April

  Magdalena Abele (Nürnberg) – Fotografie  

Die 1986 in Ingolstadt geborene Künstlerin studierte Medienkunst und Foto- grafie an der Hochschule für Grafik Karlsruhe. Sie wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Valentine-Rothe-Preis (Bonn, 2015) oder dem Luise-Prell-Preis (Er- langen, 2014). Stipendienaufenthalte führten sie u.a. mit einem DAAD-Stipen- dium nach Nordamerika (2013) oder an das CCA Andratx in Spanien (2015). Neben zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen zeigte sie zuletzt ihre Arbeiten in der Kunsthalle Recklinghausen „Kunstpreis Junger Westen“ (2015).

In den fotografischen Bildern von der aus Nürnberg kommenden Magdalena Abele werden Orte zu Bühnen. Monumentale Landschaften dienen dabei nicht als bloße Sehnsuchtsorte, sie fungieren als Schauplatz einer sonder- baren Annäherung zwischen Mensch und Natur. Theatergleich verein- nahmen beispielsweise touristische Menschenströme den Raum in einer zufällig wirkenden Choreografie. Die klassische Auffassung von Fotografie als Momentaufnahme und deren Realitätsversprechen wird damit subtil in Frage gestellt.

Abbildung: Ausschnitt aus „Torrent de Pareis“, Fotografie, 2012

  Evgeny Brodsky (Kaliningrad/Russland) – Komposition/Tonregie  

Der 1983 in Kaliningrad geborene Musiker, Komponist und Tonregisseur war Teilnehmer mehrerer Musikpojekte u.a. „Brodsky“, „Zimmerbaum“, „Double-Жopa“. Er leitete dabei das Ensemble „Ramriders“. Darüber hinaus kompo-nierte er erfolgreich Songs für Gitarre und Streicher, die auf einer CD er- schienen sind. Als Austauschstipendiat des Zentrums für Zeitgenössische Kunst in Kaliningrad möchte er mittels seiner Arbeitsweise eine „Ahrenshoop-Hymne“ entstehen lassen.  

Der aus Kaliningrad kommende junge Musiker und Komponist Evgeny Brodsky überträgt visuelle Empfindungen in seine nicht selten verträumt anmutenden Kompositionen. Mit Hilfe von Ton und Schall übernimmt er Klänge aus der Natur und komponiert unter Einsatz verschiedenster Filter und Einstellungen technischer Geräte oder Instrumente. Unter Verwendung von binauralen Aufnahmen erzeugt er beispielsweise einen räumlichen Höreindruck, um mittels dieser als „Kopfhörer-Stereofonie“ bekannte Technik realitätsnah zu reproduzieren.

Abbildung: Ausschnitt eine Screenshots aus einem aktuellen Projekt

  Lydia Nagel (Berlin) – Übersetzung aus dem Ukrainischen  

Die 1977 in Wismar geborene und heute in Berlin lebende Übersetzerin studierte nach einer Korbmacherlehre Slawistik und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin. Teilstudien führten sie nach Belgrad und Moskau. Von 2011 bis 2014 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin für ostslawische Sprachwissenschaft an der Universität Wien. Als freiberuf- liche Literatur- und Theaterübersetzerin übersetzt sie aus verschiedenen slawischen Sprachen ins Deutsche, vor allem zeitgenössische Prosa und Dramatik.  

Die Übersetzerin Lydia Nagel wird während ihres Aufenthaltes im Künst-lerhaus Lukas Dramen des ukrainischen Dramatikers Mykola Kulisch (1892-1937) übersetzen, der zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der ukrainischen Theater avantgarde zählt und 1937 als Opfer des stalinis-tischen Terrors erschossen wurde.


Abbildung: Leseprobe aus Mykola Chwyljowyj „Zimmer Nr. 2“ (1922), erschienen in: „Schreibheft. Zeitschrift für Literatur“ 1/2016

  Oliver Petschauer (Greifswald) – Fotografie  

Der 1988 in Leipzig geborene und seit 2010 in Greifswald studierende Petschauer studierte währenddessen im Rahmen eines Erasmus-Semesters von 2013-2014 im Bereich arts plastiques an der Université de Picardie Jules Verne Amiens und war Teilnehmer an der Internationalen Sommerakademie der Fachhochschule Wismar. Seit 2012 ist er Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Bonn. Er beteiligte sich an mehreren Ausstellungen u.a. „Caspars Grafik“ in der Orangerie Putbus (2015) oder „Mélanco‘llage“ und „Alltäglich(t)“ beim Fotofestival Horizonte Zingst (2014/15).

Den Ausgangspunkt der künstlerischen Projekte des jungen Fotografen Oliver Petschauer bilden die Peripherien zwischen Urbanität und Individualität sowie zwischen gewachsenen Strukturen und geschaffenen Konstruk-tionen. Das Interesse des Gewinners des studentischen Wettbewerbes INSOMNALE 2015 des Caspar-David-Friedrich-Institutes der Universität Greifswald gilt dabei dem Banalem sowie den Spuren vermeintlich unbewusster Handlung- en. Mittels klarer Bildkompositionen analysiert der Fotograf seine Umgebung.

Abbildung: Ausschnitt aus einer Fotografie aus der Serie „EN FACE“ (Swinemünde), 2015

  Rebecca Trescher (Nürnberg) – Komposition  

Die 1986 in Tübingen geborene Musikerin und Komponistin lebt und arbeitet in Nürnberg. Sie studierte an der Hochschule für Musik Nürnberg u.a. Jazzklari-nette, Komposition und Master of Music. Bis 2012 wirkte sie im Bundesjazz-orchester mit. Seit 2009 leitet sie verschiedene eigene Ensembles. Nach ihrem Debüt-Album „Sud“ und dem „Jazzthing Next-Generation“-Album „Nucleus“ zeigt Rebecca Trescher, dass sie zu den interessantesten Stimmen im jungen Jazz zählt. Seit 2014 ist Rebecca Trescher Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg und Kulturpreisträgerin der Stadt Nürnberg im Jahr 2015. 

Die Musikerin und Komponistin Rebecca Trescher arbeitet in verschiedenen Ensemblebesetzungen, in denen jazzkompositorische Ambitionen genutzt werden oder eine bestechende Balance zwischen musikalischem Abenteuer und elegantem Wohlklang entstehen kann. So facettenreich die Besetzungen sind, so minutiös werden Texturen, Komponiertes und Improvisiertes ausge-arbeitet. Rebecca Trescher übernimmt in diesen Arrangements oft die Kom- position und spielt selbst Klarinette und Bassklarinette.

Abbildung: Ausschnitt aus eines Notenblattes aus der Partitur „Die Hexe und ihr Knecht - Teil 1“, 2015

Seitenanfang