September

  Sebastian Bleyl (Berlin) – Drehbuch  

Sebastian Bleyl ist ein Drehbuchautor, der seine Ideen zumeist aus alltäglichen Situationen wie Gesprächen in der U-Bahn schöpft. Die Welt, die dabei entsteht, stützt sich dabei auf sein eigenes dramaturgisches Schaffen, nicht auf fremde Stoffe. Gezeigt wird der Spielfilm FADO, der in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Jonas Rothlaender entstand und vom Sich-Entfremden am fremden Ort am Beispiel einer melancholischen Paargeschichte und Lissabons erzählt. Sebastian Bleyl wurde 1977 in Annaberg-Buchholz geboren, studierte Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar, der ESBA Toulouse, an der ESBA Genève sowie an der dffb Berlin. Er erhielt das Förderstipendium für Drehbuch.



Abbildung: Videostill aus „FADO“, Spielfilm, 101 Min., 2015
  Wiebke Elzel (Berlin) – Fotografie  

Wiebke Elzels aktuelles Projekt „Aphterbet“ spielt mit der Verbindung von Fotografie und Schrift. Die Fotografin ordnet dafür aus Zeitungen ausgeschnittene Buchstaben zu Texten an, meist kurz und prägnant. Statt Sätzen oder Satzstücken liegen teilweise repetitiv einzelne Wörter nebeneinander, aufeinander, scheinbar durcheinander – und doch ästhetisch präzise angeordnet. Andere Bilder zeigen verlassene Häuser, Räume, Landschaften. Es sind schlichte symbolhafte Bilder. Die Künstlerin bewegt sich dabei in ihrem Werk stets zwischen den Medien inszenierter Fotografie und Installation, die den Raum innerhalb der Fotografie und außerhalb ihrer im Ausstellungskontext durchbricht. Wiebke Elzel wurde 1977 in Hannover geboren, studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik- und Buchkunst in Leipzig und lebt heute in Berlin. Seit 2012 lehrt sie als künstlerische Mitarbeiterin für Fotografie an der Kunsthochschule für Medien in Köln.

Abbildung: Ausschnitt aus „W-E“ Archival pigment print, 150 x 218 cm, 2015
www.wiebke-elzel.de
  Anja Kampmann (Leipzig) – Lyrik/Prosa  

Anja Kampmanns Lyrikdebüt „Proben von Stein und Licht“ zeichnet mit einer klaren und leichten Sprache Landschaften und Materialen der Welt nach. Viele der Gedichte bewegen sich im Spannungsfeld von Fremdheit und Vertrautheit in der Natur. Allgegenwärtig ist dabei jedoch das Menschengemachte, vor allem in seiner verstörenden Gestalt, sodass mit dem Eindruck einer Idylle in dem Lyrikband gebrochen wird. Anja Kampmann wurde 1983 in Hamburg geboren. Sie studierte an der Universität in Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie lebt und arbeitet in Leipzig.

Abbildung: Detail einer Leseprobe aus „Versuch über das Meer“
  Stefan Kolditz (Berlin) – Drehbuch  

Stefan Kolditz wurde als Ehrengast im Bereich Drehbuch gemeinsam mit dem Filmkunstfest zu einen Stipendienaufenthalt in das Künstlerhaus Lukas eingeladen und zeigt seinen Film „Die Frau von früher“. Der Film handelt von einem einst gegebenen Versprechen, von Verlangen und Eifersucht. Der erfolgreiche Filmemacher schrieb u.a. zusammen mit Stephan Suschke das Drehbuch zum Film „Paula – mein Leben soll ein Fest“, ein Porträt der Malerin Paula Moderson-Becker. Stefan Kolditz wurde 1956 in Kleinmachnow geboren, studierte Theaterwissenschaften in Berlin und promovierte dort 1990. Sein Theaterstück „EVA – Hitlers Geliebte“, uraufgeführt am Berliner Ensemble, wurde international mehr als 20 Mal inszeniert. 2012 erhielt er für „Es war einmal“ den Deutschen Drehbuchpreis.

Abbildung: Videostill aus „Die Frau von früher“, Spielfilm, 112 Min., 2013
  Cindy Schmiedichen (Leipzig) – Installation/Objekt  

Die Installationen von Cindy Schmiedichen entstehen meist für einen konkreten Raum. Sie setzt aus Fundstücken zusammen, was sie in ihrem Atelier sammelte, Ideen, Materialien, Objekten, die ihr im Alltag ins Auge springen. Der Fundort und die Anordnung der weggeworfenen, vergessenen oder liegen gelassenen Objekte sind dabei ebenso wichtig wie der Fund selbst. Der Ort als solcher kann statt materiellen Dingen Geschichten bergen, die es ebenso zu finden gilt. Das Verborgene wird schließlich dem Betrachter sichtbar und erfahrbar gemacht. Manche Fundstücke werden durch mit Farbpigmenten vermischten Gips nahezu unkenntlich. Zuvor unsichtbare Verknüpfungen zeigen sich durch verbindende Linien oder gespannte Fäden. Cindy Schmidichen wurde 1977 in Herzberg/Elster geboren und studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Sie wirkte an zahlreichen Ausstellungen mit und erhielt mehrere Auszeichnungen. Sie lehrt und lebt zurzeit in Greifswald.

Abbildung: Ausschnitt aus „o.T. (Blöcke)“, Gips, Pigment, 2014
  Lutz Seiler (Wilhelmshorst) – Lyrik/Prosa  

Der für seine Lyrik und zuletzt den Roman „Kruso“ preisgekrönte Autor Lutz Seiler ist Ehrengast im Bereich Literatur. Sein gefeierter erster Roman erzählt von zwei Männern in DDR-Jahren, die in der Wendezeit eine Flucht in das Innere der Insel Hiddensee wagen, von einer „Robinsonade“ nach einem (beinahe) Absprung aus dem Fenster der zurückgelassenen Stadtwohnung. Lutz Seiler wurde 1963 in Gera/Thüringen geboren und lebt in Wilhelmshorst bei Berlin. Er studierte bis 1990 Germanistik an den Universitäten in Berlin und Halle (Saale). Lutz Seiler erhielt mehrere Preise, unter anderem 2007 den Ingeborg-Bachmann-Preis für seine Erzählung „Turksib“ und für sein Romandebut „Kruso“ den deutschen Buchpreis 2014. 

Abbildung: Leseprobe aus dem Roman „Kruso“
  Jónborg Sigurðardóttir (Akurery/Island) – Performance  

Jónborg Sigurdardottir malt, baut Installationen oder arbeitet im Bereich der Performance und des mixed media. Sie liebt es mit unterschiedlichen Materialien zu experimentieren. In den letzten Jahren hat sie sich besorgt zunehmend mit Umweltproblemen auseinandergesetzt. Dabei nutzt sie ihre künstlerische Arbeit zur Erweiterung des Bewusstseins für soziale Probleme oder um Diskussionen anzuregen. Gerne verwendet sie gefundene Objekte und recycelte Materialien. Zudem hielt sie in vielen Dörfern Islands Workshops für Schüler*innen, um über die Gefahr des Plastikmülls zu sensibilisieren. Jónborg wurde 1966 in Reykjavík geboren und verbrachte dort ihre Kindheit. 1980 zog sie in den Norden der Insel nach Akureyri. Sie studierte an der Akureyri School of Visual Arts und machte 1995 ihren Abschluss im Bereich der Bildenden Künste. 

Abbildung: „Jonna Crowned With Trash“, Müll, Öl auf Holz, 2012
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