Juli

  Kerstin Ahlrichs (Berlin) - Drehbuch/Film  

Die künstlerische Entwicklung der 1966 in Niedersachsen geborenen Künst-
lerin erstreckte sich über die Fotografie, den Fotosiebdruck und ein Studium der Kulturwissenschaften in Hildesheim, bis sie schließlich an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin bis 2006 Kamera und Regie studierte. Seither arbeitet sie als Regisseurin für das Fernsehen sowie das Kino.


Die Filmemacherin und Autorin Kerstin Ahlrichs erhielt die „filmresidence m-v“ in Kooperation mit dem Filmkunstfest Schwerin. Die Regiearbeit bildet die ideale Schnittstelle zwischen ihren bisherigen Tätigkeiten und ihrem Wunsch, Geschichten zu erzählen. Die Ideen und Charaktere ihrer Geschichten entwickeln sich durch die Beobachtung von Menschen, die sie auf der Straße trifft. Und wenn dabei über eine bittere Lektion des Lebens gelacht werden kann, ist es ihr umso lieber. Ihr Stipendium möchte die aus Berlin kommende Ahlrichs nutzen, um ein 90-minütiges Drehbuch für einen Reproduktions-Thriller für das Kino zu schreiben.

Abbildung: Ausschnitt eines Videostills aus dem Kurzfilm „Kehrwoche“, 2000

  Anne Deuter (Halle) – Künstlerbuch  

Anne Deuter wurde 1986 in Halle (Saale) geboren, studierte 2007 bis 2011 Kunst- und Kunstgeschichte am Caspar-David-Friedrich-Institut der Uni-
versität Greifswald und Malerei/Grafik mit der Studienrichtung Buchkunst an der Burg Giebichenstein - Kunsthochschule Halle. Sie erhielt 2012 den Sonderpreis im Arte Wettbewerb‚ VERschmuggel‘ und ihr Buch „ortsinseln“ befindet sich in der Sammlung der Anhaltinischen Landesbücherei Dessau.
 

Im Fokus der künstlerischen Arbeit von Anne Deuter stehen das Künstler-
buch und die Zeichnung. In ihren grafischen Arbeiten untersucht sie immer wieder in neuen Positionen das Verhältnis von Linie und Fläche, Klarheit und Überlagerung. Ihre Bücher denkt sie als Körper. Schicht für Schicht und Stück für Stück fügen sie sich durch Addition von textlichen und/oder visuellen Segmenten zu einem eigenen Gefüge. Inhaltlich kreist sie um das Nebeneinander von Erinnerung und Vergessen, von Intimität und Öffent-
lichkeit, von Ort und Nicht-Ort. Aber auch die Auseinandersetzung mit der Figur sowie die Bedeutung von Text und Sprache ist Teil des Ganzen.


Abbildung: Ausschnitt aus dem Künstlerbuch „vierseitig“, Schablonendruck auf Holz, 12 x 18 x 12 cm, 2011 

  Benjamin Dittrich (Leipzig) – Malerei  

Er wurde 1987 in Düsseldorf geboren und studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und schloss dort 2015 sein Meisterschüler-studium bei Prof. Annette Schröter ab. 2016 erhielt er ein Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Werke befinden sich u.a. in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden oder dem Bundesministerium für Umwelt.  

Die Grundlage der Arbeit von Benjamin Dittrich bilden ausrangierte, oftmals überholte Naturbildbände und Enzyklopädien sowie populärwissenschaft-
liche Sachbücher. In diesen Büchern findet er einen gefilterten Blick auf die Natur, der ihn zu Bildern oder neuen Büchern animiert. Ihn fasziniert das komprimierte Wissen in Buchform und die damit verbundene Idee, das ganze Universum in einem einzigen Band abzubilden. Das existenziell menschliche Bedürfnis, die Welt zu ordnen, ist sein Thema. 


