Oktober

  Evelyn Grzinich (Mooste/Estland) – Zeichnung/Illustration  

In diesem Jahr entstand mit MoKS, dem Zentrum für Kunst und soziale Praxis in Mooste in Südostestland ein neues Austauschstipendium, für das in die- sem Jahr Evelyn Grzinich zu Gast im Künstlerhaus Lukas sein wird. Grzinich studierte 1994-98 Kunst an der Universität Tartu, ist als Multimedia-Künstlerin tätig und arbeitet seit 2001 als künstlerische Leiterin von MoKS. Ihre Arbeiten bedienen sich verschiedensten Materialen und Techniken und erstrecken sich über die Bereiche Zeichnung, Illustration und Performance. Im Jahr 2004 gewann sie damit den Jahrespreis der estnischen Kulturstiftung für bildende und angewandte Kunst.

Abbildung: Ausschnitt einer Grafik aus der Serie „Growing Minds“, 2015

  Charlotte Inuk (Kopenhagen/Berlin) – Prosa/Lyrik  

Die Schriftstellerin Charlotte Inuk ist Austauschstipendiatin des Ostseezent- rums für Schriftsteller und Übersetzer Visby/Schweden. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, darunter die „Regina“- Trilogie 1992-1996, sowie Kurz- geschichten, Essays und illustrierte Kinderbücher. Ihre frühen Werke kon- zentrieren sich auf Kindheit und Jugend und das Erwachsenwerden, in den 1990er Jahren beschäftigte sie sich mit weiblichen Identitätsmustern und der Rolle der Frau. Ihr Durchbruch gelang ihr mit „Sultekunstnerinde“ (2004), das sich unter anderem mit der Beziehung zwischen dem dänischen und dem grönländischen Volk in Grönland auseinandersetzt. Sie experimentiert gerne mit Genres und ihr Schreiben kann man durchaus als eigen bezeichnen. Dieses Experimentieren mit Stilen und Genres hat dazu geführt, ihre Romane mehr als lyrische Erzählungen als als psychologische Dramen zu lesen. 1965 in Århus/Dänemark als Kind grönländisch-dänischer Eltern geboren, ver- brachte sie zwei Jahre ihrer Schulzeit in Nuuk, Grönlands Hauptstadt. Nach mehreren Auslandsaufenthalten lebt sie als unabhängige Schriftstellerin seit Ende der 1990er Jahre in Kopenhagen und Berlin. Sie erhielt mehrere Preise, u.a. 1988 das Hans Christian Andersen Ehrendiplom für den Roman „Tania Tiara“ oder 1997 den dänischen Kulturministerpreis für Kinder und Jugendliteratur für die „Regina“ Trilogie.  

Abbildung: Leseprobe aus „Sultekunstnerinde“, 2004

  Ulrich Klieber (Halle) – Ehrengast Malerei  

Ulrich Klieber ist auf Vorschlag der Jury Ehrengast 2016 im Bereich Bildende Kunst im Künstlerhaus Lukas. Man kann Ulrich Klieber als vielseitigen Künstler bezeichnen, sowohl in Hinsicht auf sein Werk als auch in seinen Unternehmungen und Professuren. Er malt, zeichnet, fotografiert, schreibt, lehrte an Hochschulen und ist darüber hinaus als Keramiker und Grafiker tätig. Er braucht diese verschiedenen Konsistenzen, unterschiedlichen Denksysteme und Lebensformen. Einen Schwerpunkt nehmen dabei seine Künstlerbücher ein: Erlebnisbücher, Erinnerungsbündel, Skizzenhaftes, Weltlandschaften in meist unikater Ikonographie. 1953 in Göppingen geboren, studierte er 1973-1978 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, wo er parallel Kunstgeschichte studierte und anschließend bis 1979 Malerei am Royal College of Art in London. Es folgte eine Zeit als freischaffender Maler (1985-95). 1996 übernahm er eine Professur an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design in Halle, die er auch als Rektor einige Jahre leitete. Er verwirklichte Arbeiten an öffentlichen Gebäuden und seine Werke befinden sich in namhaften Sammlungen, u.a. Kunstmuseum Stuttgart oder Deutsche Bücherei Leipzig. Er lebt und arbeitet in Adelberg, Murnau und Halle.  

