November

  125 JAHRE KÜNSTLERKOLONIE AHRENSHOOP  

Im Jahr 2017 feiert Ahrenshoop als einstige Künstlerkolonie und heute sehr lebendiger Kunstort die Gründung der Künstlerkolonie vor 125 Jahren. Zu den damaligen Gründern zählte der Erbauer des Künstlerhauses Lukas, der Maler Paul Müller-Kaempff. Nach einer Ausschreibung vergab das Künstlerhaus Lukas zusätzliche Aufenthaltsstipendien zur Vorbereitung des Jubiläums, die sich auf die verschiedenen historischen Aspekte der Gründergeneration beziehen und gleichzeitig sehr gegenwärtig sind.
  Tobias Falberg (Oberasbach) und Hans-Peter Stark (Essenheim) - Malerei/Video/Texte  

Der Schriftsteller Tobias Falberg und der Maler Hans-Peter Stark werden Fotografien und eine Videoinstallation entstehen lassen, die gleichzeitig ihren besonderen Arbeitsstil dokumentieren. Ziel dieser Installation soll eine Ver- knüpfung zwischen der 125-jährigen Historie der Künstlerkolonie, der Gegen- wart und konkreten Orten in Ahrenshoop sein. Dazu wollen Falberg und Stark an Orten wie dem Künstlerhaus Lukas oder dem Kurhaus/THE GRAND große Glasscheiben mit Texten zu Themen wie einstige und heutige Kunst- förderung oder künstlerische Unabhängigkeit gestalten, mit Text und Bild besprühen und bemalen die wiederum Grundlage von Fotografien und eines Videos sein werden.

Abbildung: Ausschnitt eines Videostills aus der Dokumentation der Aktion „Publikumssanierung“, Frankfurt, Oktober 2013

  Annett Gröschner (Berlin) - Prosa  

Annett Gröschner lebt und arbeitet als Schriftstellerin, Journalistin und Do- zentin und konzipiert darüber hinaus thematische Ausstellungen. Seit 1992 arbeitet sie dabei eng mit dem Fotografen Arwed Messmer zusammen, mit dem sie 2011 gemeinsam die Ausstellung „Aus anderer Sicht. Die frühe Berliner Mauer“ erarbeitete. Ähnlich dieser Ausstellung wird sie unter an- derem bisherige Archivtexte erweitern und einbeziehen, die sie im Zuge ihrer umfangreichen Kulturchronik Ahrenshoops für das Buchprojekt „Kunststück Ahrenshoop“ recherchierte. Textausschnitte, die im Bezug zur Geschichte des Kurhauses stehen, werden in Form einer gestalteten Schriftabeit für eine Wand im Kurhaus und heutigen Hotel THE GRAND zusammen geführt und können so präsentiert werden.  

Abbildung: Ausschnitt aus der Installation „Verlorene Wege [Stengaseta]“ in Zusammenarbeit mit Arwed Messmer, Lindenau Museum Altenburg, 2007 und Kunstmuseum Olten, 2008

  Tom Rojo Poller (Berlin) - Komposition  

Der Berliner Komponist und Musiker Tom Rojo Poller wird eine Komposition entwickeln, die eine Kombination aus Klanginstallation und Live-Performance werden soll. Im Zentrum steht die Frage nach der Bedeutung und den Mög- lichkeiten von „Kurmusik“, also Musik, die vielfach in der Vergangenheit im Gebrauch durch ihre Natur- und Kulturverbundenheit heilende Kräfte ent- falten sollte. Diese Musikform wird häufig als seichte Unterhaltung abgehan- delt. Durch historische und aktuelle Recherchearbeiten im Ahrenshooper Kurhaus und deren musikalische Umsetzung in Ahrenshoop und der Region (insbesondere im Kurhaus/THE GRAND), will Poller der Frage nachgehen, ob eine zeitgemäße und mehr als funktionell „kurierende“ Musikkomposition möglich ist.  

Abbildung: Ausschnitt aus „DER GARTEN DER WEGE, DIE SICH VERZWEIGEN“ Konzert-Installations-Hybrid-Stück in Zusammenarbeit mit Nicolas Wiese, 2010
  Anne Retzlaff (Berlin) - Tanz  

Anne Retzlaff studierte Bühnentanz und Choreographie an der Palucca Schule in Dresden und lebt als Tanzperformerin in Berlin. Sie wird in Bezug zu den fotografischen Arbeiten des Malers Edmund Kesting eine Foto-Tanz-Performance entstehen lassen. Der 1892 geborene Kesting war vielfach Gast in Ahrenshoop und besaß hier ein Sommerhaus. Besonders seine fotografische Auseinandersetzung mit dem Tanz inspiriert Retzlaff, sodass sie innerhalb ihres Stipendiums eine Foto-Tanz-Performance mit dem Titel „Edmund“ erarbeiten wird.

Abbildung: Ausschnitt aus dem Film „ Road to Giza“ von Stephanie Kloss, Tanz und Choreografie von Anne Retzlaff, 2016
  Jochen Schneider (Berlin) - Zeichnung  

Jochen Schneider wird sein Projekt „Lockere Wolken“ zeichnerisch verwirk-lichen. Die Wolken auf den Bildern der Gründergeneration der einstigen Künstlerkolonie und über Ahrenshoop haben Schneider schon bei seinem ersten Aufenthalt im Künstlerhaus Lukas fasziniert und sollen nun im Mittel- punkt seiner filigranen Zeichnungen stehen. Dennoch geht es nicht um ein Abbilden der sichtbaren Natur, sondern vielmehr um eine persönliche Ord- nung und Verarbeitung des Gesehenen und nicht zuletzt um die Verbindung oder Assoziationen von konkreten Abbildern der Geschichte zu denen von heute.

Abbildung: Ausschnitt aus ohne Titel, Gaphit auf Papier, 42x55 cm, 2016

  Ina Strelow (Berlin) - Hörspiel  

Die Autorin Ina Strelow plant eine umfangreiche Recherche zum Leben und Arbeiten von Anna Gerresheim, der „ersten Malerfrau“, die sich in Ahrens- hoop niederließ, um hier Ruhe von der Berliner Großstadt zu finden. Auf dieser Grundlage soll ein Hörspiel entstehen, das einen gesamtheitlichen Eindruck ihres Lebens vermittelt. Dazu werden Originaltöne, sowie Musik- einspieler und fiktive, gelesene Szenen aus dem Alltag der Künstlerin verwendet.

Abbildung: Leseprobe aus dem Exposee „Der erste Malersmann war eine Frau“, 2016
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