August

  Workshoppräsentation im Künstlerhaus Lukas
zur LANGEN NACHT DER KUNST in Ahrenshoop
 

ÜBER LEBEN IN DEMMIN (AT) - Gedreht in Mecklenburg-Vorpommern
Martin Farkas (Regisseur/Kamera) und Annekatrin Hendel (Drehbuch-autorin/Produzentin) stellen ihr aktuelles Projekt vor: Die Stadt Demmin mitten in Mecklenburg-Vorpommern wurde 1945 in besonderer Weise erschüttert, als Gemeinschaft traumatisiert. Nicht nur Hitler beendete vier Tage vor Ende des Krieges sein Leben, sondern etwa 10% der Einwohner Demmins töteten sich im Zusammenhang mit dem Eintreffen der sowjetischen Soldaten selbst, ihre Familien, ihre Kinder. Das hat Auswirkungen bis in die Gegenwart. Fast jede Familie in Demmin war und ist betroffen. Mehr als 70 Jahre nach dem Sieg über den Faschismus werden verdrängte Geschehnisse beleuchtet, die sich 1945 in dieser kleinen vorpommerschen Hansestadt ereigneten. Im Zentrum des Filmes steht die Frage, wie eine vor langer Zeit geschehene Traumatisierung über mehrere Generationen weitergegeben wird. Der Film verbindet Begegnungen mit überlebenden Zeitzeugen, betroffenen Familien, Kindern, ihren Eltern und Großeltern, Trauma-Forschern und Neonazis. „Über Leben in Demmin“ ist ein exemplarisches Modell im Umgang mit traumatischer Geschichte, ein Film über Erinnern und Vergessen und über die alte Men- schheitshoffnung: das Verschwinden des Hasses, des Fanatismus und der Fremdenfeindlichkeit. (rbb, NDR, BR - gefördert von Filmförderung M-V, Medienboard Berlin Brandenburg, BKM, DFFF, Filmförderung Bremen und Künstlerhaus Lukas)

Workshopteilnehmer:
Annekatrin Hendel (Brandenburg) - Autorin/Regisseurin, Martin Farkas (München) - Autor/Regisseur, Oliver Bukowski (Berlin) - Autor, Sophie Decker (Berlin) - Komponistin, Juliane Voigt (Stralsund) - Autorin, Beate Nelken (Rostock) - Autorin, Lisa Elstermann/Prokop Bowtromiuk (Berlin) - Künstlerische Mitarbeiter, Leif Heanzo (Berlin) - Animation, Catrin Vogt (Berlin) - Editorin/Schnitt


Abbildungen: Ausschnitt aus Videostills von „ÜBER LEBEN IN DEMMIN“, 2016 (IT WORKS! Medien GmbH)
  Workshoppräsentation im Neuen Kunsthaus
zur LANGEN NACHT DER KUNST in Ahrenshoop
 

Die Verschwörung der Idioten
Die Performance „Die Verschwörung der Idioten“ widmet sich eigensinnigen Lebenspraktiken und individuellen Formen von Widerstand inmitten unserer zunehmend ausdifferenzierten Kontrollgesellschaft. Auf der Grundlage von ausführlichen Recherchen entwickelte die aus Berlin kommende Künstler-gruppe „matthaei & konsorten“ (Milena Kipfmüller, Klaus Janek, Jörg Lukas Matthaei) detaillreiche Porträts von Eigensinn und Widerstand. Das „Idio-tische“ macht dabei deutlich wie stark der allgemeine Druck zu Selbstopti-mierung und Anschlußfähigkeit in der aktuellen Gesellschaft ist. Innerhalb des Workshops wurde an einer akustisch-performativen Darstellung für drei Performer gearbeitet. Dabei agieren die Künstler performativ in der Rolle von Menschen, deren Leben sich der Forderung nach gesellschaftlicher Anpassung entzieht.

Workshopteilnehmer:
Milena Kipfmüller (Berlin) - Dramaturgie 
Lukas Matthaei (Berlin) - Installation
Klaus Janek (Berlin) - Komposition


Abbildung oben: Ausschnitt der interaktiven Inszenierung „Im Apparat der Kriege“, 2014
Abbildung unten: Ausschnitt der Live-Radio-Show „Idiotie und Widerstand – Herbstsalon“, 2015

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