Abbildung: Ausschnitt aus dem Künstlerbuch „Vietnam Ha Long“, Acryl, 26 x 17 cm, 2011
  Benjamin Saupe (Greifswald) – Komposition  

Benjamin Saupe studierte Kirchenmusik am Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft in Greifswald, dem ein künstlerisches Aufbaustudium im Fach Orgelimprovisation bei Prof. Dr. Matthias Schneider und Johannes Gebhardt folgte. Er ist seit 2013 künstlerischer Leiter der Singakademie Stralsund. Seit Anfang des Jahres arbeitet er zudem als Kirchenmusiker an der Heiligen-Geist-Kirche in Rostock. Das Stipendium im Künstlerhaus Lukas erhielt er als Preisträger des OPERNALE-Wettbewerbes 2017, um eigens dafür eine Komposition entstehen zu lassen.  

Abbildung: Ausschnitt aus einem Notenblatt aus „Vagelled“, 2016

  Uta Siebert (Halle) - Zeichnung/Collagen  

Im Rahmen der alljährlichen Kooperation mit der Kunststiftung Sachsen-An- halt ist Uta Siebert zu Gast. Sie beschäftigt sich mit Zeichnungen, Installa- tionen und Collagen. In ihren jüngsten Bleistiftzeichnungen kombiniert sie Menschen mit Tieren und mythologischen Figuren. Dadurch entsteht eine surreale, fast märchenhafte Atmosphäre. Die 1973 in Hamburg geborene Künstlerin studierte von 1995-1998 an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle, anschließend von 1998-2005 an der Universität der Künste in Berlin, wo sie 2005 ihr Studium als Meisterschülerin abschloss. Seit 2002 lehrt sie Zeichnen und Druckgrafik an der Universität Dortmund und an der UdK Berlin, 2008/09 war sie Referentin an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle. 2014 nahm sie mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt an der POSITIONS ART FAIR BERLIN teil. Sie lebt und arbeitet in Halle.

Abbildung: Ausschnitt aus „Zwillinge“, Graphit auf Papier, 2014

  Armin Strohmeyr (Berlin) – Prosa/Lyrik  

Der 1966 in Augsburg geborene und in Königsbrunn aufgewachsene Autor Armin Strohmeyr lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte neuere deutsche und französische Literaturwissenschaft sowie Musikwissenschaft an der Uni- versität Augsburg. 1997 promovierte er mit einer Arbeit über Klaus Mann. Er verfasste eine Vielzahl von Biographien, unter anderem von Anette Kolb, Sophie von La Roche und Georg Sand. Armin Strohmeyr arbeitet ebenfalls für den Rundfunk und ist Herausgeber mehrerer Lyrikanthologien. 2005 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Königsbrunn und war 2014 Stipendiat im Schloss Wiepersdorf. 2015 erschien sein Gedichtband „Ende der Schonzeit“ und der Schelmenroman „Dame mit rotem Kater“. Derzeit arbeitet Armin Strohmeyr an einem Roman mit dem Arbeitstitel „Janke oder die Reise zum Roten Nil“.

Abbildung: Leseprobe aus dem Romanprojekt „Janke oder die Reise zum Roten Nil“ (Arbeitstitel)
  Clemens K. Thomas (Freiburg) – Komposition  

Clemens K. Thomas studierte an der Musikhochschule Freiburg mit dem Hauptfach Komposition und dem Schwerpunktfach Cembalo. Er ist Gewinner zahlreicher Preise, u.a. dem ersten Preis beim „Premio di Composizione Banco Populare di Verona“ und dem Preis der Deutschen Orchesterstiftung für die „beste Orchesterkomposition der Orchesterwerkstatt Halberstadt 2011“. Im Künstlerhaus Lukas widmet er sich einem musiktheatralen Triptychon mit dem Bildnis von drei Rosen. 

Abbildung: Ausschnitt aus einem Notenblatt aus „7 botanische Kanons, ein Herbarium“, 2014
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