Abbildung: Ausschnitt aus „Weltraum“, Linoldruck, 59,5 x 42 cm, 2013
  Heike Jeschonnek (Berlin) – Malerei  

1964 in Gummersbach geboren, studierte sie 1985 -1993 Pädagogik an der Freien Universität Berlin und ab 1993 bis 2001 Kunst in der Klasse Diehl an der Hochschule der Künste Berlin mit Abschluss als Meisterschülerin. Die aus Berlin kommende Künstlerin erhielt mehrere Stipendien und Werke be-
finden sich in namhaften Sammlungen, u.a. Deutscher Bundestag, Kunst-
sammlung Willy-Brandt-Haus oder Allianz Berlin. Heike Jeschonnek erhielt 2015 als ersten Preis des Wettbewerbes „Kunst trifft Gesundheit“ der AOK einen Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Lukas.


Die Motive von Heike Jeschonnek sind von alltäglichen, sozialen und politischen Themen geprägt. Ob Atomreaktorunglück oder gestrandeter Wal, ob fiktive Gedanken und Erinnerungen in den Schnittpunkten von öffentlichen Orten oder der eigenen Biografie, spürt sie den Lebenssituationen der Menschen zeichnerisch nach, um die verborgenen Ebenen des Bewusst-
seins neben real Geglaubtem sichtbar werden zu lassen. Dazu ritzt und kratzt sie in einem vielschichtigen Überlagerungsverfahren mit Paraffin Spuren in die Bildoberflächen, in die Farbe eingegeben wird. 


Abbildung: Ausschnitt aus „schwere See 2“, Paraffin und Öl auf Pappe, 70 x 99 cm, 2016
  Mathis Kleinschnittger (Berlin) - Tanz  

Mathis Kleinschnittger wurde 1979 in Gießen geboren und studierte zeitge-nössischen und klassischen Bühnentanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main. Er ist zudem diplomierter Kulturwissen-schaftler. Der in Berlin lebende Tänzer arbeitet mit internationalen Choreo-graphen und Regisseuren zusammen, u.a. mit Jessica Huber, Kathrin Mayr, Armin Petras, Trisha Brown, Luc Dunberry, Phillipe Saire, Michael Keegan- Dolan oder Marco Santi. Seit 2013 wird er als Nachwuchskünstler vom Performing Arts Programm in Berlin unterstützt.

Der Performer und Tänzer Mathis Kleinschnittger ist fasziniert von menschlichen Schwächen. Das „Nicht-perfekt-sein“ ist in seinen Augen liebenswert und oft Gegenstand seiner Arbeit. Wie kommt dies zu Stande, wie geht die Person damit um? Als performatives Mittel benutzt er beispielsweise Repetitionen und darin beiläufige Veränderungen und Verzerrungen. Brüche werden damit sichtbar gemacht und eingeübte Wahrnehmungs- und Denkweisen in Frage gestellt. In seiner aktuellen 
Recherche setzt er sich mit der Ausbeutung von Menschen für den Mehrwert und die Unterhaltung Anderer auseinander. In der Kreatur des „Tanzbären“ wird diese Problematik gespiegelt. 


Abbildung: Ausschnitt aus der Performance „unpeel“ von Jessica Huber, 2008 (Foto Philippe Weissbrodt)

  Arwed Messmer (Berlin) – Fotografie  

Arwed Messmer wurde 1964 in Schopfheim in  Baden-Württemberg geboren. Von 1988 bis 1993 studierte er visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Dortmund. 1989/90 bekam er ein DAAD Stipendium an der HGB Leipzig und arbeitete 2008/09 als Lehrkraft an der Ostkreuzschule für Fotografie. Seit 1992 lebt und arbeitet Arwed Messmer in Berlin. 

Seit 2007 arbeitet Arwed Messmer mit anonymem gebrauchsfotogra fischem Bildmaterial aus Archiven, das als zentrale, visuelle Grundlage seiner Arbeit dient. Diese erweitert er mit einem eigenen Narrativ und eigenen Bildern. Es geht ihm dabei häufig um Themen der jüngeren deutschen Geschichte. Neben der Arbeit im Raum ist das Medium Buch für ihn von zentraler Bedeutung. Projektbezogen arbeitet er immer wieder mit der Schriftstellerin Annett Gröschner zusammen.

Abbildung: Ausschnitt einer Fotografie aus dem Buch- und Ausstellungsprojekt „RAF. Die (Bild)Perspektive des Staates (AT)“, 2016
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