im Bereich Bildende Kunst des Künstlerhauses Lukas. In den 70iger Jahren gelang ihr die Loslösung von der vorrangig abbildenden Kunst durch Experimente mit Fotos und Film. Die Montage und Collage führte sie zu ihrer ganz eigenen Bildfindung. Seit der Rückkehr nach Dresden 2001 beschränkte sie sich hauptsächlich wieder auf die Ölmalerei, das Tafelbild. Der große Übertitel „Reservate“, der eigentlich aus der Berliner Zeit ihrer Installationskunst stammt, trifft auch auf die Tafelbilder zu. Alle sind Reservate für Gedanken, Erfahrungen und Erlebnisse. Studienaufenthalte führten sie nach Italien, Mexiko, Puerto Rico, USA, Israel, Kalifornien, Griechenland, Spanien und Schottland. Sie zeigte ihre Arbeiten in vielen verschiedenen Ausstellungen u.a. in „Absurde Sequenzen“, Kurt Tucholsky Literaturmuseum Schloss Rheinsberg (2013), „Entdeckt“, Kunsthalle Mannheim (2011), „six from europe“, SONOMA MUSEUM OF ART, Kalifornien/USA (2006), „Mauersprünge“, Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, Martin Gropius Bau Berlin (2003), „Boheme und Diktatur“, Deutsches Historisches Museum Berlin (1997), „Ausgebürgert“, Albertinum Dresden (1990/91), „Fine“ Galerie EIGEN+ART Leipzig (1989), „Junge Künstler“, Altes Museum Berlin (1984) und „Erben der Fotomontage“, Galerie Mitte Dresden (1980). Christine Schlegel erhielt verschiedene Preise und Auszeichnungen, u. a. Berliner Atelier- und Arbeitsstipendien, Projektförderungen des Kultursenats und der Stiftung Kulturfonds, ein Stipendium des Landes Schleswig Holstein und den Ahrenshooper Kunstpreis (1999). Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in den Sammlungen: Neue Meister Albertinum Dresden, den Kupferstichkabinetten Dresden und Berlin, im Deutschen Historischen Museum Berlin und im Badischen Landesmuseum Karlsruhe. Christine Schlegel lebt und arbeitet in Dresden.  

Abbildung:  Ausschnitt aus „Vergissmeinnicht“, Öl auf Leinwand, 2008
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