Oktober

  Luise de Villiers (Halle) – Schmuck/Design  

Luise de Villiers arbeitet an einer Gesamtkonzeption einer nachhaltigen Accessoires-Kollektion aus Ketten, Armbändern, Kopfschmuck und Broschen. Die Materialien sollen vielfältig miteinander kombinierbar sein. Vorstellbar sind Stoff-, Leder- und Garnreste bzw. Proben, aber auch Metall und Plastik. Während des Stipendiums sollen zu der bestehenden Materialsammlungen verschiedene Techniken recherchiert und erprobt werden.
1983 in Halle (Saale) geboren. Sie studierte an der ESMOD – International University Group in Paris Modedesign. Sie war Dozentin für Modedesign bei ESMOD in Tokio, Japan. 2008 Gewinnerin des „Prix spécial de la mairie de Paris“. 2009 – 2010 erhielt sie ein Residenzstipendium in Paris. 2010, 2012 – 2013 Gewinnerin des Shinmai Creators Project, internationaler Modewettbewerb. Sie erhielt 2012 den 2. Platz im internationalen Wettbewerb „Beaujolais Nouveau“. 2014 bis 2017 war sie Trenddesignerin für COMMA, S. Oliver GmbH in Rottendorf. Seit 2018 ist sie Dozentin für Modedesign an der Akademie Deutsche Pop in Leipzig. Das Stipendium erhielt sie von der Kulturstiftung des Landes Sachsen-Anhalt. Sie lebt und arbeitet in Halle (Saale)



Abbildung: Ausschnitt aus Zeichnung „Illustration for Fendi“

►www.luisedevilliers.com
  Gerhard Falkner (Berlin) – Lyrik/Prosa – Ehrengast Literatur  

„Das Gedicht besitzt den letzten einzigartigen Zugriff auf die Welt, in dem der Zugreifende als Subjekt agiert und durch abgewandelte Sprache animierend in die sich verflüchtigende Welt eingreift“, heißt es in einem Text von Gerhard Falkner, der als Lyriker, Prosaautor, Dramatiker, Essayist und literarischer Übersetzer zu den bedeutenden deutschen Dichtern der Gegenwart gezählt wird. Gerhard Falkner ist Ehrengast im Bereich Literatur.
Geboren 1951 in Schwabach, möchte der preisgekrönte Autor in seinem lyrischen wie Prosawerk über sein Wirken das Hören und Sehen, das Betrachten, Beachten und Verknüpfen reaktivieren und mit scharfem Blick und Verstand ein Zeichen gegen ein ‚vernützlichtes Denken‘ und das ‚Komplexitätsverbot‘ der Kunst setzen. Er veröffentlichte zahlreiche Lyrikbände, u.a. „Hölderlin Reparatur“, für den er 2009 den Peter-Huchel-Preis erhielt, und zuletzt „Ignatien“ (2014). Für seine Novelle „Bruno“ wurde ihm 2008 der Kranichsteiner Literaturpreis verliehen. Nach Aufenthalten in der Villa Massimo/Casa Baldi und der Akademie Schloss Solitude war er 2013 der erste Fellow für Literatur in der neugegründeten Kulturakademie Tarabya in Istanbul und 2014 Stipendiat in der Villa Aurora in Los Angeles. Seine Romane „Apollokalypse“ (2016) und „Romeo oder Julia“ (2017) standen auf der Long- bzw. Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurden von der Kritik gefeiert. Gerhard Falkner lebt in Berlin und Bayern.


Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe
  Kirsten Hesselager (Odense/DK) – Malerei/Grafik  

Kirsten Hesselager arbeitet mit Öl- und Aquarellfarbe, druckgrafischen Elementen und Mischformen auf Papier und Holz, u.a. das Druckverfahren der Kollografie und des Pflanzendrucks. Sie experimentiert mit unterschiedlichen Materialien und malerischen wie drucktechnischen Elementen, um neue sinnliche Wahrnehmungen zu erzeugen. Ihre Bilder werden meist von konkreten Motiven in Bewegung gesetzt, entstehen impulsiv ohne Vorplanung. Die Landschaft und Elemente der Natur sind die Grundlage, die Bausteine, um neue Bildräume zu erkunden.
1963 in Nykøbing geboren, studierte sie an der Det Fynske Kunstakademi in Dänemark. Sie ist Mitglied des dänischen Bundes Bildender Künstler und der grafischen Werkstatt Fünen. Seit 2011 nahm sie an mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen in Dänemark teil, u.a. Galleri Arte, Morsø Kunstforening, Svendborg Amts Kunstforening und das Johannes Larsen Museet. In Ahrenshoop ist sie Austauschstipendiatin der Fynsk Grafiske Verkstad Odense/Dänemark.


Abbildung: Ausschnitt aus „Bjerget (Der Berg)“, Mischtechnik, 100x120 cm, 2019

►www.kirstenhesselager.dk
  Bianca Kennedy (Berlin) – Zeichnung/Video  

Bianca Kennedy arbeitet neben analytischen Videoarbeiten, in denen sie mitunter menschliche Abgründe aufzeigt, regelmäßig an Foto- und Zeichenserien, für die sie selbst erschaffene Raummodelle inszeniert. Das Sujet des Badens zieht sich nun seit fast drei Jahren durch ihr filmisches wie zeichnerisches Werk. So beschäftigt sie sich beispielsweise mit den Fragen, wie Hollywood die Wanne einsetzt (We’re all in this together, 2018), wie Körperteile andere Maßstäbe annehmen (Sonar Songs, 2015) und welche Wassertemperatur das gewünschte Geschlecht des Nachwuchses erzeugt (Limbo Weeks, 2017).
Bianca Kennedy, geboren 1989 in Leipzig, studierte Kunst an der Akademie der bildenden Künste in München und machte dort ihren Meisterschülerabschluss (2017). Stipendienaufenthalte führten sie nach Nordamerika, Barcelona, Athen und Tokio. Ihre Animationen, Zeichnungen und ortsspezifische Installationen wurden u.a. im Kunstverein München, Kuandu Museum Taipei, C-Gallery Milan und Colombo Art Biennale in Sri Lanka gezeigt. Seit 2017 ist sie freischaffende Künstlerin und lebt in Berlin und München. Das Stipendium erhielt sie als Preisträgerin des AOK Kunstpreises.


Abbildung: Ausschnitt aus der Serie „We’re all in this together“, Zeichnung, Fineliner, Marker auf Papier, je 20 x 15 cm, 2016-18

►www.biancakennedy.com
  Stephan Lohse (Berlin) – Literatur  

Stephan Lohse ist Schauspieler, Theaterregisseur und Schriftsteller. In seinem Debütroman „Ein fauler Gott“, schildert er voller Empathie und anrührender Komik vom Aufwachsen Anfang der Siebzigerjahre, von Teenagernöten und dem Trost der Freundschaft. Einem Jungen, gerade 11 geworden, stirbt sein Bruder. Der Roman erzählt vom Mut und Einfallsreichtum eines Kindes, dass eine Mutter das Trauern lehrt und ihr zeigt, dass das Glück, am Leben zu sein, auch noch dem größten Schmerz standhält. Der Junge kommt immer öfter nach Hause, um Flöte für seine Mutter zu spielen. Der 2017 veröffentlichter Roman erhielt rundum gute Kritiken, stand im Juni 2017 auf der SWR-Bestenliste, war Publikumspreis beim Franz-Tumler-Literaturpreis und wurde für den Klaus-Michael Kühne-Preis sowie den Aspekte Literaturpreis nominiert.
1964 in Hamburg geboren, studierte Stephan Lohse Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und war unter anderem am Thalia Theater, an der Schaubühne in Berlin und am Schauspielhaus in Wien engagiert.


Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe 
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